Starbulls gewinnen intensives Spiel

MacLeod mit Tor und zwei Vorlagen der Matchwinner

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Wade MacLeod (re.) gab zwei Assists und erzielte den wichtigen Führungstreffer zum 4:3.
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Rosenheim - Die Starbulls haben in die Pre-Playoffs einen Start nach Maß erwischt. Vor weit über 3.000 Zuschauern behielten die Rosenheimer Eishockeyspieler in der hitzigen Derby-Atmosphäre kühlen Kopf! *NEU: Videos*

Die Starbulls Rosenheim haben das erste Spiel der Best-of-Three-Serie des Pre-Playoff-Vergleichs gegen den SC Riessersee mit 5:3 (1:2, 2:0, 2:1) gewonnen. Nach vier Hauptrunden-Siegen war es der fünfte Rosenheimer Erfolg im fünften Duell mit dem oberbayerischen Rivalen in der laufenden Saison. 3.345 Besucher im Rosenheimer Stadion sahen ein intensives und verbissenes Derby, in dem es auch wieder viele sehr umstrittene Schiedsrichter-Entscheidungen gab. Die Grün-Weißen, die diesmal in "heißen" schwarz-roten Playoff-Jerseys aufliefen, gewannen die Begegnung unter dem Strich aber verdient. Mann des Abends war Wade MacLeod, der zwei Tore vorbereitete und den wichtigen Führungstreffer zum 4:3 erzielte.

Die Starbulls erwischten einen Traumstart: Nach 105 Sekunden lag die Scheibe bereits im Gästetor. Nach konsequenter Vorarbeit von David Vallorani "tunnelte" Max Vollmayer SCR-Keeper Jochen Vollmer, dem die Sicht versperrt war, aus fünf Metern. Doch die Starbulls-Führung hatte nur zwei Zeigerumdrehungen Bestand. Dann ließ sich Tobias Thalhammer von Jesse Schultz abkochen und Topscorer Mattias Beck hatte keine Mühe, den Querpass seines Sturmpartners zum 1:1 zu verwerten (4.). 

Video: Die Highlights der Partie

Die Gäste von der Zugspitze präsentierten sich danach als das abgezocktere Team, das defensiv gut arbeitete und schnell umschaltete. Tim Richter hatte das 1:2 auf dem Schläger, scheiterte aber per Rückhand aus kurzer Distanz am Rosenheimer Torwart Timo Herden. Die Gastgeber kamen erst bei der ersten und einzigen Überzahlsituation im ersten Spielabschnitt wieder zu Chancen. Wade MacLeod scheiterte aus Nahdistanz an einem unbeschreiblichen Reflex von Gästekeeper Vollmer, Peter Lindlbauers Schuss von der blauen Linie rasierte den Pfosten (11.). 

Klare Fehlentscheidung führt zum 1:2

Franz Steer zeigts an: Beim Garmischer Tor zum 1:2 standen zu viele Gästespieler auf dem Eis! Doch alle Proteste halfen nichts...

Noch größeres Pech hatten die Grün-Weißen aber dann in Minute 13. Keiner der Akteure aus dem Unparteiischen-Quartett nahm wahr, dass die Gäste mit sechs Feldspielern auf dem Eis standen. Und während die Starbulls-Spieler auf den ausbleibenden Pfiff warteten, spielte Mark Heatley einen schnellen Pass auf Louke Oakley, der freie Schussbahn hatte und die Scheibe im linken Eck zur Gästeführung versenkte. In den verbleibenden sieben Spielminuten bis zur ersten Pausensirene ging es hin und her. Auf Gästeseite scheiterten Schultz und Beck am jeweils gut reagierenden Timo Herden, für die Starbulls hatten C.J. Stretch und der alleine auf Torwart Vollmer zufahrende Fabian Zick beste Chancen zum Ausgleich. 

Auch den zweiten Spielabschnitt begannen die Starbulls sehr offensiv. Die Gäste waren darauf aber nun besser eingestellt und störten von Beginn an konsequent. Trotzdem kamen die Gastgeber zu einer frühen hochkarätigen Chance erneut durch Vollmayer. Doch der Schütze des 1:0 zögerte einen Moment zu lange, so dass Torwart Vollmer das kurze Eck mit einem spektakulären Satz noch zumachen konnte. Dann schien der SC Riessersee dank konzentriertem Defensivverhalten und schnellem Umschaltspiel die Dominanz wieder an sich zu ziehen, brachte sich aber durch einige Strafzeiten aus dem Konzept – und hatte mächtig Glück, dass Josef Staltmayr nach einem regelwidrigen Zweikampf mit Tyler McNeely in der 31. Minute nur eine kleine Strafe erhielt. Der Kanadier verletzte sich, musste in die Kabine und kam erst im dritten Spielabschnitt wieder zurück. 

Die Starbulls wussten aber mit ihren Überzahlsituationen zunächst wenig anzufangen, nicht einmal, als sie eine Minute lang mit zwei Spielern mehr auf dem Eis standen. Dann klingelte es aber doch noch im Gästetor während einer numerischer Überlegenheit der Hausherren. Josef Frank schlenzte die Scheibe nach Pass von MacLeod von der Bande an der blauen Linie auf das Tor und Stefan Loibl nahm Torwart Vollmer die Sicht. So dass der Gästetorwart das Hartgummi passieren ließ (33.).

Garmischer Tor nicht gegeben

Tyler McNeely wird verletzt vom Eis geführt. Warum es dafür für den Verursacher nur zwei Strafminuten gab, blieb das Geheimnis der Referees.

Einer technisch sehenswerten Vorarbeit von Wade MacLeod entsprang schließlich der Rosenheimer Führungstreffer zum 3:2. Stefan Loibl versenkte ohne Gegenwehr den finalen Querpass reaktionsschnell und ließ Jochen Vollmer keine Abwehrchance (35.). Danach wurde erst turbulent. Gästekeeper Vollmer senste seinen Mitspieler Jesse Schultz hinter dem Tor mit dem Schläger um, der von der Strafbank kommende Daxlberger schnappte sich die Scheibe, brachte sie aber aus kurze Distanz nicht im Tor unter. Auf der anderen Seite drückte Brendan Connolly die Scheibe zum vermeintlichen 3:3 über die Linie, die Hauptschiedsrichter erkannten aber zuvor eine Behinderung und schickten Connolly für zwei Minuten auf die Strafbank (38.).

Im letzten Spielabschnitt mussten die Starbulls eine frühe Strafzeit für Maximilian Vollmayer hinnehmen – und in der daraus resultierenden Unterzahlsituation den Ausgleich zum 3:3. Stephan Wilhelm hatte von der blauen Linie abgezogen, die Scheibe prallte von der Bande zurück, die Rosenheimer Defensive schaltete zu langsam und Connolly sagte "Danke" (43.). 

Doch die Starbulls antworteten sofort und Wade MacLeod verwertete technisch versiert einen raffinierten Rückhand-Rückpass von C.J. Stretch zum 4:3 (44.). Danach versäumten es die Starbulls, ihre Gegenstoß-Gelegenheiten sauber auszuspielen. Klare Chancen zum vorentscheidenden 5:3 gab es daher kaum. Stattdessen musste Starbulls-Torwart Timo Herden mehrfach Glanzparaden auspacken, um den erneuten Ausgleich zu verhindern. Als im Powerplay der Gäste die Scheibe vor den Schläger von Jesse Schultz fiel, der bei freier Schussbahn aus zehn Metern abzog, rettet Herden spektakulär (51.). Auch Sean Fischer und Stephan Wilhelm scheiterten aus hervorragenden Abschlusspositionen an Herden. Mit einem Schuss vom eigenen Torraum über die ganze Eisfläche zum 5:3 ins leere Gästetor sorgte Tyler McNeely 43 Sekunden vor Schluss aber für die endgültige Entscheidung.

Video: Die Stimmen der Trainer

Das Spiel in der Statistik:

Starbulls Rosenheim - SC Riessersee 5:3 (1:2, 2:0, 2:1)

Tore: 1:0 (2.) Max Vollmayer (Tobias Thalhammer, Tyler McNeely), 1:1 (4.) Mattias Beck (Jesse Schultz, Christian Hummer), 1:2 (15.) Louke Oakley (Mark Heatley, Julian Eichinger), 2:2 (33.) Beppo Frank (Wade MacLeod, Stefan Loibl - Überzahl-Tor), 3:2 (36.) Stefan Loibl (Wade MacLeod, Max Renner), 3:3 (43.) Brendan Connolly (Stephan Wilhelm, Florian Vollmer - Überzahl-Tor), 4:3 (44.) Wade MacLeod (CJ Stretch, Michael Rohner), 5:3 (60.) Tyler McNeely (Timo Herden - ENG).

Schiedsrichter: Carsten Lenhart (Kassel) und Sirko Hunnius (Berlin).

Strafen: Rosenheim 8 - Riessersee 12.

Zuschauer: 3.345.

mw/Starbulls Rosenheim

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