Heißer Tanz in der Wetterau

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Dieses "legendäre" Plakat hat in der Aufstiegssaison der Starbulls im Jahr 2010 damals die Wende zum Guten eingeleitet. Fans hatten dieses ans Stadion gehängt, nachdem die Grün-Weißen das erste Play Off-Spiel in Bad Nauheim 1:7 verloren hatten.

Rosenheim - Schwere Aufgaben warten auf die Starbulls am Wochenende. Zunächst geht es am Freitag nach Bad Nauheim. Immerhin hat sich die personelle Lage gebessert:

Zum Auftakt ins Wochenende müssen die Starbulls am morgigen Freitag um 19.30 Uhr in Bad Nauheim antreten, bevor dann am Sonntag (18.00 Uhr) die Fischtown Pinguins den Beginn des zweiten Hauptrundendurchgangs im Rosenheimer Kathrein-Stadion einläuten werden. Mit der Partie in Hessen beenden die Starbulls also das erste "Saisonviertel" - und haben damit gegen jeden Gegner einmal gespielt.

Der Trip in die Wetterau wird allerdings wahrlich kein Selbstläufer werden, denn die Roten Teufel haben sich als Aufsteiger beachtlich in der DEL2 zurückgemeldet, nachdem in der letzten Saison in der Oberliga überraschend Frankfurt und Kassel "ausgestochen" wurde. Damit kehrten die Kurstädter nach zehn Jahren in "ihr Revier" zurück. Kein anderer Club hat nämlich so lange Zeit in der zweithöchsten deutschen Spielklasse verbracht wie der ECN.

Legendäres 1:7 in der Aufstiegssaison

Damit treten die Hessen auch die Nachfolge der Starbulls an, denen es davor zuletzt gelungen war, den Sprung aus der Oberliga in die zweite Liga zu schaffen. Beim Rosenheimer Aufstieg spielten auch eben diese Bad Nauheimer eine entscheidende Rolle. Im Viertelfinale der Aufstiegssaison 2009/2010 mussten die Starbulls diese Hürde nehmen und wären fast daran gescheitert. Sieben Spiele, und damit die volle Distanz, benötigten die Oberbayern, um die Hessen aus dem Weg zu räumen und um damit den Weg zum lang ersehnten Aufstieg frei zu machen. In die Geschichte ging dabei sicherlich die erste Begegnung ein, als Stanley, Newhook & Co. in der Wetterau mit 1:7 untergingen und die Heimat damit in helle Aufruhr versetzten. Legendären Status erlangte auch das Plakat, das die Mannschaft spätnachts bei ihrer Rückkehr am heimischen Stadion erwartete: "Wollt ihr uns verarschen? 7:1, schämt euch!" Anscheinend ging aber danach ein Ruck durch die Mannschaft. Der Rest der Geschichte ist bekannt: Herne, Peiting, Aufstieg!

Bad Nauheim in neuem Gewand

Nun trifft die Mannschaft von Franz Steer also erneut auf Bad Nauheim, das sich natürlich in einem runderneuerten Gewand präsentiert. Für Aufsehen sorgte dabei die Transferpolitik der Hessen, denen es gelungen ist, einige spektakuläre Neuverpflichtungen zu tätigen. So konnten unter anderem Jason Pinizzotto und Marcus Götz aus Schwenningen und Kevin Lavallee aus Weisswasser verpflichtet werden. Sogar aus der DEL erhielt man mit Kyle Helms Verstärkung, der zuletzt für die Augsburger Panther stürmte. Zweitligaerfahren ist auch Neuzugang Dennis Reimer, vormals Hannover Indians. Dazu bediente man sich in Nordamerika und holte Dan Ringwald aus Oklahoma (AHL), Matt Beca aus Charlotte (AHL) und Trainersohn Taylor Carnevale aus Utah (ECHL). Auch der Rosenheimer Matthias Bergmann wurde verpflichtet. Doch wegen einer schweren Krankheit steht der Verteidiger derzeit nicht zur Verfügung!

Coach Frank Carnevale hat also auf dem Papier eine ordentliche Offensivabteilung, auch wenn die Grundausrichtung des Team nicht all zu offensiv ist. Die von der Aufstiegseuphorie getragene Mannschaft verkauft sich bisher sehr beachtlich und konnte dabei auch schon einige Achtungserfolge für sich verbuchen. So schlug man unter anderem Meister Bietigheim in deren Halle und in Nauheim mussten auch schon Heilbronn und Bremerhaven die Segel streichen.

Steigerung gegenüber Weißwasser nötig

Die Starbulls sollten also gewarnt sein. Zuletzt konnten die stark ersatzgeschwächten Grün-Weißen ihre Auswärtspartie bei den Lausitzer Füchsen mit 5:3 gewinnen. Langsam scheint sich die Situation aber zu verbessern. Wieder mit an Bord werden sowohl Kapitän Stephan Gottwald als auch Max Hofbauer und Benjamin Zientek sein. Letzterer kommt damit zu seinem ersten Pflichtspieleinsatz als Profi im Trikot der Starbulls. Freilich müssen Gottwald & Co. im altehrwürden Colonel-Knight-Stadion konzentrierter zu Werke gehen als zuletzt in Weisswasser, als man zwei Drittel lang gar nicht gut ausgesehen hatte und erst im Schlussabschnitt das Ruder noch herumreißen konnte. Rosenheim erwartet in Mittelhessen ein euphorisches Publikum und ein Tanz auf dem Vulkan. Da heißt es, Ruhe zu bewahren, um zu punkten und weiter vorne mitmischen zu können.

redro24/Olaf Lüeße

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