Auswärtsspiel in Crimmitschau

Starbulls verspielen 3:0-Führung im Kellerduell

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Crimmitschau - Das darf doch nicht wahr sein: Die Starbulls lagen am Abend beim Gastspiel bei den Eispiraten Crimmitschau schon mit drei Toren in Führung - und mussten sich am Ende dennoch mit einem Zähler begnügen!

Die Rosenheimer gingen in der 14. Minute durch Manuel Edfelder in Front. Nach der ersten Pause bauten die Oberbayern durch ein "Blitztor" von Michi Baindl nach nur wenigen Sekunden (21.) und Leopold Tausch (29.) aus. Crimmitschau gab sich aber längst noch nicht geschlagen und kam durch Jason Pinizzotto (31.) und Patrick Pohl (33.) wieder heran. 

Im letzten Drittel war es wiederum Pohl (52.), der die Westsachsen mit seinem 3:3-Ausgleich in die Verlängerung brachte. In dieser gelang Andre Schietzold in der 63. Minute der 4:3-Siegtreffer für die Westsachen, die die Grün-Weißen in der Tabelle damit überholt haben.

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Ausschlaggebend für das temporäre versinken der Rosenheimer Eishockeyspieler im Tabellenkeller war das jüngste „Null-Punkte-Wochenende“, bei dem die Grün-Weißen in Bayreuth eine starke Auswärts-Performance nicht zu krönen verstanden und im Heimspiel gegen die Lausitzer Füchse mit zunehmender Spieldauer nicht nur körperlich müde, sondern „von allen guten Eishockey-Geistern verlassen“ schienen.

"Die Blockade liegt eher im Kopf"

Doch Trainer Franz Steer relativiert: „Natürlich haben sich Stephan Kronthaler und Josef Lewis bei den beiden Gegentoren zum 0:2 und 0:3 düpieren lassen. Aber die Fehler, die zu diesen Situationen erst führten, sind zuvor in der neutralen Zone durch andere Spieler passiert. Wir haben die Spiele des letzten Wochenendes und die späten Gegentore analysiert und ich habe die Spieler gefragt, ob es an der fehlenden Kraft lag. Aber das haben sie verneint. Die Blockade liegt wohl eher im Kopf. Jedenfalls habe ich noch nie eine so niedergeschlagene Mannschaft gesehen wie unsere nach dem Spiel am letzten Sonntag“.

Gleichwohl verteidigt der Starbulls-Trainer seine Spieler leidenschaftlich: „Das sind gute Jungs und eine intakte Mannschaft. Sie hat natürlich in den letzten Spielen einige entscheidende Fehler gemacht, die dann auch sofort bestraft wurden. Aber insgesamt ist sie defensiv kompakter gestanden und hat deutlich weniger zugelassen, als in vielen Spielen vor der Länderspielpause. 

In Bayreuth nach der 1:0-Führung und zuhause gegen Weißwasser haben einfach die eigenen Tore gefehlt, um diese Spiele zu gewinnen. Und dass da jetzt von draußen auf einzelne Spieler eingeschlagen wird, dagegen wehre ich mich. Ich verstehe den Frust bei Zuschauern und Fans, aber dann sollen sie über mich herfallen und nicht über die Mannschaft!“

Wechsel in der Mannschaft 

Dominik Daxlberger steht vor der Rückkehr ins Team. Vielleicht wird das Trikot mit der Nummer 17 am Freitag oder Sonntag in der Spielerkabine der Starbulls erstmals vor einem Punktspiel in dieser Saison bereit hängen, und dass Daxlberger auch tatsächlich Eiszeit bekommt hält Franz Steer durchaus für möglich. 

Simon Heidenreich (Schulterverletzung) muss auf seine Rückkehr dagegen noch warten. Gleiches gilt – neben Christian Neuert natürlich – leider wohl auch für Simon Fischhaber. Seine Bronchitis ist zwar auskuriert, aber nun macht eine schon überwunden geglaubte Knieverletzung dem Stürmer wieder zu schaffen. Klar dürfte dagegen sein, dass Timo Herden das Tor der Starbulls hüten wird, nachdem er in den beiden Spielen des vergangenen Wochenendes überzeugte.

Auch Gegner aus Westsachsen kampfbereit

Starbulls-Gegner Crimmitschau will seinen Kader verstärken und hat dafür Kontakt zu Verteidiger Steve Hanusch (zuletzt Krefeld) und dem ebenfalls vereinslosen Stürmer Björn Bombis (vormals Bremerhaven) aufgenommen. 

Auf der anderen Seite wurden Bestrebungen von Vereinsseite öffentlich, den Vertrag mit dem deutsch-slowakischen Stürmer Ivan Ciernik auflösen zu wollen, die aber scheiterten. Ciernik wird am Freitag gegen die Starbulls also auflaufen, ganz im Gegensatz zu Vincent Schlenker (Mittelfußbruch), Daniel Bucheli (Schultereckgelenksprengung) Bernhard Keil (Adduktorenprobleme) und Alexander Karachun (wird von Kooperationspartner Wolfsburg für das ersatzgeschwächte DEL-Team gebraucht). Hinter den Einsätzen von Jakub Körner (gebrochener Finger) und Danny Pyka (Rückenprobleme) stehen Fragezeichen.

Eispiraten trotz Siegserie noch Tabellenletzter

Angesichts eines ausgedünnten Kaders waren die Auftritte der Eispiraten am vergangenen Wochenende sehr bemerkenswert: Gegen den unangefochtenen Tabellenführer aus Bietigheim siegte die Mannschaft von Trainer Chris Lee sensationsgleich mit 3:0, und auch aus Heilbronn entführte sie am Sonntag immerhin einen Punkt (3:4 nach Verlängerung). 

In beiden Spielen hatte der Gegner jeweils deutlich mehr vom Spiel und das Gros an Torschüssen, doch die Westsachsen nutzten ihre Torchancen in den wichtigen Spielmomenten und konnten sich auf ihren ganz stark agierenden kanadischen Torwart Ryan Nie verlassen. 

Dass die mit den Starbulls punktgleichen Eispiraten trotzdem noch Tabellenletzter sind, ist vor allem der Negativserie zuvor mit fünf Spielen ohne Punktgewinn geschuldet. Es ist also ein echtes Kellerduell, das am Freitagabend im Sahnpark zwischen Crimmitschau und Rosenheim steigt, und die Starbulls dürfte ein heißer Tanz erwarten. Nicht nur, weil der Gegner dank des Überraschungserfolgs im letzten Heimspiel Blut geleckt hat, sondern auch, weil er sich sicher für die deftige 1:6-Niederlage im ersten Aufeinandertreffen am siebten Spieltag im emilo-Stadion revanchieren will.

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Starbulls Rosenheim/mw/mb

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