Ein Hanselko-Tor nach 66 Spielen

Rosenheim - Das alte Jahr mit der 1:3-Niederlage in Dresden zum Ausklang ist abgehakt. Denn zum Auftakt ins Jahr 2013 feierten die Starbulls gleich zwei Siege.

Aus dem Archiv: Starbulls - Bremerhaven

Anders als im Vorjahr (2:6 zum Auftakt in Kaufbeuren) starteten die Starbulls gleich mit zwei Erfolgen und einem Sprung auf Platz drei. Offiziell wird zwar Vorgänger Bremerhaven noch als Dritter geführt, doch die Starbulls haben bei Punktgleichheit noch zwei Begegnungen "in Reserve".

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Homogen und defensivstark

Um mit einem Sieg gegen die Fischtown Pinguins an diesen vorbeizuziehen, waren nicht zuletzt die "Special Teams" gefragt. Und die Statistik zeigte eigentlich ein deutliches Plus für die Nordlichter, denn während beide Teams mit annähernd gleicher Unterzahl-Effektivität beim Durchschnitt der Liga agieren, waren im Powerplay, wo die Starbulls ebenfalls Durchschnitt repräsentieren, die Pinguins einsame Spitze in der Liga: Mit über 24 Prozent Powerplay-Ausbeute gestalten sie die Überzahl um fast die Hälfte erfolgreicher als die Starbulls (knapp 16 Prozent). Im Spiel am Sonntag war davon wenig zu merken, denn obwohl Liga-Topscorer Brendan Cook (auch im dritten Spiel gegen Rosenheim punktlos) und seine Nebenleute während knapp neun Minuten Powerplay zwar Chancen en masse produzierten, gelang ihnen kein einziger Treffer, wogegen die Starbulls durch ein Powerplaytor von Ryan Del Monte in Führung gingen (später allerdings weitere knapp 14 Minuten Überzahl erfolglos absolvierten).

Ebenso souverän wie das Penaltykilling war die gesamte Rosenheimer Defensivleistung, auch schon zwei Tage zuvor in Heilbronn. Fast 97 Spielminuten lagen zwischen dem einzigen Heilbronner und dem einzigen Pinguins-Treffer, die zweitlängste Phase ohne Gegentor in dieser Saison und die drittlängste in der 2. Liga. Da verwundert es nicht, dass die Starbulls zwar bei den geschossenen Toren ebenfalls nur Duchschnitt sind (fünf Teams haben mehr Tore pro Spiel erzielt), nach den Schwenningern aber den zweitstabilsten Abwehr-Beton anrühren. Zusätzlich zu zwei Shutouts gestatteten Pasi Häkkinen und seine Vorderleute in weiteren neun Matches dem jeweiligen Gegner gerade mal ein einziges Tor.

Vergangene Woche stand an dieser Stelle zu lesen, die Starbulls könnten nicht gewinnen, wenn ihr Top-Duo Caruana/Squires nicht scort. Dies haben sie an diesem Wochenende eindrucksvoll widerlegt. In Heilbronn blieben die beiden erneut ohne Scorerpunkt, und Squires' Empty-Net-Goal gegen Bremerhaven war nur noch das Tüpfelchen auf dem i, und dennoch gingen alle Punkte an Rosenheim. Dafür sprangen andere in die Bresche. Stephan Gottwald wirkt zwar in vielen Szenen immer noch nicht wie die Tormaschine der vergangenen Jahre, hat aber in den drei letzten Begegnungen stets getroffen (und schießt, nebenbei erwähnt, die Mehrzahl seiner Tore auswärts), und Ryan Del Monte, an dem man in torlosen Spielen schon fast verzweifeln konnte, sorgte erst in Heilbronn für den Sieg-, und zwei Tage später für den Führungstreffer. Der Gamewinner gegen die Pinguins war Robin Hanselko herzlich gegönnt, der kämpferisch immer einer der stärksten Rosenheimer ist, aber als Scorer sonst kaum in Erscheinung tritt. Sein Tor war das erste nach 66 Spielen; zuletzt traf er am 28. Dezember 2011 beim 7:2 in Bietigheim.

Ebenfalls neu an diesem Wochenende: Die Starbulls steckten es beide Male locker weg, nach einem eigenen Tor postwendend einen Gegentreffer zu kassieren. In Heilbronn glichen die Falken Gottwalds Führungstreffer 51 Sekunden später aus, die Pinguins erzielten ihr einziges Tor nur 27 Sekunden nach dem 3:0. Dreimal hatten die Starbulls in der laufenden Saison zuvor solch einen Dämpfer hinnehmen müssen, und dreimal hatten sie auch verloren.

Mit den beiden Gegnern dieses Wochenendes verbinden Franz Steers Jungs überhaupt gute Erinnerungen. Bereits zum fünften Mal in 15 Begegnungen gelang Heilbronn nur ein einziger Treffer, und der glatte Playoff-"Sweep" 2011 (vier Spiele, vier Siege) gegen die in der Tabelle damals weiter vorn liegenden Falken ist noch unvergessen. Gegen Bremerhaven haben die Starbulls zu Hause in sechs Spielen erst einen einzigen Punkt abgegeben und insgesamt (daheim und auswärts) seit sieben Spielen nicht mehr in regulärer Spielzeit verloren.

Manfred Eder/Oberbayerisches Volksblatt

Rubriklistenbild: © Ziegler

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