Eishockey-Legende am Samstag verstorben

Dr. Jan Starsi (†85) tot: Er war Rosenheims letzter Meistertrainer

  • schließen

Rosenheim/Bratislava - 1982, 1985 und 1989 wurde der Sportbund Rosenheim deutscher Eishockeymeister - beim dritten Triumph stand Dr. Jan Starsi als Trainer hinter der Bande. Jetzt ist der letzte Meistertrainer des Rosenheimer Eishockeys tot. Starsi starb am Samstag im Alter von 85 Jahren.

Starsi wurde am 17. April 1933 in Sokolce, südöstlich von Bratislava in der heutigen Slowakei, geboren und war als Spieler hauptsächlich für Slovan Bratislava und den HC Sparta Prag aktiv. Fünfmal wurde er mit Slovan Vizemeister. Insgesamt bestritt er in 14 Jahren über 300 Spiele in der ersten tschechoslowakischen Liga und erzielte dabei 267 Tore. Parallel zu seiner Spielerkarriere studierte Starsi in Bratislava und erwarb dort seinen Doktortitel.

Zweimal Weltmeister und Olympia-Silber

Mitte der 1960er-Jahre begann die Trainerkarriere von Starsi - wo er noch weit erfolgreicher als als Spieler sein sollte. Nach Stationen bei der damaligen Eishockeyabteilung des FC Bayern München und bei seinem Heimatverein Slovan Bratislava wurde er 1973 - zusammen mit Karel Gut - erstmals Nationaltrainer seines Landes. 1976 und 1977 wurden die beiden mit der Tschechoslowakei Weltmeister und holten 1976 in Innsbruck die olympische Silbermedaille.

Nach Stationen beim SC Riessersee, wo er erstmals Deutscher Meister in Deutschland wurde, und einer weiteren Amtszeit als Nationalcoach kam Starsi schließlich 1988 ein drittes Mal nach Deutschland - und unterschrieb beim Sportbund Rosenheim. Gleich in seiner ersten Saison wurde Starsi mit den Grün-Weißen Meister - und trainierte dabei Größen wie Karl Friesen, Ernst Höfner oder Jaro Pouzar. Viele (ältere) Fans werden sich noch an die legendäre Finalserie gegen die Düsseldorfer EG erinnern, wo sich der Sportbund mit einem 4:2-Sieg in Spiel vier an der Brehmstraße den Titel sicherte.

Zahlreiche Ehrungen

1992 kehrte "Jano", wie er gerufen wurde, in seine Heimat zurück und half nach dem Zerfall der Tschechoslowakei beim Aufbau des slowakischen Eishockeyverbandes. Im Laufe seiner Karriere und danach erhielt Starsi zahlreiche Auszeichnungen, darunter die Aufnahme in die IIHF Hall of Fame als Trainer (1997). 2009 wurde er in die Hall of Fame des deutschen Eishockeys aufgenommen, wobei die Laudatio sein ehemaliger Spieler, der Rosenheimer Höfner, hielt. Die Todesursache ist bislang nicht bekannt.

mw

Rubriklistenbild: © dpa (Montage)

Zurück zur Übersicht: Starbulls Rosenheim

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT