Quirk: Eine Serie reißt, eine hält an

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Starbulls-Kapitän Stephan Gottwald scheiterte mit seinem Penalty an Landshuts Keeper Sebastian Vogl.

Rosenheim - Das kann's auch geben: Die Starbulls gewinnen klar mit 3:0 und rutschen in der Tabelle trotzdem einen Rang ab. Aus der Starbulls-Statistik:

Weil die unmittelbar hinter den Starbulls liegenden, nach Punkten und Tordifferenz gleichwertigen Wild Wings noch ein bisschen höher siegten, nämlich 5:1 gegen den neuen Tabellenletzten aus Dresden, rutschten die Starbulls in der Tabelle einen Platz ab.

Starbulls - Crimmitschau

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Das Kuriose dabei: Die fünf Schwenninger Treffer fielen innerhalb weniger als fünf Minuten, was einen wohl unerreichbaren Ligarekord bedeuten dürfte. Nur zum Vergleich: Die Starbulls brauchten für den schnellsten "Fünferpack" ihrer Zweitliga-Historie vor gut einem Monat beim 7:2 in Bietigheim 16:37 Minuten, und die schnellsten fünf Tore gegen Rosenheim, erzielt durch Heilbronn Ende November, umfassten gar eine Zeitspanne von über 21 Spielminuten. Aber, Rang drei oder vier, man muss wohl nicht überheblich sein, um bei einem Vorsprung von 15 Punkten auf den ersten Nicht-Play-off-Platz sich schon mal mit dem Gedanken an eine Play-off-Teilnahme anzufreunden. Und auch auf die Verfolger auf den Rängen fünf bis acht beträgt das Punktepolster bereits fünf, sechs, acht und neun Punkte.

Dabei kam dem Steer-Team sicher zugute, dass man anders als bei der vorangegangenen Pokal-Niederlage beim Spitzenreiter in Landshut nicht nur dem Top-Duo Mrazek/Kracik keinen einzigen Scorerpunkt gewährte, sondern durch den in beiden Wochenendspielen überragenden Mitch Stephens in der letzten Minute nach Herausnahme des Torhüters noch zum Ausgleich kam. Normalerweise geht solch ein Manöver nach hinten los, was elf Empty-Net-Goals für und neun gegen die Starbulls diese Saison und letzte deutlich belegen. Ein einziges Mal gelang der Ausgleich mit Sechs gegen Fünf, nämlich als am 5. Dezember 2010 Floppo Zeller acht Sekunden vor Schluss gegen Dresden das 3:3 gelang. Überhaupt scheinen Gottwald & Co. derzeit, bildlich gesprochen, den längeren Atem zu haben. In den letzten drei Spielen ließen sie im Schlussdrittel kein einziges Tor zu und gewannen 2:0, 1:0, 1:0. Im Gegensatz dazu kamen sie im gleichen Zeitraum stets nur schwer in die Gänge: erstes Drittel 0:1, 0:2, 0:0. Und weil wir gerade bei Regelmäßigkeiten sind: Auf eigenem Eis lassen sie derzeit kaum Gegentreffer zu: 4:1, 5:1, 5:1 und nun 3:0 lauten die letzten Resultate. Norm Maracle, der am Sonntag seinen zweiten Shutout feiern konnte (zuvor 3:0 in Weißwasser am 20. November), ist aktuell seit fast 86 Spielminuten ohne Gegentor, was letzte Saison noch Rekord bedeutet hätte, heuer aber noch nicht annähernd an die Rekordstrecke von mehr als 108 Minuten vom November 2011 heranreicht.

Und Stichwort Rekordserie: Corey Quirks Vorlagen-Serie riss am Freitag in Landshut, weil er "nur" zwei Tore schoss, aber keins vorbereitete, und so konnte er Doug Derraughs Serie von elf Spielen mit Assists aus dem Jahr 1992 nur einstellen, nicht überbieten. Eine andere Serie hat er aber am Sonntag geknackt, als er mit seinem verwandelten Penalty im 13. Spiel in Serie (ein Spiel dazwischen fehlte er wegen Verletzung) mindestens einen Scorerpunkt machte. Derraugh hatte in der Spielzeit 1992/93 ebenso wie Rick Boehm zweimal zwölf Spiele ununterbrochen gepunktet, Mark Teevens einmal. Als fünfter Spieler in dieser Saison ligaweit konnte er bereits sein drittes Unterzahltor bejubeln, und auch wenn es von der Liga nicht so gezählt wird: Auch sein Penalty gegen Crimmitschau war eigentlich ein Shorthander, weil die Starbulls zu diesem Zeitpunkt ebenfalls einen Mann auf der Strafbank hatten. Doch das nur nebenbei...

Den Penalty verwandelte Quirk jedenfalls souverän, beim Penalty-Schießen nach der Overtime wirken die Starbulls wesentlich weniger souverän. Nun einen einzigen von fünf Shootouts gewannen sie bisher, und weder die Schützen noch Norm Maracle konnten sich dabei besonders hervortun. Maracle "killte" lediglich fünf von 13 Versuchen, und nur drei von 13 eigenen Penaltys landeten im gegnerischen Netz. Bliebe noch hinzuzufügen, dass Crimmitschau bei vier Zweitliga-Besuchen in Rosenheim noch keinen einzigen Punkt mitnehmen konnte und dass andererseits die Starbulls trotz inzwischen sechs errungener Punkte es auch im siebten Aufeinandertreffen nicht schafften, den großen Rivalen Landshut endlich einmal in regulärer Spielzeit zu besiegen.

Manfred Eder (Oberbayerisches Volksblatt)

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