In Sachen neues Eisstadion:

Starbulls wollen Signalwirkung nutzen

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Das Kathrein-Stadion an der Jahnstraße ist marode und wird seit Jahren nur noch notdürftig saniert.
  • schließen

Rosenheim – Die Stadt Kaufbeuren bekommt ein neues Eisstadion. Die Signalwirkung, die von dieser Entscheidung ausgeht, wollen die Starbulls in Rosenheim nun zu ihren Gunsten nutzen.

Am Dienstagabend hat der Kaufbeurer Stadtrat nach einer dreistündigen Debatte beschlossen, eine neue Eishalle für 3.500 Zuschauer zu bauen. Das Projekt kostet etwa 20 Millionen Euro. Diese Entscheidung wurde von den Vertretern des ESV Kaufbeuren – einem DEL2-Konkurrenten der Starbulls – sowie anderen Eissportfreunden aus der Region mit großem Jubel aufgenommen. Damit dürfte der traditionsreiche Eishockey-Standort im Allgäu für die nächsten Jahrzehnte eine sichere Perspektive haben – was man aktuell in Rosenheim nicht behaupten kann. Dabei wären die Städte aufgrund ihrer Lage, der Einwohnerzahl und nicht zuletzt wegen ihrer namhaften Eishockey-Klubs mit jeweils erstklassiger Nachwuchsarbeit durchaus vergleichbar.

Die Ausgangslage in Rosenheim ist im Endeffekt weiterhin genauso, wie sie in Kaufbeuren bis Dienstagabend war: Das Kathrein-Stadion ist (genau wie die Sparkassen-Arena in Kaufbeuren) marode, ohne einen Neubau – eine Generalsanierung käme verschiedenen Einschätzungen nach zufolge viel zu teuer – steht das Profi-Eishockey in Rosenheim mittelfristig vor dem Aus! Aktuell werden an der Jahnstraße lediglich noch die nötigsten „Schönheitsreparaturen“ durchgeführt, aber sonst kein Geld mehr in die Halle investiert.

Klares Bekenntnis der Stadt fehlt weiter

Zudem hat die Stadt bis dato ein klares Bekenntnis vermissen lassen, den Eissport – und damit ist laut Starbulls-Pressesprecher Olaf Lüeße keineswegs nur das Profi-Eishockey der Starbulls gemeint – in Rosenheim und der Region auch in Zukunft zu unterstützen. „Eishockey ist neben dem Mittertor das absolute Wahrzeichen und Aushängeschild der Stadt! Darum muss sich die Stadt kümmern“, sagt Starbulls-Sprecher Olaf Lüeße.

Der Vorsitzende der Starbulls, Willi Graue, hatte sich schon vor Wochen in einem Interview mit rosenheim24.de klar geäußert: „Wir möchten eine grundsätzliche Entscheidung der Stadt Rosenheim, ob man ein neues Stadion haben will oder nicht! Wir könnten auch mit einem Nein leben, müssten dann aber den Betrieb entsprechend zurückfahren. Käme ein neue Stadion, würde das natürlich ganz neue Perspektiven eröffnen!“

Perspektiven nicht nur für das Eishockey, sondern auch für die vielen Eiskunstlaufvereine, Eisstockschützen und Hobbymannschaften. Das Kathrein-Stadion ist aktuell laut Lüeße die mit Abstand „meist frequentierteste Sportstätte in ganz Südostbayern“. In den Monaten von August bis April, wenn das Eis angerichtet ist, ist ein Dauerbetrieb von 6 Uhr morgens bis 23 Uhr abends die Regel. Manchmal geht es sogar noch länger. Lüeße: „Sobald das Eis da ist, geht das Licht in diesem Stadion praktisch nicht mehr aus!“ 

Neben den teils völlig unpassenden Trainingszeiten für Jugendmannschaften (oft am frühen Morgen) sind da die Eisstockschützen, für die sich im jetzigen Stadion eigentlich überhaupt keine Eiszeit mehr findet, noch gar nicht berücksichtigt. Thomas Bugl, Wirtschaftsdezernent der Stadt, hatte in diesem Zusammenhang ebenfalls schon vor einigen Wochen erklärt: „Der Stadtrat ist nun am Zug, eine Entscheidung zu treffen! Es ist ja keine kommunale Pflichtaufgabe, ein Eisstadion zu unterhalten, sondern eine freiwillige Leistung!“

Offensiv, aber sachlich

Mehr zum Thema:

"Neues Eisstadion nur in der Stadt möglich"

Eisstadion würde 24 Millionen kosten

Stadion-Entscheidung liegt noch auf Eis

Obwohl die vielen Probleme bereits bekannt sind, wollen die Starbulls nun offensiv mit dem Thema „Stadionneubau“ umgehen und mit einer „Charme-Offensive“ die Stadtväter doch auf ihre Seite ziehen. „Wir wollen die Signalwirkung, die von der Entscheidung in Kaufbeuren ausgeht, für uns nützen. Wichtig ist aber, dass wir dabei sachlich bleiben! Eine polemische Diskussion über ein neues Stadion wie damals zu Marox-Zeiten bringt niemanden etwas“, so Lüeße, der gleichzeitig auch Verständnis für die Politiker zeigt: „Diese Herrschaften müssen verantwortungsbewusst gegenüber allen Bürgern handeln. Solch einen Millionen-Betrag schüttelt man nicht einfach aus dem Ärmel!“ Berechnungen zufolge würde eine neue Arena mit zwei Eisflächen und entsprechender Infrastruktur rund 24 Millionen Euro kosten.

Um ihr Ziel zu erreichen, wollen die Grün-Weißen in den nächsten Wochen verschiedene Maßnahmen ergreifen. Mit einer verbesserten Pressearbeit soll auf die Tradition des Eishockeystandortes Rosenheim vermehrt hingewiesen werden. Auch die Website der Starbulls wurde deswegen bewusst um den Menüpunkt „Historie“ ergänzt. Dort wird eindrucksvoll dargestellt, was die Geschichte des Vereins seit 1928 ausmacht. „Solche Werte müssen unbedingt erhalten bleiben“, fordert Lüeße.

"Wollen Vorurteil ausräumen!"

Außerdem planen die Starbulls demnächst eine große Info-Veranstaltung mit allen Eisvereinen aus Rosenheim und Umgebung, den verantwortlichen Politikern und Medienvertretern. „Wir wollen die Faktenlage aus unserer Sicht darstellen und das Vorurteil, dass mit einem Neubau nur der Profisport gefördert würde, ausräumen“, sagt Lüeße. Zudem wird der Fanbeirat der Starbulls zeitnah den Erfahrungsaustausch mit der Fan-Initiative Kaufbeuren suchen, die mit ihren Aktionen maßgeblich dazu beigetragen haben, dass das Millionen-Projekt im Allgäu jetzt realisiert wird! Ob dies in Rosenheim mittelfristig auch passieren wird, steht aktuell hingegen in den Sternen!

Archiv: Interview mit Starbulls-Chef Graue:

Archiv: Interview mit Wirtschaftsdezernent Bugl

redro24/mw

Zurück zur Übersicht: Starbulls Rosenheim

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser