Dalpiaz: "So geht man nicht mit einem Spieler um"

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Rosenheim - „Das ist keine Art und Weise wie man mit einem Spieler umgeht, mit dem man zwei Jahre zusammengearbeitet hat. Das hat kein Niveau“, Starbulls-Torhüter Claus Dalpiaz ist schwer enttäuscht.

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Dalpiaz ist schwer enttäuscht

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"Ich bin von Franz Steer schwer enttäuscht. Das ist keine Art und Weise wie man mit einem Spieler umgeht, mit dem man zwei Jahre zusammengearbeitet hat. Das hat kein Niveau", erklärte gestern Starbulls-Torhüter Claus Dalpiaz gegenüber der OVB-Sportredaktion.

Der Grund warum Dalpiaz so angefressen ist und "mit den Starbulls abgeschlossen hat": Franz Steer hat Dalpiaz gestern um 7.30 Uhr per SMS benachrichtigt, dass er sich für die Verpflichtung eines ausländischen Torhüters entschlossen hat. Zu diesem Zeitpunkt stand allerdings noch nicht fest, dass Norm Maracle das Starbulls-Vertragsangebot so schnell annimmt. "Claus war der erste, dem ich meine Entscheidung mitgeteilt habe. Dass ich das zunächst per SMS getan habe hat zwei Gründe: Erstens wollte ich so früh nicht anrufen und zweitens musste ich zu der Beerdigung von meinem Onkel. Danach wollte ich Claus persönlich informieren", versichert Steer.

Dalpiaz sieht das allerdings anders: "Ich hätte einen Anruf von ihm erwartet. Die Starbulls und Steer haben mich jetzt wochenlang hingehalten. Ich habe nie ein Vertragsangebot erhalten, obwohl ich bereit gewesen wäre nächste Saison auch für weniger Geld für die Starbulls zu spielen", ist Dalpiaz enttäuscht. "Ich habe von Franz Steer lediglich gehört, dass es im Profisport keine Dankbarkeit gibt", sagt Dalpiaz, der in den letzten Wochen kein gutes Gefühl hatte und sich deshalb auch um ein berufliches Standbein nach seiner langen Eishockey-Karriere bemühte. "Die Meinung, dass ich keine 54 Spiele durchhalten kann oder dass ich zu alt sei und die Mannschaften mit deutschen Keepern in der 2. Liga ganz hinten mitgespielt haben, kann ich nicht teilen. Für mich gibt es nicht alte oder junge, sondern nur gute oder schlechte Spieler", legt Dalpiaz nach und fügt an: "München ist mit zwei deutschen Keepern aufgestiegen und ich habe letzte Saison gute Leistungen abgeliefert".

Das bestreitet auch Starbulls-Trainer Franz Steer nicht, der die Vorwürfe von Dalpiaz als unprofessionell bezeichnet. "Immerhin hat Dalpiaz zwei Jahre gutes Geld bei uns verdient. Im Profisport ist es nun mal so, dass sich die Wege trennen", sagt Steer. Bei den offenen Gesprächen, die beide führten, hatte Steer allerdings "nicht den Eindruck, dass Claus seine volle Konzentration unbedingt auf das Eishockey legen will." Deshalb entschied sich Steer für einen ausländischen Keeper, weil bei der Besetzung der Torhüterposition immer die Kostenfrage eine große Rolle spielte: "Meine Meinung ist nun einmal, dass Claus nicht die ganze Saison durchgehalten hätte. Also hätte ich noch einen zweiten starken deutschen Torhüter verpflichten müssen. Und das hätte meinen finanziellen Rahmen gesprengt. Noch dazu, weil ich nicht das Gefühl hatte, dass Claus von seinen Forderungen herunter gehen würde." Laut Steer kommt die Starbulls die Verpflichtung von Maracle nicht teuerer, als ein neuer Vertrag für Dalpiaz. Als Back-up-Goalie holten die Starbulls übrigens den ehemaligen DNL-Torhüter Timo Ewert zurück nach Rosenheim.

bz/Oberbayerisches Volksblatt

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