Unmut unter den Starbulls-Fans wächst

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Rosenheim - Die Starbulls haben drei der letzten vier Spiele verloren und auch miese Leistungen geboten. Der Unmut der Fans nimmt nun zu - sogar von "Arbeitsverweigerung" ist die Rede:

Eine 1:7-Klatsche in Kassel, eine bittere 3:4-Derbyniederlage gegen Landshut, ein glücklicher 3:2-Sieg bei Kellerkind Heilbronn und zuletzt eine 0:5-Blamage auf eigenem Eis gegen die Löwen Frankfurt – die Starbulls stecken derzeit in der Krise! Platz sieben nach 24 Spieltagen bedeutet die schlechteste Platzierung für die Rosenheimer seit über zwei Jahren!

Viele Fans erinnern sich noch mit Schrecken an 2012 zurück, als sich die Starbulls in einer ähnlichen Phase den mit NHL-Lockout-Spielern verstärkten Bietigheimern (2:8) und Crimmitschauern (1:5) deutlich geschlagen geben mussten. Dass es aktuell überhaupt nicht rund läuft, lässt sich auch statistisch belegen. Die Grün-Weißen haben nicht nur drei der letzten vier Heimspiele verloren, sondern auch das schlechteste Überzahl- (15,84 Prozent) und Unterzahlspiel (73,79 Prozent) der Liga. Dass die Special Teams heuer nicht funktionieren, mag auch den vielen Ausfällen geschuldet sein.

Dennoch ist es augenscheinlich so, dass die Führungsspieler heuer nicht so scoren wie in der letzten Spielzeit. Ein Shawn Weller (1,4 Punkte pro Spiel) oder ein Tyler McNeely (1,3) kamen 2013/14 auf deutlich über einen Punkt pro Spiel und landeten am Ende auf Platz vier und fünf bei den Top-Scorern. Auch ein Norman Hauner (0,88), Robin Weihager (0,85) oder Andrej Strakhov (0,86) sorgten dafür, dass die Starbulls kontinuierlich punkteten.

Apropos Strakhov: Der Mittelstürmer konnte seinen Punkteschnitt heuer halten, er liegt in der Scorerwertung jedoch nur auf Platz 49. Vor ihm liegt jedoch nur ein einziger Rosenheimer Spieler – Mario Trabucco (Platz 22)! Der Kanadier kommt auf derzeit 1,04 Punkte pro Partie – kein schlechter Wert, aber von Wellers und McNeelys Leistungen aus der letzten Saison doch ein ganzes Stück entfernt. Die anderen Spieler, sei es ein Sergio Somma, Tim Kunes oder Simon Fischhaber, kommen auf einen Schnitt von gut 0,6 Punkten pro Begegnung.

Archivfotos: Starbulls vs. Frankfurt

Starbulls vs. Frankfurt

Und auch die Fans haben gemerkt, dass die Leistungen ihrer Lieblinge in dieser Saison doch desöfteren zu wünschen übrig lassen. In Internetforen oder auf Facebook wird speziell seit der Frankfurt-Pleite heftig geschimpft – auch wenn es natürlich auch Anhänger gibt, die Mannschaft und Trainer in Schutz nehmen. Wir haben nach dem Frankfurt-Spiel einige Reaktionen gesammelt.

Harte Kritik der Starbulls-Fans

  • „Ich habe einen jungen Torwart (Anm. der Red.: Timo Herden) gesehen, der sich gegen eine vermeidbare Niederlage gestemmt hat und eine fehlerbehaftete, nicht kämpfen wollende und spielerisch überforderte Truppe gesehen, die den Namen Starbulls Rosenheim nicht verdient hat.“ (Facebook-Seite Starbulls) 
  • „Schämt euch! Fangt endlich zum Eishockey spielen an! (...)“ (Facebook-Seite Starbulls)
  • „Das war klare Arbeitsverweigerung! (...)“ (Facebook-Seite Starbulls)
  • „Ich bin keiner, der im Forum viel schreibt, weder zu guten noch zu schlechten Spielen, aber das heute war der Offenbarungseid. Selten in den letzten Jahren eine derart lust- und kampflose Truppe gesehen..." (Fanforum) 
  • „Franz Steer hat von den Namen her eine gute Mannschaft zusammengestellt, aber woher soll er wissen, dass gestandene Eishockeyprofis wie Somma nicht einschlagen wie erwartet?“ (Fanforum) 
  • „Wir kommen jetzt schneller in der Realität an, dass wir kein Meisterschaftsfavorit sind, sondern nur ums nackte Überleben kämpfen!“ (Fanforum) 
  • „(...) Was da auf dem Eis abgelaufen ist, hatte für mich den Eindruck von Arbeitsverweigerung und so ein Auftreten geht bei uns gar nicht!“ (Fanforum) 
  • „Der Auftritt unserer Jungs war eine Frechheit. Das war absolut peinlich!“ (rosenheim24.de)

Andere Anhänger fordern Zusammenhalt

  • „Es war sch...., aber nun heißt es zusammenreißen. Wir haben noch genug schwere Spiele und nicht, dass wir durchgereicht werden!“ (Facebook-Seite Starbulls) 
  • „Klar tut eine 0:5-Niederlage zuhause weh, aber das Leben geht weiter und nächstes Wochenende werden unsere Jungs gegen Bietigheim und Kaufbeuren alles geben und versuchen so viele Punkte wie möglich zu holen!“ (Fanforum) 
  • „Klar, man hat vier Reihen aufs Eis gebracht, aber man hat einige Leistungsträger weniger auf dem Eis und viele junge Spieler. Die sind einfach nicht in der Verfassung, zig Spiele am Stück perfekt abzuliefern (...). Auch unsere "gestandenen" Spieler kriechen auf dem Zahnfleisch, bedingt durch die Ausfälle (...)“ (Fanforum)
  • „(...) Auch wenn die Situation hart ist, müssen wir jetzt aktuell zusammen halten, denn durch gegenseitiges Zerfleischen wurde eine solche Situation noch nie besser (…)!“ (Fanforum) 
  • „Nun, mit Ruhm bekleckert haben sie sich heute wirklich nicht, aber es ist ein Sport und manchmal geht eben gar nichts zusammen. Vielleicht rüttelt sie ein bisschen Kritik auch mal wach. Und die Fans stehen hinter der Mannschaft, auch wenn sie mal pfeifen, das wissen die Jungs. (...)“ (rosenheim24.de)

Um den Unmut der Fans zu besänftigen, wäre aus Starbulls-Sicht am besten, die Formkurve baldmöglichst wieder ansteigen zu lassen. Doch das ist in solchen Situationen oft leichter gesagt als getan. Einen Anfang könnten die Grün-Weißen am Freitag im Heimspiel gegen Bietigheim machen. Allerdings dürften die Trauben gegen den souveränen Tabellenführer sehr hoch hängen.

redro24/mw

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