Rosenheims neues Feindbild Martinec

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Nach einem Check von Martinec gegen Kopf und Nacken verletzt am Boden: Starbulls-Verteidiger Beppo Frank.

Rosenheim - Die Starbulls-Fans haben seit Sonntag ein neues Feindbild: Tomas Martinec, 36-jähriger Stürmer von den Falken. Er war der Auslöser für die Match-Strafe von Norm Maracle.

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Rosenheims Eishockeyfans haben seit Sonntag wieder ein neues Feindbild: Tomas Martinec, 36-jähriger Stürmer von den Heilbronner Falken, tritt dabei in die Fußstapfen so berühmter Vorgänger wie Alois Schloder, Klaus „Butzi“ Auhuber (beide Landshut), Udo Kießling (Kölner Haie) , Rick Aman (Düsseldorf), Roy Roedger (Mannheim), „Eisenschorsch“ Georg Holzmann (Preussen Berlin) und in jüngster Vergangenheit der Landsberger Roland Hanemann. Martinec war beim Rosenheimer Gastspiel in Heilbronn nicht nur der Auslöser für die Matchstrafe von Rosenheims Torhüter Norm Maracle, dessen Fehltritt natürlich nicht zu entschuldigen ist, sondern er provozierte auch während der gesamten Spielzeit Rosenheims Spieler und die Starbulls-Bank.

Martinec musste beim Heilbronner Gastspiel in Rosenheim nach 15 Minuten zum Duschen.

"Was Martinec macht hat nichts mit Sport zu tun", sagte Franz Steer nach dem Spiel und ein Blick auf die Statistiken des ehemaligen deutschen Nationalspielers unterstreicht die Aussage des Rosenheimer Trainers. Martinec absolvierte keine Saison, in der er nicht die dreistellige Strafzeiten-Marke unterbot, und in der laufenden Zweitliga-Saison steuert der Stürmer auf eine neue Rekordmarke zu. Nach 36 Spielen hat Martinec bereits 118 Strafminuten auf dem Konto und rangiert damit bei den bösen Buben der 2. Liga auf Platz drei. Schon beim ersten Spiel in Rosenheim fiel der Sohn des ehemaligen tschechischen Weltklassespielers Vladimir Martinec unangenehm auf, als er nach einem Check gegen den Kopf und Nacken von Beppo Frank nach 15 Minuten mit einer Fünfminuten- und Spieldauerdisziplinarstrafe zum Duschen musste. Scheinbar ist diese Art der Stockchecks eine Spezialität von Martinec: Im Internet ist nachzulesen, dass Martinec beim Spiel Mannheim gegen Kassel am 12. März 2010 "den unschönen Schlusspunkt setzte". Der letztjährige Mannheimer schlug nach dem Abpfiff einen Kasseler Spieler gegen den Kopf und kassierte eine Matchstrafe. Bereits in seiner Nürnberger Zeit erhielt Martinec wegen des gleichen Vergehens gegen den Hamburger Clayton Young eine Matchstrafe und wurde vom Disziplinarausschuss der Deutschen Eishockey Liga für sechs Spiele gesperrt. Darüber hinaus wurde ihm eine Geldstrafe in Höhe von 1800 Euro auferlegt.

"Der gehört echt weg vom Eis. Clayton Young war sogar bewusstlos", schrieb ein User im Hamburger Forum. Sehr aussagekräftig ist die Beschreibung von Martinec' Spielweise durch den Heilbronner Fan "Falke" gestern im ESBG-Forum: "Martinec ist dermaßen clever und abgewichst im Zweikampf, das ist echt der Hammer. Immer am Provozieren, Sticheln und Duftmarkensetzen und so den Gegner zu Frustfouls hinreißen und dann sich selbst zurücknehmen, so dass meistens nur der Gegner eine Strafe zieht."

Das darf natürlich nicht als Entschuldigung für das Verhalten von Norm Maracle gelten. Wie im Video zu sehen wurde der Starbulls-Keeper im Torraum von Martinec angegangen und mit dem Stock unter den Schoner gestochen. "Klare zwei Minuten für Martinec", erklärte Steer. Maracle ist danach stehengeblieben und der Heilbronner fuhr auf ihn zu, dann folgte der Kopfstoß. "Die Matchstrafe ist korrekt, aber Auslöser war Martinec. Maracle war nach dem Spiel untröstlich, dass ihm so etwas passiert ist. Er hat sich gleich bei der Mannschaft entschuldigt", sagte Steer gestern.

Gut, dass sich der Rosenheimer Coach selbst im Griff hatte, als ihm Martinec bei einem Gerangel vor der Bank mit dem Schläger auf die Finger schlug. "Ich hab ihn dann nur leicht weggeschubst und er hat gleich wieder den sterbenden Schwan gespielt. Wenn ich ihn, wie fälschlicherweise behauptet, von oben mit der Faust im Gesicht getroffen hätte, wäre er anschließend zum Kieferorthopäden gefahren", ist sich Steer sicher und fügte an: "So ein Spieler wie Martinec wäre früher ein Fall für Auhuber/Steer gewesen..." Und schon sind wir wieder bei den Feindbildern von früher, zu denen sich Martinec als aktuelle Nummer eins zählen darf.

bz/Oberbayerisches Volksblatt

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