Starbulls siegen im zweiten Spiel verdient

"Holzhacker" zünden Feuerwerk gegen Bietigheim

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
David Vallorani (re.) setzt sich gegen Adam Borzecki durch.
  • schließen

Rosenheim - Die Starbulls sind in den Playoffs angekommen. In beeindruckender Manier machten die Rosenheimer die klare 0:4-Pleite zum Auftakt am Freitag wett und wiesen den Hauptrunden-Ersten im Emilo-Eisstadion deutlich in die Schranken.

Obwohl die Rosenheimer Eishockeyspieler das erste Drittel total verpennten und einem aus grün-weißer Fansicht in dieser Phase angst und bange werden konnte, setzten sie sich letztlich völlig verdient mit 6:2 (0:1, 5:1, 1:0) gegen die Bietigheim Steelers durch und haben die Best of Seven-Serie damit zum 1:1 ausgeglichen. Vor weit über 3.000 Besuchern hätten die Gäste aber zunächst deutlich höher führen müssen, ehe die Starbulls mit einem überragenden Mittelabschnitt, insgesamt drei Überzahltreffern und einem kuriosen Tor von Beppo Frank auf die Siegerstraße einbogen.

Doch der Reihe nach: Bietigheim ersetzte den verletzten David Wrigley durch den Ex-Rosenheimer Shawn Weller und begann die Begegnung extrem dominant. Keine zwei Minuten waren gespielt, da traf - Max Renner hatte kaum auf der Strafbank Platz genommen - Marcus Sommerfeld aus dem linken Bullykreis zum 0:1. 20 Sekunden später musste Christoph Gottwald gegen Robin Just die "Notbremse" ziehen. Der fällige Penalty wurde zum Glück eine sichere Beute von Timo Herden im Starbulls-Kasten, der wie schon in den Partien gegen Garmisch eine bärenstarke Vorstellung ablieferte.

Video: Die Highlights der Partie

Anschließend hatten die Württemberger weitere gute Möglichkeiten, so dass sich die Starbulls nach rund zehn Minuten nicht beschweren hätten dürfen, wenn sie 0:3 oder gar 0:4 zurückgelegen hätten. "Das war mangelnde Disziplin zu Beginn. Dann haben wir das abgestellt und es ist besser geworden", resümierte Coach Franz Steer hinterher nüchtern, dessen Team ab der 15. Minute etwa endlich auch am Spiel teilnahm. Wade MacLeod, Fabian Zick und Tyler McNeely hatten ganz ansehnliche Gelegenheiten, auf der Gegenseite konnte Weller frei vor Herden ein "Break" nicht verwerten.

Starbulls vs. Bietigheim (Spiel 2)

Drei Tore in zweieinhalb Minuten

Das zweite Drittel lief dann genau umgekehrt - und war aus Sicht der heimischen Fans zum Zunge schnalzen. Die Rosenheimer brannten nun ein wahres Feuerwerk ab. Erst vergab CJ Stretch, der von der Strafbank zurückkam, die tausendprozentige Chance zum Ausgleich, doch dann wurden die Starbulls für ihre nun überragende Vorstellung mit drei Toren binnen zwei Minuten und 33 Sekunden belohnt.

Tausendprozentige Chance für CJ Stretch, der aber Sinisa Martinovic nicht überwinden konnte.

Erst staubte McNeely zum Ausgleich ab (25.), dann traf Stretch vom linken Bullypunkt, wobei Gästekeeper Sinisa Martinovic richtig schlecht aussah (26.), und schließlich war Leopold Tausch nach immensem Starbulls-Druck mit der Rückhand zum 3:1 erfolgreich (27.). MacLeod, Stefan Loibl und Zick hätten den zwischenzeitlich völlig desorientierten Württembergern richtig einschenken können, die sich anschließend zunehmend unfair wehrten. 
Die Starbulls ließen sich aber nicht aus dem Konzept bringen: Wade MacLeod hämmerte den Puck bei doppelter Überzahl zum 4:1 in die Maschen (36.) und den zweiten Powerplay-Treffer von Sommerfeld (38.) konterten die Grün-Weißen 59 Sekunden vor der zweiten Sirene mit dem 5:2 durch David Vallorani, der nach Zusammenspiel mit McNeely im Slot erfolgreich war. "Eigentlich hatten wir einen optimalen Start, doch im zweiten Drittel haben wir grottenschlecht und dumm gespielt", schimpfte Steelers-Übungsleiter Kevin Gaudet.

Kurioser Treffer zum 6:2, McNeely verletzt

Bietigheim konnte in der Kabine die Wunden lecken, das große Aufbäumen blieb im letzten Drittel jedoch aus. Vielmehr gelang den "elendigen Holzhackern" - so hatten die Bietigheimer Fans die Starbulls nach dem Freitagsspiel beschimpft - in der 49. Minute noch ein sechster Treffer. Und dieser war mehr als kurios. Beppo Frank wollte eigentlich nur aus dem eigenen Drittel klären, doch das sich schon ziemlich verlangsamende Spielgerät sprang dem unbedrängten Gästetorwart Andreas Mechel über die Schlägerschaufel zum 6:2-Endstand ins Netz. Mechel hatte vor dem letzten Abschnitt den indisponierten Martinovic abgelöst.

So "lustig" das letzte Tor auch war, so bitter war die Aktion in der 51. Minute, als Tyler McNeely nach einem Zusammenprall von Sanitätern gestützt verletzt in die Kabine geführt werden musste. Eine genaue Diagnose lag am Sonntagabend noch nicht vor (und würde in einer laufenden Playoff-Serie auch bestimmt nicht veröffentlicht), aber nicht wenige Zuschauer im Stadion hatten in dieser Szene ein Foul gesehen!

Video: Die Stimmen der Trainer

Das Spiel in der Statistik:

Starbulls Rosenheim - Bietigheim Steelers 6:2 (0:1, 5:1, 1:0)

Tore: 0:1 (2.) Marcus Sommerfeld (Dominic Auger, Justin Kelly - Überzahl-Tor), 1:1 (25.) Tyler McNeely (David Vallorani, Michael Rohner - Überzahl-Tor), 2:1 (26.) CJ Stretch (Wade MacLeod, Dominik Daxlberger), 3:1 (27.) Leopold Tausch (Tyler McNeely, Mondo Hilger), 4:1 (36.) Wade MacLeod (Peter Lindlbauer, Tyler McNeely - Überzahl-Tor 2), 4:2 (38.) Marcus Sommerfeld (Dominic Auger, Shawn Weller - Überzahl-Tor), 5:2 (40.) David Vallorani (Tyler McNeely, Max Renner - Überzahl-Tor), 6:2 (49.) Beppo Frank (Fabian Zick).

Schiedsrichter: Roland Aumüller (Ottobrunn) und Christian Oswald (Kaufbeuren).

Strafen: Rosenheim 20 - Bietigheim 24.

Zuschauer: 3.223.

mw

Zurück zur Übersicht: Starbulls Rosenheim

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser