Neun Überzahltore für Rosenheim aus den letzten vier Begegnungen - Gottwalds Skorer-Serie gerissen

Liga-Bestmarke im Powerplay!

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Starbulls-Verteidiger Dominic Auger war in Bremerhaven nicht unter den Torschützen zu finden.

Rosenheim - Ein Spiel, auswärts, beim ehemaligen Tabellenführer - das könnte eine Nullnummer werden. Aber die Starbulls kamen mit einem Punkt nach Hause.

Wenn eine Mannschaft an einem Wochenende nur ein Spiel austrägt, dieses auswärts, und das noch dazu bei einem Klub, der vor kurzem noch Tabellenführer war, dann ist die Gefahr, eine "Nullnummer" zu erleiden, groß.

Doch das Starbulls-Schiff manövrierte gekonnt um die rauen Nordseeklippen, schlug zwar leck, sank aber nicht. Im Klartext: Wenigstens einen Punkt konnte man vom am weitesten entfernten Gegner mit nach Hause bringen, und nur sieben Sekunden fehlten, um im Penaltyschießen vielleicht noch einen zweiten Zähler zu ergattern. So aber lautet die Overtime-Erfolgsquote der laufenden Saison nach wie vor: Null, nachdem man am ersten Wochenende den Gästen aus Hannover den Zusatzpunkt hatte überlassen müssen. Zum Vergleich: Im Vorjahr schossen die Starbulls drei "Golden Goals" und kassierten vier. Die Shootout-Bilanz war mit je zwei Siegen und Niederlagen ausgeglichen.

Dass es trotz dreimaliger Führung nicht zum Sieg reichte, lag nicht nur, aber auch am Referee, der in einem beiderseits fair geführten Spiel die Rosenheimer rund sieben Minuten länger zur Unterzahl verdammte als er ihnen Überzahl bescherte. Schon einmal gab es heuer ein ähnliches Missverhältnis, ebenfalls zu Ungunsten der Starbulls, nämlich am 9. Oktober beim 2:3 in Kaufbeuren, wo die Allgäuer gleich 7:40 Minuten länger im Powerplay spielen konnten als ihre Gäste. Es ist lange her, dass dieses Verhältnis einmal umgekehrt war, nämlich 26 Spiele, denn am 25. Februar dieses Jahres wurden Franz Steers Mannen letztmals vom Referee so verwöhnt, als sie gegen Heilbronn neun Minuten länger in Überzahl als in Unterzahl agieren durften. Das Spiel ging damals trotzdem 2:3 in Overtime verloren.

Heute würde das vielleicht anders aussehen, denn die Starbulls haben, man höre und staune, inzwischen mit 27,04 Prozent das erfolgreichste Powerplay der Liga! Eine Momentaufnahme, wird Steer einwenden, aber diese Momentaufnahme sah schon einmal ganz anders aus, als in den ersten zwei Saison-Wochenenden nur die Eispiraten aus Crimmitschau in Überzahl erfolgloser agiert hatten. In den letzten vier Begegnungen aber nutzten Quirk, Strakhov & Co. gut 33 Minuten Überzahl zu neun Treffern, und ganz leer gingen sie schon sieben Spiele lang nicht mehr aus. Allerdings hat parallel dazu die Erfolgsquote in Unterzahl, mehrere Wochen lang fast spitze, etwas gelitten, denn mit 84,75 Prozent "Schadlosigkeit" rangiert man hier im auf Platz fünf, auch weil man in den letzten beiden Matches Schwenningen und Bremerhaven je zwei Powerplay-Tore gestattete.

Am Sonntag riss nicht nur die Serie von vier Siegen in Folge (erst einmal hatte man in der Zweitliga-Neuzeit eine längere Serie erarbeitet, nämlich acht im vergangenen Play-off), sondern auch die persönlichen Serien von "Goldhelmchen" Stephan Gottwald. Der Starbulls-Kapitän hatte zuvor in sieben Spielen in Folge gepunktet bzw. bei Toren assistiert. Bei den Scorerpunkten (fünf Tore, acht Assists) reichte dies zum aktuellen Rang vier (er selbst, Mitch Stephens und Tommi Hannus waren im Vorjahr schon für längere Zeit ununterbrochen im Scorerprotokoll gestanden), aber in der Serie von sieben Spielen mit Assists hat er seine eigene Bestleistung egalisiert.

Kleinere Erfolgsstrecken haben Corey Quirk und Simon Wenzel am laufen, die in den letzten fünf Begegnungen stets punkten konnten. Wenzel, der scorermäßig noch einer tollen Testspielbilanz einen etwas verkorksten Start hatte, konnte nach vier Spielen als Vorbereiter nun endlich das erste Punktspieltor seit seiner Rückkehr aus Heilbronn bejubeln, und da auch Beppo Frank erstmals traf (und dazu mit einem Assist seinen ersten Punkt außerhalb des Powerplays verbuchte) und Vorbereitungs-Top-Torjäger Geordie Wudrick seine neun Spiele andauernde Durststrecke beendete, gingen die Punkte diesmal an das "secondary" oder gar "third-level scoring". Aber auch das ist sicher nur eine Momentaufnahme...

em/Oberbayerisches Volksblatt

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