Der Meister kommt zum Gipfeltreffen

Rosenheim Stadt - Erster gegen Zweiter, so lautet die Konstellation, wenn der amtierende Meister Bietigheim Steelers den Starbulls morgen seine Aufwartung macht.

Am morgigen Freitag, 27. September, kommt es um 19.30 Uhr im Rosenheimer Kathreinstadion zu einem wahrhaften Spitzenspiel. Erster gegen Zweiter, so lautet die Konstellation, wenn der amtierende Meister Bietigheim Steelers seine Aufwartung beim aktuellen Tabellenführer in Rosenheim machen wird.

Mit keinem anderen Team mussten die Starbulls vergangene Saison so häufig die Klingen kreuzen wie mit den Steelers. Gleich 12x gab es diese Begegnung, incl. DEB Pokal und die Bilanz sah dabei alles andere als günstig für die Oberbayern aus. 9 Siegen von Bietigheim standen dabei 3 Rosenheimer Erfolge gegenüber. Alle drei Starbulls Siege wurden während des Play Off Halbfinales zuhause erzielt, in dem die Schwaben knapp mit 4:3 Siegen die Oberhand behielten. Auch das in Bietigheim ausgetragene Pokalfinale ging mit 2:1 knapp an die Steelers und brachte diesen das "Double" ein.

Freilich, einen Platz in der DEL brachte dieser herausragende Erfolg den Schwaben nicht ein. Bekanntlich konnte sich der Finalgegner und Vizemeister Schwenningen den frei gewordenen Platz im Oberhaus ergattern, was im Bietigheimer Umfeld für nicht unerhebliche Verstimmungen gesorgt hatte. Die Frage, die sich alle Experten im Vorfeld dieser Saison gestellt hatten lautete daher auch folgerichtig: Welche Auswirkungen wird diese Nichtberücksichtigung auf die Mannschaft und Fans der Schwaben haben? Fallen sie jetzt in ein ähnliches Motivationsloch wie zuvor schon ihre Vorgänger aus Landshut und Ravensburg? Nun, diese Frage kann bisher noch nicht abschließend beantwortet werden, zu jung ist noch die neue Saison.

Allerdings lässt sich durchaus konstatieren, das die Mannschaft aus dem Ellental gut aus den Startblöcken gekommen ist, was sich auch an dem aktuellen zweiten Tabellenplatz ablesen lässt. Dabei musste das Team von Trainer Kevin Gaudet im Vorfeld der Saison einen großen und vor allem qualitativen Aderlass hinnehmen. Nahezu die komplette erste Garde der Meistermannschaft verließ den Club. Matthias Lange, Marcel und David Rodman, Doug Andress und P.J. Fenton wechselten den Arbeitgeber und ließen viele Anhänger der Schwaben schwarz sehen im Bezug auf die neue Saison. Nach und nach gelang des den Stuttgarter Vorstädtern jedoch diesen Malus auszugleichen, indem man sich kurzerhand bei der Konkurrenz bedient hat. U.a. sicherte man sich die Dienste von Rosenheims letztjährigem Topscorer Gregory Squires, der am Freitag erstmals gegen seine alten Teamkollegen antreten wird und auch bei den Lausitzer Füchsen wurde man fündig und konnte deren Topspieler Matt McKnight von der Lausitz ins Ellental lotsen. Für Aufsehen sorgte auch der Transfer von David Wrigley, der sich vor allem beim EHC München einen Namen gemacht hatte und als eine Tormaschine gilt.

Grade auf das Duo Squires/ Wrigley setzt man in Bietigheim große Hoffnungen und wie es scheint zu Recht. Beide Spieler können in den bisher 4 gespielten Partien bereits zusammen auf 18 Scorerpunkte verweisen, wobei Squires mit seiner Geschwindigkeit zumeist als Vorlagengeber fungiert. Nicht verlängert hingen wurde der "Try out" Vertrag mit Marc Cavosie. Bis dato liegen auch keine Informationen vor, in wie fern man noch mal auf dem Transfermarkt tätig werden wird um die frei gewordene Kontingentstelle zu ersetzen. Einen herben Ausfall mussten die Steelers außerdem bei ihrem Auftritt beim SC Riessersee hinnehmen. Robin Just verletzte sich schwer, erlitt einen Muskelabriss und wird seinem Team länger nicht zur Verfügung stehen. Das bringt den kleinen Kader der Schwaben natürlich schon frühzeitig unter Druck und man darf gespannt sein, in wie fern sich die dünne Spielerdecke diese Saison auf die Leistung des Teams auswirken wird. Aber bereits in der vergangenen Spielzeit haben die Mannen von Gaudet bewiesen, das bisweilen durchaus Klasse und Teamgeist über Ausgeglichenheit zu triumphieren vermögen.

Während die Starbulls das noch einzige Team sind, das ohne Verlustpunkte dasteht, mussten die Schwaben bereits eine Niederlage nach Verlängerung in Dresden hinnehmen. Zuletzt gewann man jedoch klar und deutlich das Heimspiel gegen Kaufbeuren mit 7:3. Die Starbulls sind heiß auf diese Partie und brennen vor allem auf Revanche . Nur allzu gerne würde man mit einem weiteren Sieg im Gepäck zum Derby nach Landshut reisen. Die Mannschaft von Franz Steer ist gut in Form, zeigte sich sowohl spielerisch als auch kämpferisch in guter Verfassung. Voller Selbstvertrauen geht man daher auch das kommende Wochenende an um die Erfolgsserie möglichst weiter ausbauen zu können.

Olaf Lüeße

Rubriklistenbild: © dpa

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