Probleme in der Offensive

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Knapp vorbei ist auch daneben: Gegen Hannover wollte die Scheibe trotz bester Chancen einfach nicht ins Tor. Rechts Verteidiger Bryan Schmidt.

Rosenheim - Der Schwung nach dem mit zwei Siegen durchaus geglückten Start ins Eishockey-Jahr 2013 ist bei den Starbulls Rosenheim erst einmal dahin.

Dem Sechs-Punkte-Wochenende zum Auftakt folgte ein Null-Punkte-Wochenende, und das gegen Gegner, mit denen Franz Steers Jungs in der Vergangenheit keine größeren Probleme hatten.

Gegen Hannover war die Zweitliga-Bilanz bisher mit je fünf Siegen ausgeglichen, Ravensburg dagegen hatte sich in der vergangenen Saison in vier Spielen keinen einzigen Punkt gegen Rosenheim sichern können. Heuer dagegen warten die Starbulls nach drei Begegnungen gegen die Towerstars noch auf den ersten Sieg.

Man muss nicht lange suchen, um die Ursachen für den "Durchhänger" zu finden, nämlich die mangelnde Offensivkraft. In den letzten fünf Matches ließen die Starbulls dreimal nur einen einzigen Gegentreffer zu, zweimal deren drei, und dennoch verloren sie drei dieser Spiele. Am Sonntag in Ravensburg gleich zu null, ein Novum für die laufende Saison. In den beiden kompletten Spielzeiten seit dem Aufstieg hatten sie je dreimal torlos verloren. Und schaut man genauer auf die Tabelle, sieht man, dass die Starbulls als einzige der Top Six die Hundert-Tore-Marke noch nicht geknackt haben. Sogar die Eispiraten aus Crimmitschau, an der Grenze zum Play-off kämpfend und nächster Gegner der Starbulls, haben schon mehr Treffer erzielt. Gegen das Defensivverhalten ist dagegen nichts einzuwenden, haben doch nur die Schwenninger Wild Wings weniger Tore zugelassen als Pasi Häkkinen und seine Vorderleute.

Und ganz besonders drückt sich diese Offensivschwäche im Powerplay aus. Nach dem Powerplay-Festival am zweiten Weihnachtsfeiertag in Landshut, wo Dominic Auger & Co. mit drei Überzahltoren den Grundstein zum Sieg legten, entwickelte sich diese oft entscheidende Konstellation zum großen Rosenheimer Manko. Nur drei Tore resultierten in den sechs Begegnungen seither aus über 54 Minuten numerischer Überlegenheit, sprich: Die Starbulls benötigen zurzeit rechnerisch 18 (!) Minuten für ein einziges Powerplaytor! Wenigstens sieht es am anderen Ende der Skala ähnlich aus: Die jeweiligen Gegner brauchen noch länger, um das Rosenheimer Penaltykilling zu überwinden, nämlich fast 19 Minuten (zwei Tore aus 37:15 Minuten in den letzten fünf Spielen). Da ist es kein Wunder, dass bei Matches mit Rosenheimer Beteiligung derzeit kaum Tore fallen. Mit 45:24 torlosen Minuten zwischen dem Hannoveraner Siegtreffer und dem einzigen Tor in Ravensburg blickt man auf die längste "Null-Phase" der laufenden Spielzeit zurück, und die Starbulls selbst haben seit genau 78 Minuten nicht mehr getroffen. Fällt in den ersten vier Minuten des nächsten Spiels kein Tor, verewigt man sich in den diesbezüglichen Top Ten seit dem Zweitliga-Aufstieg!

Ravensburg konnte seinen dritten Sieg gegen Rosenheim ohne den abgewanderten NHL-Spieler Adam Hall feiern, und nach dem Ende des "Rent-a-Star"-Spuks kann man eine kleine Bilanz ziehen, wie stark die Kräfte aus der stärksten Liga der Welt den Starbulls geschadet haben. Neben dem erwähnten Adam Hall, der zu beiden Ravensburger Siegen je einen Treffer beigesteuert hat, profitierte vor allem Crimmitschau von den "Leiharbeitern". Die sechs Punkte, die die Sachsen gegen Rosenheim holten, basierten vor allem auf den fünf Toren und fünf Vorlagen der NHL-Profis Chris Stewart, Clark MacArthur und Wayne Simmonds. Zu den beiden Bietigheimer Siegen steuerten Joshua Bailey und Terry Galiardi je zwei Scorerpunkte bei, während Matt d'Agostini für Riessersee und Bruno Gervais für Heilbronn erfolglos blieben. Auch der Heilbronner Torhüter Steve Bernier, immerhin amtierender Stanley-Cup-Sieger, konnte die Niederlage gegen die Starbulls nicht verhindern. Gesamtbilanz aus Rosenheimer Sicht: je acht Tore und Vorlagen aus NHL-Reihen des Gegners in acht Begegnungen, von denen sechs (eine davon im Penaltyschießen) verloren gingen. Gott sei dank ist der Lockout in der NHL ja vorbei!

Oberbayerisches Volksblatt

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