Starbulls gegen Riessersee - der Streit geht weiter:

Weiter Verwirrung um Spielabbruch

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Rosenheim/Garmisch – Ob der Spielabbruch in Rosenheim für den SC Riessersee Konsequenzen hat, ist weiterhin unklar. Aus der DEL2 gibt es dazu unterschiedliche Aussagen.

UPDATE 17.55 Uhr

Gibt es nun ein Ermittlungsverfahren gegen den SC Riessersee oder nicht? Während die Zeitschrift Eishockeynews den DEL2-Ligenleiter Jörg von Ameln mit der Aussage zitierte, es werde ein Ermittlungsverfahren geben, gibt es dazu nun ein entgegengesetztes Statement. Der Leiter Kommunikation der DEL, Matthias Schumann, dementierte die Aussage gegenüber Radio Charivari. Jörg von Ameln habe demnach gegenüber Journalisten nicht gesagt, dass es eine entsprechende Prüfung des Vorfalls im Freitagsspiel geben wird.

UPDATE 16.00 Uhr:

Was sich bereits am Freitagabend direkt nach dem Spielabbruch andeutete, ist nun offiziell: Das Spiel Starbulls gegen Riessersee wird nachträglich mit drei Punkten und 5:0-Toren für die Rosenheimer gewertet. Das hat DEL2-Ligenleiter Jörg von Ameln der Fachzeitschrift Eishockeynews inzwischen bestätigt. Außerdem wurden gegen den SCR ein Ermittlungsverfahren wegen des Provozierens eines Spielabbruchs sowie wegen der Verfehlungen seiner Anhänger eingeleitet. Der Ausgang dabei ist jeweils noch offen. "Wir werden das sicher sehr genau prüfen", so von Ameln gegenüber Eishockeynews.

Video: Die PK mit Bader und Krinner

Zuerst nahm sich Riessersees Übungsleiter Krinner, der direkt nach dem Spielabbruch am Freitag Starbulls-Verteidiger Robin Weihager als „Vollpfosten“ beleidigt hatte, Starbulls-Vorstand Willi Graue vor laufender Kamera zur Brust. Direkt nach seinem Statement zum 8:5-Sieg gegen „unsere Freunde aus Kaufbeuren“ (O-Ton Bader) schimpfte er auf der Pressekonferenz: „Zu dem „Wie“ im Vorfeld will ich gar nichts mehr sagen. Aber was dieser Mensch da von sich gegeben hat, ist die vollkommene Unwahrheit. Wenn er nur einen Funken Anstand besitzt, dann entschuldigt er sich bei Markus Eberhardt, den er mit seiner Aussage des Markierens beschuldigt hat!“

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Die Garmischer hatten direkt nach dem von ihnen provozierten Abbruch am Freitag die Verletzung ihres „Aushilfstorhüters“ mit einem Foto dokumentiert und auf ihrer Facebook-Seite veröffentlicht. Zu sehen ist ein blauer Fleck und eine kleine Hautabschürfung, eine Verletzung, die „unbedingt geröntgt werden müsse“ , so SCR-Trainer Krinner. Die betroffene Stelle an der Schulter ist eine der am besten durch die Ausrüstung geschützten Stellen bei einem Eishockey-Torhüter. Dass man sich hier ernsthaft durch einen Schuss verletzen könne, bezweifelten am Sonntag sogar unbeteiligte Funktionäre der Heilbronner Falken.

Bader, der wie immer in Garmisch die Pressekonferenz selbst moderierte, zog die Angelegenheit anschließend komplett ins Lächerliche. Auf die Frage eines Journalisten, ob denn schon eine Entscheidung des Sportgerichts zum Spielabbruch vorliege und ob der SCR deswegen mit einer Geldstrafe zu rechnen habe, entgegnete der Manager mit einem breiten Grinsen: „Es war ja dieses Jahr mit Durchführungsbestimmungen und Spielordnung schon so viel fragwürdig, vielleicht haben wir das Spiel ja auch gewonnen!“ Ob es bei Bader auch dann noch zu einem Grinsen reicht, wenn er die Rechnung für das Verhalten der Anhänger seines Vereins erhält, bleibt hingegen abzuwarten. Denn wie berichtet, waren einige Garmischer Fans offenbar nur nach Rosenheim gereist, um dort Randale mit Böllern und Pyrotechnik zu machen.

Aus dem Archiv: Die Bilder des Skandals

Starbulls vs. SC Riessersee

Da Riessersee und der ESV Kaufbeuren im vergangenen Sommer als einzige Klubs vehement gegen die Einführung der DEL2 gekämpft hatten, ließ es sich ESVK-Vorstand Andreas Settele, ein guter Freund von Bader, am Ende der Pressekonferenz nicht nehmen, als Unbeteiligter auch noch gegen die Starbulls zu wettern: „Was die Rosenheimer da mit euch gemacht haben, ist eine Frechheit. Ganz egal wie groß die Rivalität ist: Wenn einem Verein vier Torhüter fehlen, da nein zu einer Spielverlegung zu sagen, sch*** drauf, ob ich wirtschaftlich drauf zahle oder nicht, finde ich eine Unverschämtheit.“

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Den wirtschaftlichen Schaden haben die Starbulls nun so und so: Denn um ihre eigenen Fans  zu entschädigen, bleiben die für das Garmisch-Spiel gekauften Karten für das übernächste Heimspiel gegen die Lausitzer Füchse (23. Februar) gültig. Der Schaden dafür dürfte im fünfstelligen Bereich liegen. Genau so, als ob sie einer Verlegung zugestimmt hätten und dann möglicherweise an einem ungeliebten und zuschauerunfreundlichen Dienstag „vor 800 bis 1000 Leuten weniger“ (O-Ton Franz Steer) zuhause gegen Riessersee hätten antreten müssen.

Video: Stimmen der SBR-Fans zum Abbruch

Zum Abschluss legte Settele sogar noch einen nach: „Das, was Ralph Bader in Kaufbeuren gesagt hat, dass Mannschaften wie Riessersee und Kaufbeuren das Salz in der Suppe sind und dass wir die in der zweiten Liga brauchen, ist genau richtig. Was wir nicht brauchen, sind Egoisten wie Rosenheim.“ Die sportlichen Fakten sprechen zum "Salz in der Suppe" folgende Sprache: Bis einschließlich letzten Sommer befanden sich sowohl Kaufbeuren als auch Riessersee in der Bedeutungslosigkeit. Beide Klubs beendeten die Spielzeit 2012/13 abgeschlagen am Tabellenende (20 bzw. 22 Punkte Rückstand auf den Elften). Garmisch hat sich zwar inzwischen gemausert, doch die Allgäuer sind auch momentan Tabellenletzter und von einer Playoff-Qualifikation meilenweit entfernt.

Video: 167 Sekunden bis zum Abbruch

Die Kaufbeurer sind am Freitag (19.30 Uhr) nun der nächste Gegner der Rosenheimer. Dann können die Starbulls die passende Antwort auf dem Eis geben.

redro24/mw

Rubriklistenbild: © Youtube Screenshot

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