Das Eis ist endlich gebrochen

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Nicht zu stoppen: Der dreifache Torschütze Patrick Asselin (links) hier im Duell mit Bremerhavens Verteidiger Andrei Teljukin.

Rosenheim - Nach dem Sieg über die Fischtown Pinguins ist das Eis der langen Niederlagenserie endlich gebrochen. Spannend wird es aber am Freitag wieder gegen Landshut.

Na also! Die Starbulls Rosenheim können zuhause ja doch noch gewinnen! Am Freitag spielfrei, machten sie am Sonntag mit den vier Tabellenränge vor ihnen liegenden "Fischköpfen" aus Bremerhaven kurzen Prozess und gewannen 5:2, wobei Ergebnis, erstes Drittel und Torfolge bis zum 4:1 exakt dem Muster aus dem ersten Aufeinandertreffen der beiden Teams im Oktober letzten Jahres folgten.

Damit haben Franz Steers Jungs nicht nur die bisher längste Niederlagenserie auf eigenem Eis (drei Spiele, davon eins in der Verlängerung) beendet, sondern auch Werbung gemacht für das mit Spannung erwartete Heimderby gegen Landshut am kommenden Freitag, 19.30 Uhr. Und das war auch dringend notwendig, denn das Rosenheimer Publikum (den harten Fan-Kern ausgenommen) will anscheinend nur Siege sehen und strafte die Grün-Weißen mit konzentriertem Fernbleiben ab. Die 1504 waren der zweitmagerste Besuch der Zweitliga-Historie; nur am 15. Februar dieses Jahres waren gegen Hannover noch weniger gekommen (1308).

Die, die kamen, brauchten dies nicht zu bereuen, denn die Starbulls legten bereits im ersten Abschnitt die Grundlage zum Sieg und schossen dabei in knapp 17 Minuten so viele Tore wie in den drei vergangenen Heimspielen zusammen. Symptomatisch für den Umschwung war das 1:0, denn Schüsschen wie das von Dominic Auger hatten sie auch während der Niederlagen dutzendweise abgefeuert, diesmal aber fand der Puck den Weg durch eine Spielertraube direkt ins Tor. Und dass Patrick Asselin ein Torjäger à la Tommi Hannus werden kann, deutete er bereits in den ersten Spielen an. Diesmal gelang ihm als drittem Starbull nach Stephen Werner (dreimal) und Hannus ein Hattrick, wobei ihm der letzte Treffer wie seinem Vorgänger Geordie Wurdick im ersten Saisonspiel in Unterzahl ins leere Tor gelang.

Erst zum zweiten Mal in dieser Saison konnten die Starbulls drei Tore im ersten Drittel vorlegen. Gegen die Eispiraten aus Crimmitschau (die im Übrigen am Sonntag mit ihrem 8:1-"Falkenrupfen" gegen Heilbronn für die Sensation des Spieltages sorgten) stand es 3:1 nach 20 Minuten, und das Spiel endete wie gegen Bremerhaven 5:2. Gut, dass diesmal bereits ein solches Polster vorhanden war, denn für besonders erfolgreiche Mitteldrittel sind Gottwald & Co. heuer nicht gerade bekannt. In den letzten 14 Matches gelang ihnen zwischen den Pausen jeweils gar kein oder nur ein einziges Tor. Zwischendurch bewiesen die Pinguine, warum sie (noch vor den Starbulls) das erfolgreichste Powerplay der Liga spielen. Nur 17 beziehungsweise 14 Sekunden dauerte es, bis sie zwei Strafzeiten von Auger in Tore ummünzen konnten. Allerdings gelang es den Rosenheimern, immerhin drittbeste Penalty-Killer der Liga, auch viermal, eine Unterzahl schadlos zu überstehen. Bei fünf gegen fünf war ohnehin alles klar: 3:0 hieß es da für Grün-Weiß.

Den Luxus eines Vier-Tore-Vorsprungs erlebten die Starbulls übrigens erst zum dritten Mal in der laufenden Spielzeit. Gegen Riessersee hatten sie zweieinhalb Minuten lang 5:1 geführt (was auch den Endstand bedeutete), und gegen Ravensburg lagen sie sogar 22 Minuten lang 6:1 in Führung, ehe der Treffer zum 6:2-Endstand fiel. Am anderen Ende des Spektrums stehen bisher 13,5 Minuten Sechs-Tore-Rückstand sowie gut 20 Minuten Fünf-Tore-Defizit. Im Bremerhavener Tor stand anstelle von Marko Suvelo, des Starbulls-Schreckens aus Oberliga-Zeiten, wie in der Vorrunde die derzeitige Nummer eins, Sebastian Staudt. Für Staudt war es nach zwei Overtime-Siegen (für Bremerhaven und im Vorjahr Schwenningen) die erste Niederlage gegen Rosenheim. Hoffentlich eine Parallele zum kommenden Freitag: Auch Landshuts Goalie Sebastian Vogl "wartet" seit fünf Spielen gegen die Starbulls noch auf die erste Niederlage in regulärer Spielzeit...

Manfred Eder (Oberbayerisches Volksblatt)

Das Spiel in voller Länge

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