Hut ab vor den Starbulls

Rosenheim - Nicht nur die Siege in der Liga und im DEB-Pokal zeigen derzeit die Klasse der Starbulls Rosenheim. Aussagekräftig ist auch die Art und Weise, wie man die Spiele bestreitet. *Neu: PK-Video*

Verbissener Kampf: Starbulls-Verteidiger Tim Kunes (links) gegen Bremerhavens Brad Self.

Dass die Starbulls Rosenheim derzeit eine hervorragende Mannschaft haben, beweist nicht nur der Blick auf die aktuelle Tabelle der 2. Eishockey-Bundesliga oder der DEB-Pokalsieg. Aussagekräftig ist oftmals auch die Art und Weise, wie man die Spiele bestreitet. Und gerade in dieser Hinsicht haben die Starbulls gestern Abend wieder ein Paradebeispiel für ein Team mit herausragendem Charakter abgeliefert. Nach einem 0:3-Rückstand gegen die Fischtown Pinguins Bremerhaven und einem ersten Drittel, nachdem wohl niemand der anwesenden Zuschauer noch einen Cent auf die Rosenheimer gesetzt hätte, lieferten diese einen gewaltigen Kraftakt und drehten das Resultat nach einer dramatischen Aufholjagd. Mit dem 4:3-Sieg nach Verlängerung sicherte man sich noch zwei Zähler – Hut ab, Starbulls!

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„Ich habe der Mannschaft gesagt, dass dies einer der wichtigsten Siege war, den wir gemacht haben“, erzählte Starbulls-Trainer Franz Steer nach der wahrlich nervenaufreibenden Begegnung. Sein Team hatte den Pokalfight vom Dienstag in den Knochen, dem eine vielleicht auch anstrengende Feier folgte. Zudem musste man verletzungsbedingt auf Niko Senger, Max Renner, Floppo Zeller und Fabian Zick sowie den für München spielenden Philipp Quinlan verzichten. Und dann lag man nach 20 Minuten auch noch eigentlich aussichtslos mit 0:3 im Rückstand; nach einem Drittel, das Steer als „grottenschlecht“ bezeichnete. Bereits nach einer Minute traf Marius Garten für die Gäste, dann erhöhte der Ex-Rosenheimer Patrick Hucko und kurz vor Drittelende traf Chris Stanley. „Wir haben Rosenheim zwar nicht an die Wand gespielt, aber eine 3:0-Führung müsste eigentlich reichen“, meinte Bremerhavens Coach Gunnar Leidborg.

Das erste Tor von Dominc Auger (Zweiter von links) gestern Abend zum 2:3-Anschlusstreffer gegen Bremerhaven. Der starke Rosenheimer Verteidiger erzielte in der Verlängerung auch noch das 4:3-Siegtor.

Tat es aber nicht. Weil die Starbulls im zweiten Drittel den Schalter umlegten. Zwar tat man sich immer noch schwer, man hatte einige Missverständnisse und ließ gute Überzahlsituationen verstreichen, einmal klappte es dann aber doch: Micky Rohner brach den Bann und jagte die Scheibe im Powerplay ins Netz - 1:3, ein erster Hoffnungsschimmer!

Der zweite folgte ebenfalls mit einem Mann mehr auf dem Eis im letzten Abschnitt: Diesmal staubte der auffällig agierende Dominic Auger ab. „Wir haben total blöde Strafen bekommen, das hat Rosenheim Energie gegeben“, analysierte Leidborg. Dann waren die Starbulls im Glück, als Litesov den Pfosten des Rosenheimer Tores traf. Und fünf Minuten vor dem Ende wurden die Hausherren für ihre tolle Moral belohnt, als Tommi Hannus, der bereits zuvor eine gute Ausgleichschance hatte, mit einem Schuss ins kurze Eck zum 3:3 traf.

Der Hammer von Michael Rohner (nicht auf dem Bild) schlug zum 1:3 im Winkel des Gäste-Tores ein.

Mehr war nicht mehr möglich, denn nach einem Foul mit Verletzungsfolge musste Stephan Gottwald vom Eis und die Starbulls spielten fünf Minuten lang in Unterzahl. Selbst dies machte nach der kraftraubenden Aufholjagd nichts mehr aus und als die Gastgeber in der Verlängerung wieder komplett waren, holte der pfeilschnelle Marcus Marsall eine Strafe für die Gäste heraus. Und diese nutzte erneut Auger, der goldrichtig stand und dieser Leistung die Krone aufsetzte. „Diese Moral zeichnet die Mannschaft aus“, lobte Steer und zollte seinem Team höchsten Respekt: „So eine Leistung braucht aber auch eine brutale Selbstüberwindung.“

Statistik: Starbulls - Fischtown Pinguins Bremerhaven 4:3 (0:3, 1:0, 2:0, 1:0) nach Verlängerung. Tore: 0:1 (1.) Garten/Hucko, 0:2 (5.) Hucko/Self, Garten, 0:3 (20.) Stanley/Self, 1:3 (28.) Rohner/Stephens, Frank, 2:3 (46.) Auger/Paderhuber, Hannus, 3:3 (55.) Hannus/Gottwald, Werner, 4:3 (63.) Auger/Werner, Stephens; Schiedsrichter: Ninkov; Strafminuten: Rosenheim 11 plus 10 Disziplinar für Paderhuber plus Spieldauer für Gottwald, Bremerhaven 12; Zuschauer: 2251.

tn/Oberbayerisches Volksblatt

Rubriklistenbild: © Ziegler

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