Starke Leistung beim 7:2 gegen Frankfurt

Direkte Playoff-Quali plötzlich wieder in Reichweite

+
  • schließen

Rosenheim - Gibt es doch noch einen starken Endspurt der Starbulls in der DEL2-Hauptrunde? Nach dem deutlichen Sieg am Freitagabend sieht es danach aus. Auch die direkte Playoff-Qualifikation ist plötzlich wieder ein Thema! *NEU: Videos*

Am fünftletzten Spieltag setzten sich die Rosenheimer Eishockeyspieler in einer aus ihrer Sicht sehenswerten Begegnung auch in der Höhe verdient mit 7:2 (4:0, 1:1, 2:1) gegen die Löwen Frankfurt durch und haben nun nur noch je vier Punkte Rückstand auf den Fünften Frankfurt bzw. den Sechsten Bad Nauheim. Vor 2.635 Besuchern legten die Grün-Weißen bereits mit einem überragenden ersten Drittel den Grundstein zum Erfolg. Kurios: Beim Aufeinandertreffen der Mannschaft mit den meisten Überzahltoren der Liga und dem Team mit der effektivsten Powerplay-Quote fiel trotz zahlreicher Situationen kein einziger Überzahltreffer.

Überragendes erstes Drittel

Die Gäste aus Frankfurt mussten auf den am Knie verletzten Stephan Chaput ebenso verzichten, wie auf die wegen der dritten Disziplinarstrafe gesperrten Brett und Clarke Breitkreuz. Bei den Starbulls fehlten verletzungsbedingt Gustav Veisert, Christian Neuert und Simon Fischhaber. Rosenheims Coach Franz Steer schickte dennoch vier Sturmreihen auf das Eis und überraschte dabei mit Stefan Loibl als Mittelstümer zwischen Fabian Zick und Manuel Edfelder im dritten Sturm. Dafür rückte Maximilian Vollmayer zu Tyler McNeely und David Vallorani.

Video: Die Höhepunkte der Partie

Und das zahlte sich schon in der ersten Spielminute aus. Die zweite Sturmformation eroberte sich in der Frankfurter Zone die schon verlorene Scheibe zurück und Vallorani versenkte diese nach Zuspiel von McNeely nach 55 Sekunden aus dem Handgelenk im rechten Winkel. Die Frankfurter Löwen schienen vom konsequenten Rosenheimer Forechecking sichtlich beeindruckt und leisteten sich immer wieder Scheibenverluste im eigenen Drittel. Ein solcher eröffnete in der 8. Minute C.J.Stretch die Möglichkeit zum Solo, der Rosenheimer Topscorer vernaschte zunächst seinen Goldhelm-Gegenüber Nick Mazzolini und spielte schließlich "auf dem Bierdeckel" auch noch Gästekeeper Tyler Plante aus, um dann die Scheibe seelenruhig aus kurzer Distanz über die Linie zu heben. Danach kamen auch die Gäste zu mehreren Torchancen, doch Starbulls-Keeper Lukas Steinhauer parierte gegen Norman Martens und Richard Müller stark.

Wesentlich effektiver vor dem Tor agierten die Grün-Weißen. Zwar zielte Loibl frei vor Plante über die Latte (13.), eine Minute später aber versenkte Beppo Frank das Hartgummi aus der Halbdistanz mit Wucht unhaltbar im rechten Kreuzeck. Wade MacLeod hatte den idealen Rückpass gespielt, und auch in dieser Situation verloren die Gäste die schon sicher eroberte Scheibe wieder nahe am eigenen Tor. Nach dem gleichen Strickmuster fiel auch der vierte Rosenheimer Treffer. Diesmal eroberte McNeely die Scheibe gegen in der eigenen Zone fahrlässig agierende Gäste und David Vallorani versenkte das Spielgerät zum zweiten Mal in dieser Partie eiskalt und unhaltbar zum 4:0-Zwischenstand nach 20 Minuten.

Video: Die Stimmen der Trainer

Nach der ersten Pause agierten die Starbulls nicht mehr so konsequent. Doch die Hessen fanden nach wie vor nicht ins Spiel. Bezeichnend die Szene nach 25 Minuten, als die in Unterzahl spielende Löwen plötzlich viele Sekunden lang zuviele Feldspieler auf der Eisfläche hatten und eine weitere Strafe kassierten. Doch die Starbulls konnten die folgende eineinhalb Minuten lange Situation mit zwei Akteuren mehr auf dem Eis nicht zu einem weiteren Treffer nutzen. Zu selten wurde der Abschluss gesucht.

In der 33. Spielminute konnte Frankfurts Nick Mazzolini aus dem linken Bullykreis zum 4:1 verkürzen. Starbulls-Keeper Steinhauer konnte gegen Patrik Vogl noch retten, dann aber die offene Ecke nicht mehr rechtzeitig zu machen. Danach drehten die Starbulls aber wieder auf und hatten hochkarätige Chancen durch Vollmayer, McNeely, Vallorani und Daxlberger. In Unterzahl stellte schließlich Wade MacLeod nach uneigennützigem Zuspiel von C. J. den alten Abstand wieder her – 5:1 (40.), ein mit viel Energie sehenswert herausgespielter Treffer!

Am Ende "zauberten" die Starbulls

Im letzten Spielabschnitt verkürzte zunächst Marc Schaub nach Zuspiel von Laub auf 5:2. Doch die Starbulls legten sofort wieder einen Zahn zu und begannen schließlich regelrecht zu zaubern. Nachdem sich Gästekeeper Tyler Plante mehrfach auszeichnen konnte, täuschte Max Renner einen Schlagschuss von der blauen Linie an, um aber maßgenau den neben dem Pfosten wartenden MacLeod zu bedienen und der Rosenheim Top-Torjäger schob aus kurzer Distanz mühelos zum zweiten Mal in dieser Partie ein – 6:2 (47.). Für den 7:2-Endstand sorgte schließlich Leopold Tausch, der die Scheibe frech an Gästekeeper Tyler Plante vorbeilegte (52.). Zuvor hatte sich Andrej Strakhov an der Bande durchgesetzt.

"Das war zu weich und zu passiv. Außerdem haben wir unsere Taktik nicht eingehalten", schimpfte Frankfurts Trainer Rich Chernomaz hinterher über die schwache Leistung seiner Mannschaft. "Wir haben sehr laufintensiv gespielt, ein gutes Tempo reinbekommen und ein tolles Forechecking gehabt. So sind auch gleich zwei Tore im ersten Drittel entstanden", freute sich Starbulls-Coach Franz Steer, der auch Torhüter Lukas Steinhauer ein Sonderlob aussprach: "Er hat eine Super-Leistung gezeigt!" Der Übungsleiter, der sich bei der Pressekonferenz selbst als "niederbayerischer Bauerntrainer" bezeichnete, ließ auch nochmal die letzten Wochen Revue passieren: "Ich habe von Anfang an immer gesagt: Wenn wir komplett sind und mit vier Reihen gehen können, dann können wir auch solche Mannschaften wie Frankfurt schlagen!"

Das Spiel in der Statistik:

Starbulls Rosenheim - Löwen Frankfurt 7:2 (4:0, 1:1, 2:1)

Tore: 1:0 (1.) David Vallorani (Tyler McNeely), 2:0 (8.) CJ Stretch (Wade MacLeod, Michael Rohner), 3:0 (14.) Beppo Frank (Dominik Daxlberger, Wade MacLeod), 4:0 (20.) David Vallorani (Tyler McNeely, Max Vollmayer), 4:1 (33.) Nick Mazzolini (Nico Oprée, Patrik Vogl), 5:1 (40.) Wade MacLeod (CJ Stretch, Peter Lindlbauer - Unterzahl-Tor), 5:2 (43.) Marc Schaub (Lukas Laub, Kris Sparre), 6:2 (47.) Wade MacLeod (Max Renner), 7:2 (52.) Leopold Tausch (Andrej Strakhov, Mondo Hilger).

Schiedsrichter: Robert Paule (Bad Aibling) und Andre Schrader.

Strafen: Rosenheim 6 - Frankfurt 14.

Zuschauer: 2.635.

mw

Zurück zur Übersicht: Starbulls Rosenheim

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser