Starbulls-Sieg: Steigerung von Wahnsinn!

Ravensburg/Rosenheim - Gibt es eine Steigerung für Wahnsinn, unglaublich, sensationell? Ja: die Starbulls mit ihrem Sieg über die Ravensburg Towerstars. **Live-Ticker zum Nachlesen**

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Gibt es eine Steigerung für Wahnsinn, unglaublich, sensationell? Ja und die Antwort kann nur lauten: Starbulls Rosenheim. Die Truppe von Trainer Franz Steer hat Freitagabend zum Auftakt des Halbfinals in der Play-off-Runde der 2. Eishockey-Bundesliga beim Topfavoriten Ravensburg Towerstars mit 4:2 (0:0/1:0/3:2) gewonnen. Jetzt steht am Sonntag, 18 Uhr, das Heimspiel gegen Ravensburg an, und wer da nicht ins Stadion kommt ist selbst schuld.

Volles Haus, gute Stimmung. Von Beginn an war die Kulisse dem Anlass entsprechend. Und einige Fans fühlten sich wahrscheinlich zeitlich zurückversetzt. Zum Pokalfinale am 11. Januar. Schon damals verzweifelten die Ravensburg Towerstars – trotz optischer Überlegenheit – an Rosenheims Goalie Norm Maracle. Dabei spielte Ravensburg alles andere als schlecht. Bereits in der zweiten Minute waren die Towerstars in Überzahl. Sie zeigten ein intensives, gutes Powerplay, doch die Schüsse von Brian Maloney, Ben Thomson und Christopher Oravec stellten Maracle vor keine Probleme.

Von den Starbulls kam zunächst wenig. Ravensburg dominierte die Anfangsminuten. Zwischen Minute sechs und acht waren die Towerstars dann jedoch in doppelter Unterzahl. Mitch Stephens prüfte Towerstars-Goalie Mathias Lange. Der bestand die Prüfung. Quasi im Gegenzug hatte Tobias Samendinger die bis dato beste Gelegenheit. Maracle lenkte die Scheibe jedoch über den Kasten. Vorne setzten die Towerstars weiter Akzente. Fast vier Minuten waren sie am Stück in Überzahl, weil sich Rosenheim durch Josef Frank und Dominic Auger teils unnötige Strafen einhandelte.

Einer lief in Unterzahl jedoch in Großform auf: Norm Maracle. Gegen Ben Thomson parierte er klasse mit dem Fuß, auch gegen Markus Gleich blieb er Sieger. So blieb es beim torlosen ersten Drittel. Auch weil mit Mathias Lange im Ravensburger Kasten ebenfalls ein sehr guter Goalie stand. Stephen Werner nutzte einen Scheibenverlust von Frederik Cabana zu einem Alleingang. Er fand seinen Meister in Lange.

„Unser Plan ist aufgegangen. Wir wollten das erste Drittel ohne Gegentor überstehen, und dann sind die Tore für uns zum richtigen Zeitpunkt gefallen“, sagte ein stolzer Starbulls-Trainer Franz Steer nach dem Spiel. Viel änderte sich auch im zweiten Abschnitt nicht an der Spielausrichtung. Die meiste Zeit war die Scheibe im Besitz der Ravensburger und in dessen Angriffsdrittel. Kurios war die Rettungsaktion von Mitch Stephens, der den Puck mit der Kelle aus der Luft fischte. Maracle war ausnahmsweise mal geschlagen.

Rosenheim blieb jedoch durch sporadische Konter gefährlich. Lange zeigte gegen Marcus Marsall aber eine starke Parade. Die Towerstars konnten 35 Sekunden in doppelter Überzahl nicht ausnutzen. Und als Marsall von der Strafbank kam und einen Konter fuhr, kam Lukas Slavetinsky ins Straucheln. Marsall nutzte die Gelegenheit und sorgte in Unterzahl für das 1:0 für Rosenheim. Dass der Puck Lange durch die Beine ging, passte zu dieser Szene.

Von Schockstarre oder Ernüchterung war jedoch auf dem Eis nichts zu sehen. Im Gegenteil: Ebenfalls in Unterzahl hämmerte Ben Thomson in der 37. Minute den Puck an den Pfosten. Das Drittel endete etwa anderthalb Minuten eher, weil ein Linesman behandelt werden musste. Diese Zeit wurde vor dem dritten Drittel nachgespielt. Hier passierte nichts mehr, im Gegensatz zu Minute 42.

Stephen Werner hatte die Scheibe hinter dem Towerstars-Tor, sah seinen freien Kollegen Stephan Gottwald, der das 2:0 für die Gäste schoss. Für Ravensburg sollte es noch schlimmer kommen. Beim 3:0 durch Josef Frank sah Lange nicht gut aus. Doch Hoffnung stirbt zuletzt. Und so kamen die Towerstars nach feinem Maloney-Zuspiel durch Ben Thomson zum 1:3. Zwei Unterzahlsituationen erschwerten danach das Bemühen, das zweite Tor zu erzielen. Kaum komplett machten es die Towerstars besser. Markus Busch stocherte die Scheibe nach einem Boon-Schuss über die Linie. Knapp sechs Minuten waren noch auf der Uhr. Boon und Schmidle hatten in der Folge Ausgleichschancen. 1:41 Minuten vor Schluss folgte der endgültige Nackenschlag für Ravensburg. Einen mehr als haltbaren Schuss von Max Renner ließ Lange durch – 2:4.

Ravensburg wollte zwar, konnte aber nicht und wie sangen schon die Rolling Stones: „You can‘t always get what you want – du kannst nicht immer das bekommen was du willst.“ Gilt allerdings nicht für die Starbulls.

Spielstatistik:

Ravensburg Towerstars - Starbulls Rosenheim 2:4 (0:0/0:2/2:3).

Tore:

0:1 (35.) Marcus Marsall (Stephen Werner, Tim Kunes), 0:2 (42.) Stephan Gottwald (Stephen Werner) 0:3 (46.) Josef Frank (Tim Kunes), 1:3 (48.) Ben Thomson (Brian Maloney, Alex Leavitt), 2:3 (55.) Markus Busch (Peter Boon, Frederik Cabana), 2:4 (59.) Max Renner (Marius Möchel, Mitch Stephens).

Strafzeiten: Ravensburg 16 plus zehn für Schwarz, Rosenheim 16 plus zehn für Auger.

Zuschauer: 3300

tk/bz/Oberbayerisches Volksblatt

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