"Wir hätten Dibelka haben können"

Rosenheim - Die beiden Gegner der Starbulls am Wochenende sollte man trotz ihrer Platzierungen in der Tabelle nicht unterschätzen.

Die Tabelle sagt zwar etwas anderes, denn die Wochenend-Gegner der Starbulls Rosenheim stehen nur auf den Plätzen sieben (SC Riessersee) und elf (Schwenningen), doch beide Teams sind in den letzten Wochen sehr erfolgreich und der Weg in der Tabelle führte steil nach oben.

Volle Punktezahl aus den letzten sieben Spielen holten Heilbronn (satte 21 Zähler), dann folgen Landshut sowie die beiden Starbulls-Gegner Riessersee und Schwenningen mit jeweils 15 Punkten. Rosenheim dagegen schaffte in den letzten sieben Begegnungen lediglich neun Punkte.

Beim heutigen Gastspiel um 20 Uhr in Garmisch, wohin die Starbulls von rund 1000 Fans begleitet werden, wartet auf die Rosenheimer im Oberbayern-Derby ein mit viel Selbstvertrauen ausgestatteter Gegner. Absoluter Star der Garmischer ist Libor Dibelka, der sich in den letzten Jahren zu seiner Peitinger Oberliga-Zeit zum Schreckgespenst der Starbulls entwickelt hat und in dieser Saison der ganzen Liga das Fürchten lehrt. Der Tscheche führt mit 17 Toren in 17 Spielen die Torschützenliste an und auch in der Skorerwertung (Beihilfen und Tore) liegt Dibelka ligaweit ganz vorne. „Im Nachhinein muss ich sagen, dass ich einen Fehler gemacht habe, denn wir hätten Dibelka holen können. Aber ich habe ihm nicht zugetraut als Ausländer eine so gute Rolle zu spielen. Davor ziehe ich den Hut. Auffällig bei ihm ist das schnelle Umschalten von Defensive auf Offensive. Und wenn er mit seinen beiden Sturmpartnern Appel und Collins eine Überzahlsituation vorfindet wird es brandgefährlich. Das spielen sie wirklich stark“, sagt Starbulls-Trainer Franz Steer. Weil die Starbulls aber auswärts zurzeit taktisch disziplinierter spielen als zu Hause und deshalb in der Fremde punktemäßig auch erfolgreicher sind, ist Steer zuversichtlich. Auch deshalb, weil er mit Verteidiger Ryan Gaucher (Steer: „Er braucht noch ein bisschen Zeit bis er sein volles Potenzial abrufen kann“) und Patrick Asselin (Steer: „Torgefährlich mannschaftsdienlich, gute Einstellung und schlittschuhläuferisch ähnlich wie Hannus“) zwei Spieler verpflichtet hat, die das spielerische Niveau der Starbulls deutlich anheben werden.

Das ist auch nötig, wollen die Rosenheimer weiter in der Spitzengruppe mitmischen. Dazu müssen die Starbulls allerdings auch ihre Heimbilanz verbessern. Aktuell sind nur die beiden Vorjahresfinalisten Ravensburg, Schwenningen und Hannover zu Hause schlechter als Rosenheim. „Natürlich wollen die unsere Heimspiele gewinnen, doch dazu müssen sich die Spieler auch besser an die taktischen Anweisungen halten. Die anderen Mannschaften haben durch die Bank gute Stürmer, die unsere Leichtsinnsfehler sofort ausnutzen“, weiß Steer und da hat Sonntag-Gegner Schwenningen mit Jean-Luc Sleigher wie Rosenheim mit Asselin nachgelegt. Und der Franco-Kanadier erwischte wie der neue Schwenninger Keeper Mathias Lange einen Traumeinstand. Sleigher erzielte beim 3:0-Erfolg in Bremerhaven alle drei Tore und der Deutsch-Österreicher Lange (früher Düsseldorf und Ravensburg) blieb ohne Gegentreffer. Schwenningen hat aber auch noch andere Klassespieler in seinen Reihen wie zum Beispiel die Verteidiger Adam Borzecki (Polen), Chris Schmidt (Deutsch-Kanadier) oder den Kanadier David Walker. Klangvolle Namen findet man auch im Sturm mit Dan Hacker (USA), Jason Pinizzotto (Deutsch-Kanadier), Brock Hooton (Kanada) sowie den Deutschen Matthias Forster und Peter Boon.

Ein ganz besonderes Spiel ist es natürlich für den Ex-Schwenninger Ryan Gaucher, der erstmals gegen seinen Ex-Verein spielt, wo er von 2009 bis 2011 zu den besten Verteidigern der 2. Bundesliga gehörte, dann aber ausgemustert wurde. Vielleicht gelingt ihm am Sonntag das gleiche Kunststück wie seinem Verteidiger-Partner Peter Kathan, der mit ihm schon in Schwenningen ein Verteidiger-Paar bildete. Kathan erzielte beim 5:4-Sieg in Schwenningen am 23. Oktober zwei Tore gegen seinen Ex-Verein.

Personell müssen die Starbulls in Garmisch und zu Hause gegen die Wild Wings auf den verletzten Michael Rohner verzichten. Für ihn spielen heute Max Renner und am Sonntag Max Meirandres, weil Renner genauso wie Stürmer Dominik Luft am Samstag zur U20-Nationalmannschaft fährt, die sich für die U20 Weltmeisterschaft vorbereitet.

bz/Oberbayerisches Volksblatt

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