Das bayerische Traumfinale erfüllt die Erwartungen

OVB
+
Feiertage im Kathrein-Stadion: Die Starbulls-Fans sind begeistert von ihrem Team, kommen in Scharen und sorgen für eine tolle Stimmung.

Rosenheim - Das starke Powerplay der Teams stach aber bislang noch nicht. Nach dem Spiel am Sonntag, sind bei den Starbulls drei Spieler besonders hervorzuheben:

Das bayerische Traumfinale zwischen Landshut und Rosenheim hält bisher definitiv, was sich die Fans beider Lager von ihm versprochen haben.

Lesen Sie mehr:

Vorbericht zum dritten Spiel

Die ersten beiden Spiele - egal, ob extrem torarm oder relativ torreich - erfüllten in punkto Spannung und Dramatik und über weite Strecken auch in punkto Spielkunst die hohen Erwartungen, wobei bei der Spielkunst nicht nur wegen der Tschechen die Niederbayern die Nase vorn hatten, während die Starbulls hauptsächlich ihre bekannten Trümpfe Einsatzfreude und bedingungslosen Siegeswillen ausspielen konnten.

Ein Haupttrumpf, der bei beiden Teams wesentlich zu der guten Platzierung in der Punkterunde beigetragen hatte, das Powerplay, stach in den ersten beiden Finalspielen noch nicht so recht. Zwar fielen die Siegtore beider Spiele jeweils in Überzahl, doch die Gesamtausbeute ist bei je einem Treffer in knapp 19 Minuten (Rosenheim) sowie fast 22 Minuten (Landshut) doch sehr gering. Darüber hinaus kassierten die Niederbayern den Ausgleich am Sonntag als Shorthander, wodurch ihre Überzahlbilanz unterm Strich bei null liegt (den psychologischen Dämpfer-Faktor noch gar nicht gerechnet). In der Punkterunde hatte das ganz anders ausgesehen. Dort waren in den vier Begegnungen der zweit- und drittbesten Powerplayteams insgesamt vierzehn Überzahltore gefallen, in einer sogar deren fünf! Wundert es irgendjemanden, dass der Rosenheimer Unterzahl-Torschütze wieder einmal Corey Quirk hieß? Sicher nicht. Es war bereits sein siebter Saisontreffer in nummerischer Unterlegenheit (vier "offizielle", drei durch Penaltys während Unterzahlsituationen). In der Vorrunde hatte lediglich der Riesserseer Kapitän Tim Regan mehr offizielle Shorthander erzielt, nämlich fünf.

Die drei "Spieler des Sonntags"

Offensiv hatte es gar nicht so gut ausgesehen. Zu Beginn der Finalserie waren die Starbulls erst einmal fast siebzig Minuten ohne Treffer geblieben, die sechstlängste Spanne der Saison. Und der "Liebling der Rosenheimer Massen", Sebastian Vogl, hatte seinen siebten Saison-Shutout feiern können, darunter zwei gegen Rosenheim. Dazu hatte ihm nicht nur unbestreitbares Können, sondern in einem Dutzend Situationen auch unbeschreibliches Glück verholfen, wobei man diskutieren konnte, ob es das Glück des Tüchtigen war oder ob, wie es ein Stehplatzbesucher formulierte, "der Teufel in Niederbayern wohnt"... Aber letztlich reichte es doch nicht zum Auswärtssieg, auch weil es die Cannibals nicht schafften, eine Fünf-Minuten-Strafe schadlos zu überstehen, was zwei Tage zuvor dem Steer-Team souverän gelungen war.

Sieglinde Zehetbauer sorgte mit der Deutschland- und Bayern-Hymne vor dem Spiel für eine tolle Atmosphäre.

Bei aller Anerkennung der mannschaftlichen Geschlossenheit muss man doch (Steer möge es verzeihen) drei "Spieler des Sonntags" besonders hervorheben. Da ist natürlich erstens Corey Quirk, der nach dem Ausfall seines "verlängerten Armes" Patrick Asselin neben dem Vorbereiten auch noch das Toreschießen mit übernommen hat, an allen drei Treffern der regulären Spielzeit beteiligt war und inzwischen in eine Rolle hineingewachsen ist, die den Stellenwert des im Vorjahr so überragenden Stephen Werner fast noch übertrifft. Zur Erinnerung: Auch dem fehlte ja im Play-off sein bewährter Sturm-Zwilling Tommi Hannus. Zum Zweiten: Hut ab vor Ersatztorhüter Beppi Mayer. Bei allem Respekt vor Timon Ewert, aber im Vorjahr wäre der Ausfall von Norm Maracle während eines so wichtigen Spieles eine Katastrophe gewesen. Aber Mayer, der bereits in der Punkterunde von drei vollen Einsätzen zwei gewann, fand, ins kalte Wasser geworfen, mit einigen "Big Saves" besonders während der eineinhalbminütigen doppelten Unterzahl schnell ins Spiel und ließ sich auch durch das Blitz-Gegentor zu Beginn des Schlussdrittels nicht aus dem Konzept bringen. Es war übrigens in diesem Play-off das vierte Gegentor in den beiden Schlummerminuten zu Beginn des Schlussdrittels, auf die an dieser Stelle letzte Woche schon hingewiesen wurde.

Der Dritte, der herausgehoben werden muss, ist Stephan Gottwald: Er war wie schon so oft (was seine inzwischen 24 Saisontore beweisen) in der richtigen Sekunde am richtigen Ort, um das entscheidende Tor zu erzielen. Ein anderes entscheidendes Tor war - statistisch gesehen - auch das 1:0, denn langsam wird es vom Zufall über den Trend zur ehernen Regel: Wer 1:0 in Führung geht, gewinnt das Spiel. Dies war in allen sechs Halbfinalspielen gegen Schwenningen so, in den letzten beiden Viertelfinal-Matches gegen Kaufbeuren und nun auch in den ersten beiden Finalbegegnungen. Zehnmal in Folge, das kann kein Zufall mehr sein!

Manfred Eder/Oberbayerisches Volksblatt

Kommentare