Heimpleite gegen Crimmitschau

Fehlstart für Schädler und Starbulls trotz Aufholjagd!

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Rosenheim - Wenn die Starbulls so weitermachen, dann wird es ganz, ganz eng mit dem angepeilten Klassenerhalt in der DEL2. Das wurde nach der Auftaktniederlage in die "Alles oder Nichts"-Serie am Freitagabend deutlich.

Vor 2.477 erwartungsfrohen Besuchern unterlagen die Rosenheimer Eishockeyspieler beim Debüt von Interimstrainer Thomas Schädler am Freitagabend mit 4:6 (1:2, 0:2, 3:2) gegen die Eispiraten Crimmitschau und mussten damit schon im ersten Spiel den Vorteil des Heimrechts an die Westsachsen abtreten. 

Letztlich erwies sich ein ganz schwaches zweites Drittel, in dem Rosenheim zwischenzeitlich mit 1:4 in Rückstand geriet, als zu große "Hypothek" für den restlichen Spielfortgang. Immerhin konnte man dem Team nicht Kampfgeist und Moral absprechen. Spielerisch und bei der Chancenverwertung ist hingegen natürlich ganz viel Luft nach oben! Zudem sind sechs Gegentore auf eigenem Eis gegen die schwächste Mannschaft der Hauptrunde nicht gerade ein "Gütesiegel" für die eigene Abwehr.

Crimmitschau stellt erstes Drittel auf den Kopf

Rosenheim machte anfangs jedoch mit guter Beinarbeit, aggressivem Forechecking und schnellem Passspiel viel Druck und ging völlig verdient in der 4. Minute in Front. Leopold Tausch setzte sich gegen drei Crimmitschauer durch und legte für den mitgelaufenen Yannik Wenzel ab, der die Scheibe maßgenau rechts oben ins Eck setzte.

Auf der Gegenseite fehlte bei einem Schuss von Mark Lee nicht viel, dann war Timo Herden im Starbulls-Tor zweimal in Unterzahl massiv gefordert. Dennoch hätten die Starbulls durch Tyler Scofield (2x), Manuel Edfelder oder Joseph Lewis eigentlich deutlich ausbauen müssen. Die Quittung gab es gegen Drittelende: Erst wurde Jason Pinizzotto nicht angegriffen, der die Scheibe daraufhin maßgenau in den linken Winkel setzte - 1:1 (17.). Eine Minute später führten die Westsachen sogar, als Bernhard Keil die Lücke im Verkehr vor Herden sah und diesen "tunnelte" (18.).

Rosenheim verliert Linie völlig

Das gab den Rot-Weißen sichtlich Selbstvertrauen, wohingegen Rosenheim im zweiten Drittel nahezu jegliche Linie verlor und völlig verunsichert wirkte. Kaum ein Spielzug klappte noch, zudem fehlte nun auch der berühmte "Plan B", denn Crimmitschau machte im Gegensatz zum ersten Abschnitt das Zentrum wesentlich besser dicht. Dennoch hatten Greg Classen und Scofield jeweils frei vor dem starken Gästekeeper Henning Schroth, der den gesperrten Ryan Nie vertrat, beste Möglichkeiten zum Ausgleich.

Crimmitschau hingegen zeigte, wie man mit schnörkelloser Spielweise zum Erfolg kommen kann. Zunächst traf der hochdekorierte Ex-DEL-Spieler Ivan Ciernik in Minute 33 zum 1:3. Und als Cameron Burt einen scharfen Querpass von Martin Bartek vor dem einschussbereiten Ciernik zum 1:4 ins eigene Tor lenkte, setzte es - genau wie zur Pausensirene - ein gellendes Pfeifkonzert aus der Mangfallkurve. Pfiffe gab es indes auch für Referee Michael Klein, der einige zweifelhafte Entscheidungen zu Ungunsten der Starbulls traf. Unter anderem blieb eine "Notbremse" an Tausch und ein hoher Stock von ETC-Keeper Schroth im Gesicht von Tyler McNeely ungeahndet.

Zweimal Hoffnung im Emilo-Stadion

Im letzten Drittel schien alles zunächst den erwarteten Verlauf zu nehmen. Crimmitschau stand hinten sicher, Rosenheim rannte vergeblich an. Doch nach dem Überzahl-Tor von Joonas Valkonen (50.) und dem erfolgreich verwandelten Abpraller von Manuel Edfelder (52.) war plötzlich kurzzeitig wieder richtig "Feuer" unter dem Hallendach. Dumm nur, dass die Westsachen nur 24 Sekunden nach dem 3:4 zurückschlugen und Keil aus kurzer Distanz ins lange Eck traf - 3:5 (52.).

In der Schlussphase setzte Rosenheim alles auf eine Karte. Trainer Thomas Schädler nahm die Auszeit, "zog" Herden früh - und Classen fälschte die Scheibe 119 Sekunden vor Schlusssirene zum 4:5 ab. Die Partie war nun an Dramatik kaum noch zu überbieten, zumal sich Danny Pyka noch eine Strafe abholte. Bei Sechs gegen Vier - Herden hatte inzwischen wieder das Eis verlassen - verlor Burt jedoch an der blauen Linie die Scheibe, Patrick Pohl setzte sich mit letzter Kraft durch und brachte die Scheibe schließlich zum 4:6-Endstand im leeren Tor unter (60.). 

Starbulls-Coach Schädler sah trotz der Pleite positive Ansätze: "Der Start ins Spiel war verheißungsvoll. Genau so habe ich mir das vorgestellt. Leider haben wir dann aber den Faden verloren. Die Mannschaft hat zwar alles gegeben, aber man hat dann schon die Unsicherheiten gesehen. Die Mannschaft hat bewiesen, dass sie alles geben will und hätte das Spiel fast noch gedreht. Die Körpersprache stimmt aber, der Kopf ist oben und die Brust draußen. Im nächsten Spiel müssen wir einfach noch eine Schippe drauf legen." Spiel zwei steigt am Sonntag, 17 Uhr, im Crimmitschauer Sahnpark. Dort müssen die Starbulls alles daran setzen, das verlorene Heimrecht zurückzuerobern.

Das Spiel in der Statistik: 

Starbulls Rosenheim - Eispiraten Crimmitschau 4:6 (1:2, 0:2, 3:2) 

Tore: 1:0 (4.) Yannik Wenzel (Leopold Tausch, Dominik Daxlberger), 1:1 (17.) Jason Pinizzotto (Andre Schietzold, Martin Bartek), 1:2 (18.) Bernhard Keil (Patrick Pohl, Danny Pyka), 1:3 (33.) Ivan Ciernik (Christoph Kabitzky, Daniel Bucheli), 1:4 (37.) Martin Bartek (Mark Lee, Andre Schietzold - Überzahl-Tor), 2:4 (50.) Joonas Valkonen (Dominik Daxlberger, Manuel Edfelder - Überzahl-Tor), 3:4 (52.) Manuel Edfelder (Christian Neuert, Max Vollmayer), 3:5 (52.) Bernhard Keil (Martin Bartek, Vincent Schlenker), 4:5 (59.) Greg Classen (Michael Rohner, Tyler Scofield - sechster Feldspieler), 4:6 (60.) Patrick Pohl (ohne Assist - Unterzahl-Tor, Empty Net Goal).
Schiedsrichter: Michael Klein (Stuttgart).
Strafen: Rosenheim 16 - Crimmitschau 14.
Zuschauer: 2.477. 

mw

Rubriklistenbild: © Starbulls Rosenheim/Ludwig Schirmer

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