Maracle wie einst Zinedine Zidane

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Bitterer Abgang für Norm Maracle.

Heilbronn - Die entscheidende Szene der Partie in der 2. Eishockey-Bundesliga zwischen den Heilbronner Falken und den Starbulls Rosenheim spielte sich bereits in der 14. Minute ab - Mitten drin: Norm Maracle.

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Die Gäste hatten bis dahin ein hervorragendes Spiel gezeigt, durch Treffer von Stephen Werner und Tommi Hannus mit 2:0 geführt und waren bei weiteren Gelegenheiten von Mitch Stephens, Stephan Gottwald und Dominic Auger dem dritten Treffer näher als die Hausherren dem Anschluss. Dann attackierte Heilbronns Angreifer Tomas Martinec im Anschluss an einen Angriff den Rosenheimer Schlussmann Norm Maracle mit dem Stock und wohl auch verbal. Maracle ließ sich zu einer Gegenreaktion hinreißen und bekam nach einem Kopfstoß gegen den früheren deutschen Nationalspieler eine Matchstrafe. Ergebnis: Die Starbulls mussten fünf Minuten in Unterzahl spielen, Timon Ewert musste fortan zwischen die Holme und bei Heilbronner Überzahl gleich zwei Gegentreffer hinnehmen. Die Hausherren hatten nun Fahrt aufgenommen und rangen die Starbulls mit 5:3 nieder.

Rosenheims Trainer kochte: „Was Martinec macht, hat mit Sport nichts zu tun“, schimpfte Franz Steer, „die Reaktion von Norm geht dann natürlich auch nicht. Aber Martinec war der eigentliche Auslöser und ist dafür nicht bestraft worden.“

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Erst durch den Ausraster des Rosenheimer Top-Goalies á la Zinedine Zidane war Heilbronn wieder im Spiel: Der überragende Fabio Carciola, der an vier der fünf Hausherren-Tore beteiligt war, und Luigi Calce konnten die Starbulls-Führung noch im ersten Drittel im Powerplay egalisieren. Die Gäste zeigten sich aber noch und kämpften, Marcus Marsall erzielte in Überzahl sein erstes Zweitliga-Tor, nachdem die Rosenheimer noch einmal gut Druck ausübten.

Doch dann ging es bergab mit den Starbulls: Ewert konnte gegen Fabian Krull und Toni Ritter zweimal sehr gut parieren, dann rutschte ein Schuss von Justin Cox durch – 3:3. Für die erstmalige Führung der Gastgeber sorgte dann neuerlich Carciola, der wieder in Überzahl erfolgreich war. Rosenheim versuchte noch einmal alles: Marsall scheiterte an Briggs, Floppo Zeller traf in Überzahl die Latte. Auf der anderen Seite nutzten die Heilbronner die nächste Powerplay-Situation zum 5:3, als Pat Baum traf.

Trainer Franz Steer und seine Mannen müssen jetzt schnellstmöglich den Blick wieder nach vorne richten, denn bereits am morgigen Dienstag findet das Nachholspiel in Bietigheim statt. Dann wird Ewert, der in Heilbronn einige gelungene Paraden zeigte, von Beginn an im Rosenheimer Tor stehen. Wie lange Maracle fehlen wird, steht noch nicht fest. Allerdings trifft es sich gut, dass die Verhandlungen mit einem „Notfall-Torhüter“ im Laufe des gestrigen Tages erfolgreich abgeschlossen wurden. Der unterschriebene Vertrag ist mittlerweile eingetroffen, so dass Marek Mastic ab sofort zum Kader der Starbulls gehört und wohl noch diese Woche in Rosenheim eintreffen wird.

Statistik:

Heilbronner Falken – Starbulls Rosenheim 5:3 (2:2, 2:1, 1:0)

Tore: 0:1 (8.) Werner/Frank, 0:2 (11.) Hannus/Gottwald, Auger, 1:2 (15.) Carciola/Leveille, Calce, 2:2 (16.) Calce/Carciola, Leveille, 2:3 (24.) Marsall/Kunes, Zeller, 3:3 (31.) Cox/Slattengreen, Johnson, 4:3 (37.) Carciola/Martinec, Cox, 5:3 (43.) Leveille/Carciola, Johnson

Schiedsrichter: Küng (Schweiz)

Strafminuten: Heilbronn 12, Rosenheim 16 plus Matchstrafe Maracle

Zuschauer: 1509

tn/Oberbayerisches Volksblatt

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