Kommt nächste Saison die DEL2?

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Das, was die Fans während der Saison (hier in der Rosenheimer Mangfallkurve), per Plakat forderten, könnte für die Zweitligisten nun doch Realität werden.
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München - Die Saison ist noch nicht vorbei und schon beginnt das Sommertheater. Der DEB hat der 2. Liga nun angeboten, unter sein Dach zurückzukehren. Die Klubs haben aber einen anderen Plan:

Wie rosenheim24 nun erfahren hat, ist eine sogenannte "DEL 2" (Deutsche Eishockey Liga 2) für die nächste Saison keineswegs abwegig - sondern sogar durchaus realistisch. Laut dem dritten Starbulls-Vorstand Richard Diebald, der dies am Donnerstag in einem Interview bei Radio Charivari auch bestätigt hat, hat es dazu vor Wochen sogar schon in Erding erste Diskussionen (zwischen DEL- und ESBG-Vertretern) gegeben, in die auch dessen Vorstandskollege Willi Graue involviert war.

"Die Gespräche mit dem DEB sind so gut wie gescheitert. Als Gesprächspartner hatten wir einen DEB-Präsidenten (Anm. der Red.: Uwe Harnos), der leider überhaupt keine Diskussionen und Kompromisse zulässt. Das hat dazu geführt, dass die Zweitliga-Klubs auf das Gesprächsangebot der DEL freudig reagiert haben. Die ersten Ansätze vor sechs Wochen waren bereits sehr konstruktiv, aber es waren auch noch Diskrepanzen zu sehen", so Diebald, der aber noch nicht exakt sagen konnte, unter welchem "Dach" die zweite Liga in der nächsten Saison an den Start gehen wird.

"Gründen auch neue Gesellschaft!"

Aktuell scheint es aber so, als würden die Zweitligisten das Ziel verfolgen, das deutsche Profi-Eishockey wieder unter einem Dach - also zusammen mit der Deutschen Eishockey Liga (DEL) - zu vereinigen. Das stellten auch die Klubsprecher Ernst Rupp (Heilbronn) und Volker Schnabel (Bietigheim) klar. "Es ist Zeit, ein Signal zu setzen. Wenn es sein muss, dann wird eine neue GmbH gegründet, die die ESBG ersetzt", sagten die beiden der Fachzeitschrift Eishockeynews.

Enge Zusammenarbeit bereits ab nächster Saison?

Am Donnerstag haben die Zweitliga-Vertreter bei einem Treffen in Hannover ihre Idee weiter konkretisiert. Demnach soll es bereits ab der Saison 2013/14 eine enge Zusammenarbeit mit der DEL in Sachen Spiel- und Lizenzordnung und Schiedsgerichtsbarkeit geben. Mittelfristig soll dann auch unter anderem die Vermarktung gemeinsam erfolgen (DEL/DEL2). "DEL2" wird wohl auch der Name für die zweite Liga in der kommenden Saison sein. Darauf haben sich die Zweitliga-Klubs nahezu einstimmig bei dieser Sitzung verständigt.

Bereits auf die (ersten) Gespräche zwischen DEL und ESBG hatte der Deutsche Eishockey Bund übrigens prompt mit einer Pressemitteilung und einem "Rückkehr-Angebot" unter das Dach des Verbandes reagiert.

Die Pressemitteilung des DEB im Wortlaut:

"Der Deutsche Eishockey-Bund e.V. (DEB) hat am 18. April den Clubs der 2. Bundesliga die Teilnahme an einer vom DEB geführten Liga ab der Saison 2013/14 angeboten. Damit soll den Clubs eine rechtlich sichere und sportlich reizvolle Grundlage für die nächste Saison gegeben werden. Aufgrund der seitens der Eishockeyspielbetriebsgesellschaft (ESBG) ausgesprochenen Kündigungen der Kooperationsverträge mit dem DEB und den Landeseissportverbänden (LEV) sind die Clubs der 2. Bundesliga ab 1. Juni rechtlich und sportlich nicht mehr an den nationalen und internationalen Verbandsbereich angeschlossen.

Die anhängigen Rechtsstreitigkeiten, die Nichterfüllung der Clubverpflichtungen gegenüber dem DEB sowie nicht zuletzt die Verzahnungsproblematiken insbesondere mit den Oberligen zwingen den DEB dazu, keinen neuen Kooperationsvertrag mit der ESBG oder einer neuen Gesellschaft abzuschließen. Bis Mitte Mai haben die Clubs nun die Möglichkeit sich für den neugeordneten Spielbetrieb anzumelden. Nach dem Feststehen der Teilnehmer wird gemeinsam mit den Vereinen das bereits bestehende Grundkonzept für die Liga ausgebaut. Eine Struktur „unter einem Dach“ bietet klare und eindeutige Zuständigkeiten sowie Entscheidungswege – insgesamt wird so eine Vereinfachung zahlreicher Abläufe erst möglich und Reibungsverluste minimiert.

Beispielsweise können Durchführungsbestimmungen und Spielpläne einfacher aufeinander abgestimmt werden. Dadurch werden mittel- und langfristig nachhaltige Spielmodi geschaffen, die den Fans, Sponsoren, Spielern und Investoren Kontinuität bieten. Der Spielbetrieb im DEB bietet nachhaltige und zuverlässige Strukturen, die sowohl Sport, als auch Organisation betreffen. Daneben werden für die Clubs weitere sportliche Anreize wie die Teilnahme am IIHF Continental Cup oder am DEB-Pokal geschaffen."

Grundproblem besteht allerdings weiter:

Egal wie sich die Zweitliga-Klubs für die kommende Saison letztlich auch entscheiden - ein Problem bleibt: Nämlich das des geregelten Auf- und Abstieges! Sollten sich die Zweitligisten zu einer Kooperation mit der DEL durchringen, wäre immerhin ein Aufstieg nach oben möglich. Kommt es zur Zusammenarbeit mit dem DEB, bliebe der Aufstieg in DEL verwehrt, dafür gäbe es dann vermutlich einen Austausch mit den Oberligen (Landesverbänden). Aber nicht einmal das ist aktuell sicher - und damit ist das lange und sicherlich heiße Sommertheater eröffnet!

Pressemitteilung DEB/redro24/mw/Radio Charivari

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