"Gezielter Angriff" durch Eishockey-Chaoten

Verein greift durch: Stadionverbot für gesamte Inntalcrew

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Rosenheim - Es sollte ein friedliches Eishockeyfest werden. Die Kasseler Fans organisierten einen Sonderzug, die Rosenheimer Anhänger traten an diesem Wochenende sogar als Trikotsponsor ihrer Mannschaft auf. Doch einige Chaoten traten das Motto "Wir für euch und ihr für uns" offenbar ganz gezielt mit den Füßen.

UPDATE, 14.10 Uhr - Stadionverbot für komplette Inntalcrew

Nun haben auch die Starbulls reagiert und gegen die beiden Festgenommenen sowie gegen die gesamte Inntalcrew ein Stadionverbot für Rosenheim ausgesprochen. Einige Mitglieder werden zusätzlich ein bundesweites Stadionverbot bekommen. Starbulls-Vorstand Marcus Thaller erklärte soeben gegenüber Radio Charivari, dass sich der Verein von den Handlungen distanziere, solche hätten im Sport nichts zu suchen.

Die Erstmeldung:

Wie die Polizei bereits am Morgen gegenüber rosenheim24.de bestätigt hatte, kam es nach der Partie zwischen den Starbulls und den Kassel Huskies (0:3) während des Rückmarsches der Kasseler Fans Richtung Bahnhof zu gewalttätigen Übergriffen seitens von 15 Randalierern, die laut Polizei eindeutig einem Rosenheimer Fanclub zugeordnet werden konnten. Es gab Verletzte, zudem wurden Banner und Fan-Schals gewaltsam entwendet.

Die Beamten sprachen sogar von "einem geplanten Angriff" und wollen nun zusammen mit den "richtigen" Fans und dem Verein dafür sorgen, dass diese Gruppierung dauerhaft mit Stadionverboten belegt wird! Zudem gab es Festnahmen und gegen mehrere Personen wird wegen Raubes, Körperverletzung oder Landfriedensbruch ermittelt!

Der Vorstand der Starbulls hat sich bis dato noch nicht offiziell geäußert, aber der Fanbeauftragte Holger "Pan" Weißenbach hat sich bereits auf Facebook zu Wort gemeldet: "Was war das für eine idiotische Aktion? Warum muss eine dumme Randgruppe alles zerstören für das die echten Fans der Starbulls stehen?"

Der Fanbeirat der Starbulls veröffentlichte eine Entschuldigung in den sozialen Medien: "Wir entschuldigen uns im Namen aller Rosenheimer Eishockeyfans bei den Gästen aus Kassel für die Übergriffe auf dem Weg zurück zum Bahnhof. Wir wissen, wer die Schuldigen waren und werden, zusammen mit der Vereinsführung und der Polizei, unerbittlich gegen dieses Leute vorgehen."

Die Pressemitteilung der Polizei im Wortlaut:

Am Sonntag, 5. Februar, fand im Rosenheimer Emilo-Stadion die DEL2-Begegnung zwischen den Starbulls Rosenheim und den Kassel Huskies statt, welche die Kassler mit 0:3 für sich entscheiden konnten. Zu diesem Spiel reisten mit einem Sonderzug etwa 700 eishockeybegeisterte Fans aus Kassel an, die sich während des gesamten Verlaufs als vorbildliche Fans präsentierten. Nach dem Spiel zogen diese 700 Fans in einem Aufzug vom Emilo-Stadion zurück zum Bahnhof.

Als gegen 19.20 Uhr die Spitze des Aufzugs auf der Gießereistraße die Einmündung „Am Hammer“ passierte, stürmten etwa 15 Personen, welcher der Rosenheimer Fan-Gruppierung „Inntalcrew“ zugeordnet werden konnten, in den Aufzug und begannen sofort damit die Kassler Fans körperlich zu attackieren. Zudem raubten diese sogenannten "Fans" ein Banner eines Kassler Fanclubs und mehrere Fan-Schals.

Bei dieser Aktion wurden mehrere Fans aus Kassel zum Teil auch schwerer verletzt und mussten von den mitgereisten Sanitätern anschließend versorgt werden. Einer der verletzten Fans musste nach Ankuft in Kassel sogar in ein Klinikum verbracht werden.

Augenscheinlich handelte es sich bei dieser Aktion um einen geplanten Angriff dieses Fanclubs, der bereits mehrfach wegen dem Verhalten seiner Mitglieder bei den Heim- und Auswärtsspielen polizeilich in Erscheinung trat und für größere Polizeieinsätze sorgte.

Ein 19-jähriger Raublinger und ein 20-Jähriger aus Tuntenhausen, die als Mitglieder des sogenannten Fanclubs „Inntalcrew“ bekannt sind, konnten noch vor Ort festgenommen werden. Im Rahmen der polizeilichen Fahndung wurden noch weitere Mitglieder der „Inntalcrew“ in Tatortnähe festgestellt.

Durch die Polizeiinspektion Rosenheim werden in enger Zusammenarbeit mit der Polizei in Kassel diesbezüglich Ermittlungen wegen Landfriedensbruch, Raub- und diverser Körperverletzungsdelikte geführt. Zudem befindet man sich mit der Vereinsführung in engem Kontakt, um diese "Fans" dauerhaft aus dem Stadion und Vereinsumfeld fernzuhalten.

Zeugen des Vorfalls werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 08031/200-2200 zu melden.

Pressemeldung Polizei Rosenheim

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