Im Powerplay absolute Spitze

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Starbulls-Trainer Franz Steer wollte bei manchen Schiedsrichter- und Linienrichter-Entscheidungen gar nicht mehr hinsehen.

Rosenheim - An dieser Stelle hätte eigentlich ein Hinweis für die Fans stehen sollen, die in der Drittelpause nicht gern um ein Bier anstehen.

Diesen Fans wäre der Zeitraum zwischen der 10. und der 14. Minute für ihren Versorgungsgang empfohlen worden, da in dieser Spanne noch in keinem der ersten zwölf Punktspiele ein Tor gefallen war, weder für noch gegen die Starbulls.

Doch was passiert am Sonntag? In der 13. Spielminute schießt Mitch Stephens ein Tor, und zwar gleich den späteren Gamewinner zum 3:0! Zuvor waren die Gäste, die sich mit Recht in der ersten Spielminute vom Schiedsrichter verpfiffen fühlten, durch einen Powerplay-Doppelschlag auf die Verliererstraße (und Torhüter Joey Vollmer auf die Auswechselbank) geschickt worden. Später wurden dann einige rüde Stockschlag- oder Ellbogenattacken ignoriert, dafür aber eine Bankstrafe wegen unkorrektem Anspiel (!) verhängt, aber Schwamm darüber! Eine nähere Betrachtung der Referee-Leistungen in der Liga würde ohnehin eine Sonderseite füllen...

Und damit sind wir schon beim Rosenheimer Hauptkriterium für Erfolg und Misserfolg des Wochenendes, den "Special Teams". In Landshut noch dem Gegner unterlegen (je ein Treffer für beide Teams, wozu die Landshuter nur sechseinhalb, die Starbulls aber neun Minuten brauchten), entschieden Steers Schützlinge die Sonntags-Partie gegen Crimmitschau, obwohl diesmal drei Minuten länger in Unter- als in Überzahl, durch drei Powerplaytore und der Vermeidung eines solchen auf der Gegenseite für sich. Und so sind sie nun ligaweit in diesen beiden Rubriken wieder voll an der Spitze. Mit 27,87 Prozent Ausbeute in Überzahl sogar absolute Spitze (vor Bremerhaven), mit 85,71 Prozent Penalty-Killing-Erfolg nur ganz knapp hinter Dresden, dem nächsten Gegner. Seit neun Spielen ist das Rosenheimer Powerplay nicht mehr leer ausgegangen und konnte dabei sechzehnmal in Überzahl jubeln; allerdings kassierte man auch zwei Unterzahltreffer, was aber in die Quote nicht einfließt.

Aber Powerplay hin, Schiedsrichter her: Die Rosenheimer Dominanz von Anfang an ist zur Zeit die Regel. Während in sieben der ersten acht Matches stets der Gegner den ersten Treffer erzielt hatte, sieht es in jüngster Zeit ganz anders aus. Keins der letzten sieben Anfangsdrittel haben die Starbulls verloren, sechsmal lagen sie nach zwanzig Minuten sogar in Führung (Torverhältnis 11:3). Im Mittelabschnitt flaut diese Kurve etwas ab (am Sonntag ging diese Phase erstmals nach fünf Spielen wieder an Rosenheim), um in den Schlussdritteln wieder kräftig anzusteigen (seit sechs Spielen kein Negativerlebnis mehr).

Die gegnerischen Torhüter hatten an diesem Wochenende konträre Erfahrungen mit den Starbulls zu machen. Während der Landshuter Sebastian Vogl seinen Schnitt aus dem Vorjahr (1,42 Gegentore in vier Spielen, von denen paradoxerweise nur eins gewonnen wurde) noch einmal auf 1,34 reduzieren konnte, wurde sein Crimmitschauer Kollege Joey Vollmer im wahrsten Sinn des Wortes "vom Eis geschossen". Die drei Gegentreffer bis zum Wechsel in der 13. Minute bescherten ihm, auf ein komplettes Spiel hochgerechnet, einen statistischen Wert von 13,84. Dabei hatte Vollmer zu Oberliga-Zeiten mit München gegen Rosenheim stets glänzen können, was sich in vier Siegen in fünf Spielen mit zwei Gegentoren pro Spiel auch in Zahlen niederschlägt.

Goldhelm bleibt bei Stephan Gottwald

Der Goldhelm bleibt Stephan Gottwald erhalten, der nach drei torlosen Spielen (ungewohnt für ihn in den letzten beiden Jahren) mit zwei Treffern wieder zurück in die Scorerspur gefunden hat. Übertroffen wird er derzeit aber, was die Konstanz angeht, von Corey Quirk, der in den letzten Wochen zwar mäßig, aber regelmäßig Punkte sammelt und dessen Serien mittlerweise bei fünf Spielen mit Assists sowie acht Spielen mit Scorerpunkten weiterhin wachsen. Die Acht-Spiele-Serie ist übrigens die drittlängste der Rosenheimer Bundesliga-Neuzeit, und es fehlen nur noch drei Begegnungen zu Gottwalds Rekordserie aus dem Vorjahr.

Manfred Eder (Oberbayerisches Volksblatt)

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