„Ein Drittel Eishockey reicht halt nicht!“

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Rosenheim – Einen bitteren Eishockeyabend erlebten die Starbulls am Montag: Weil sie erneut nur 20 Minuten Eishockey spielten, kassierten sie am Ende eine herbe Heimschlappe.

Die Rosenheimer Eishockeyspieler unterlagen vor 2.423 Zuschauern im Kathrein-Stadion trotz zwischenzeitlicher Führung den Lausitzer Füchsen letztlich deutlich mit 1:5 (1:0, 0:2, 0:3) und mussten damit die DEL2-Tabellenführung wieder an den Erzrivalen aus Landshut abgeben (5:2 gegen Dresden). Die Fans fühlten sich bei der montäglichen Schmach an den Auftritt in Garmisch vom Samstag erinnert, wo die Grün-Weißen nach 20 Minuten nicht nur 1:0 sondern sogar 4:1 geführt hatten, dann aber jeglichen Betrieb eingestellt hatten. Die Quittung gab es diesmal in noch deutlicherer Form: Mit fünf Toren zwischen der 32. und 50. Minuten fügten die Sachsen den Hausherren eine empfindliche Niederlage zu.

Dabei hatte die Partie aus Sicht der Innstädter, die auf den an den Adduktoren verletzten Kim Staal und Tobias Thalhammer (Gehirnerschütterung) verzichten mussten, eigentlich gut begonnen. Das erste Drittel verlief sehr ordentlich und die Führung nach 14 Minuten durch einen schönen Handgelenkschuss von Tyler McNeely, der nach Vorarbeit von Shawn Weller und Norman Hauner ganz frei stand, war absolut verdient. Starbulls-Coach Franz Steer sah das ähnlich: „Im ersten Abschnitt hat Weißwasser gegen uns kein Ticket gehabt und vielleicht dreimal auf unser Tor geschossen.“

Das sollte sich im Mittelabschnitt ändern, was auch daran lag, dass die Grün-Weißen von Minute zu Minute pomadiger agierten und dem Gegner viel zu viel Platz ließen. Vielleicht wäre die Partie in eine andere Richtung gelaufen, wenn ein Schuss der Starbulls im Powerplay nicht an die Latte, sondern ins Tor gegangen wäre (27.). Das wäre das 2:0 gewesen. Doch dann kam die große Zeit der Gäste: Erst markierte der Ex-Schwenninger Peter Boon direkt nach einem Bullygewinn den nun mehr als verdienten Ausgleich (32.). Und nur vier Minuten später hieß es 1:2, als Weller in der neutralen Zone die Scheibe verlor und Weißwasser schnell nach vorne spielte. Der Schuss von Jens Heyer passte dann genau ins lange Eck (36.).

In den letzten 20 Minuten wurde es aus Rosenheimer Sicht schließlich richtig bitter: Casey Pierro-Zabotel, der sein letztes Spiel für die Füchse machte (er geht zurück nach Übersee), markierte mit Hilfe des „doppelten“ Innenpfostens das 1:3 (43.). Und während die Starbulls im Geiste noch mit Schiedsrichter Stefan Vogl diskutierten, ob der Puck die Linie wirklich vollständig überschritten hatte, bediente Boon nur 27 Sekunden später den im Slot lauernden Sean Fischer, der sich die Gelegenheit zum 1:4 (44.) natürlich nicht entgehen ließ. Die Partie war nun entschieden. Dass Danny Pyka in der 50. Minute mit einem schönen Schuss unter den Querbalken noch das 1:5 markierte, interessierte am Ende nur noch die über 300 mitgereisten Schlachtenbummler aus der Lausitz, die ihr Team zurecht lautstark feierten.

Dass die Leistung der Sachsen richtig gut war, zeigte sich auch am Resümee von Trainer Dirk Rohrbach, der sein Team richtiggehend über den „grünen Klee“ lobte: „Wir haben sehr schönes Eishockey angeboten und die Scheibe gut laufen lassen. Das war nicht nur kämpferisch, sondern auch spielerisch richtig gut!“ Kollege Steer übte hingegen natürlich Kritik am Auftritt seiner Mannschaft: „Ein Drittel Eishockey reicht halt nicht. Wir sind ab dem zweiten Drittel total aus dem Tritt gekommen!“ Über seine Mannschaft wollte er aber nichts kommen lassen: „Klar ist unsere erste Reihe heute mit minus Vier aus dem Spiel gegangen, doch das sind genau die Spieler, die uns im bisherigen Saisonverlauf dorthin geschossen haben, wo wir momentan stehen.“

Das Spiel in der Statistik:

Starbulls Rosenheim – Lausitzer Füchse 1:5 (1:0, 0:2, 0:3)

Tore: 1:0 (14.) Tyler McNeely (Shawn Weller, Norman Hauner), 1:1 (32.) Peter Boon (Thomas Götz, Markus Lehnigk), 1:2 (36.) Jens Heyer (Scott King, Markus Schmidt), 1:3 (43.) Casey Pierro-Zabotel (Christoffer Kjärgaard, Scott King), 1:4 (44.) Sean Fischer (Peter Boon, Thomas Götz), 1:5 (50.) Danny Pyka (Christoffer Kjärgaard, Lukas Pozivil).

Schiedsrichter: Stefan Vogl (München).

Strafen: Rosenheim 4 – Weißwasser 4.

Zuschauer: 2.423.

Rubriklistenbild: © Franz Ruprecht

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