Aufholjagd endet in Verlängerung

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Das war´s für die Starbulls: Matt McKnight trifft im Duell mit Max Renner im Fallen in der dritten Minute der Overtime zum entscheidenden 4:5.
  • schließen

Rosenheim – Erst rettete Tyler McNeely seine Farben mit zwei Toren in die Verlängerung, doch dort kam am Abend für die Starbulls der K.O. nach knapp drei Minuten.

Vor 2.587 Besuchern im Kathrein-Stadion zeigten die Rosenheimer zunächst große Moral und kamen nach einem 2:4-Rückstand in der letzten Viertelstunde noch einmal zurück, ehe der K.O. schließlich doch in der Verlängerung folgte. Unter dem Strich unterlagen die Rosenheimer Eishockeyspieler den Bietigheim Steelers im dritten Playoff-Halbfinale mit 4:5 (1:0, 1:3, 2:1, 0:1) in der Overtime und mussten damit das „Break“ in der Best-of-Seven-Serie hinnehmen. Überhaupt war es der erste Erfolg einer Auswärtsmannschaft in einem Playoff-Spiel zwischen den Grün-Weißen und den Cracks aus dem Ellental.

Guter Start der Starbulls

Rosenheim erwischte zwar den besseren Start und hatte in der Anfangsphase einige gute Gelegenheiten, doch relativ schnell zeichnete sich ab, was sich auch in den bisherigen Vergleichen schon angedeutet hatte: Es würde eine enge Partie werden, vor allem bei gleicher Spielerstärke nahmen sich beide Klubs nicht viel. Daher war es nicht verwunderlich, dass es ein Überzahl-Tor war, das die Hausherren in Minute 7 in Führung brachte. Andrej Strakhov schaffte es irgendwie, die Scheibe von hinter dem Tor so gegen den Körper von Steelers-Keeper Frederic Cloutier zu schießen, dass diese dann hinter der Linie landete. In der Folge deutete die Gaudet-Truppe mehrmals ihre Gefährlichkeit an.

Dass es keine gute Idee ist, gegen die Steelers unnötige Strafen zu nehmen, zeigte sich gleich zu Beginn des zweiten Abschnitts. Als die Gäste kurzzeitig zwei Mann mehr auf dem Eis hatten, klingelte es sofort: Alexej Dmitriev, der bereits am Sonntag beim 5:2 dreimal getroffen hatte, ließ Pasi Häkkinen keine Chance. Zwischendurch gelang Kim Staal mit einem passgenauen Schlenzer von der blauen Linie – eine Strafe gegen die Gäste war angezeigt – zwar die neuerliche Führung für Rosenheim (32.), doch danach kam es noch besser für die Schwaben: In der 37. Minute traf Dmitriev vom Bully weg direkt zum Ausgleich und nur 33 Sekunden später führten die Steelers erstmal, als Markus Gleich aus großer Entfernung einfach mal abzog und Häkkinen keine gute Figur abgab (38.).

Dmitriev wieder der Starbulls-Schreck

Im Schlussdrittel avancierte Dmitriev endgültig zum Schreck der Bullen, als er im Powerplay mit einem trockenen Schuss ins kurze Eck auf 2:4 stellte (46.). Eine knappe Viertelstunde war da noch zu spielen – und viele Zuschauer sahen in dieser Phase die Felle für die Oberbayern bereits davon schwimmen. Doch diese Fans hatten die Rechnung da ohne den Kampfgeist der Starbulls gemacht. Erst gelang Tyler McNeely nach Vorlage von Shawn Weller aus kurzer Distanz der Anschluss (47.). Große Torchancen gab es danach zwar lange nicht, doch als Häkkinen eine gute Minute vor Schluss das Eis verließ, ergab sich genau noch die eine entscheidende Gelegenheit: McNeely setzte sich auf links durch und überwand Cloutier 54 Sekunden vor Schluss zum umjubelten 4:4-Ausgleich.

Starbulls - Bietigheim

In der anschließenden Verlängerung hätte man denken können, dass die moralischen Vorteile auf Seiten der Starbulls liegen würden. Diese hatten auch eine große Chance, ehe der Gegenzug zur Entscheidung führte. David Wrigley ließ sich links nicht stoppen und bediente Matt McKnight, der sich nicht zweimal bitten ließ und die Scheibe am langen Pfosten zum Siegtreffer für die Gäste über die Linie drückte (63.).

"Müssen das Spiel abhhaken!"

Während Bietigheims Coach Kevin Gaudet vor allem den unbändigen Kampfgeist seiner Spieler lobte, befand Starbulls-Coach Franz Steer: „Wir sind im letzten Drittel gut zurückgekommen. Allerdings haben wir dumme Strafzeiten kassiert.“ Von einer Vorentscheidung in der Serie durch das Steelers-Break wollte der Chefanweiser aber überhaupt nichts wissen: „Wir müssen das Spiel abhaken und werden uns gut auf Freitag vorbereiten. Da wollen wir in Bietigheim das Spiel ziehen!“

Spiel vier der Serie wird da um 20 Uhr in der EgeTrans-Arena angepfiffen. Auch im anderen Halbfinale gab es übrigens einen Erfolg der Auswärtsmannschaft: Landshut setzte sich mit 2:0 in Bremerhaven durch und ging damit in der Serie mit 2:1 in Führung.

Das Spiel in der Statistik: 

Starbulls Rosenheim – Bietigheim Steelers 4:5 n.V. (1:0, 1:3, 2:1, 0:1)

Tore: 1:0 (7.) Andrej Strakhov (Max Renner, Kim Staal – Überzahl-Tor), 1:1 (24.) Alexej Dmitriev (Robin Just, Marcus Sommerfeld – Überzahl-Tor 2), 2:1 (32.) Kim Staal (Andrej Strakhov, Dominic Auger – sechster Feldspieler), 2:2 (37.) Alexej Dmitriev (Chris St. Jacques), 2:3 (38.) Markus Gleich (Robin Just), 2:4 (46.) Alexej Dmitriev (Marcus Sommerfeld, Robin Just – Überzahl-Tor), 3:4 (47.) Tyler McNeely (Shawn Weller, Norman Hauner), 4:4 (60.) Tyler McNeely (Shawn Weller, Robin Weihager – sechster Feldspieler), 4:5 (63.) Matt McKnight (David Wrigley, Marco Schütz – GWG).

Schiedsrichter: Ralph Bidoul (Sonthofen) und Sascha Westrich (Zweibrücken).

Strafen: Rosenheim 14 – Bietigheim 10.

Zuschauer: 2.587.

redro24/mw

Zurück zur Übersicht: Starbulls Rosenheim

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser