Die Rückkehr eines Traumsturms

Rosenheim - Es schien, als sei der Februar gar nicht geschehen: Zum Auftakt der Pre-Play-offs in der 2. Eishockey-Bundesliga knüpften die Starbulls Rosenheim an ihre Bestform im Januar an. **PK-Video folgt**

Der Lohn für diese immense Leistungssteigerung war ein deutlicher 6:1-Erfolg über die Bietigheim Steelers.

Es war die Wiederentdeckung eines Traumsturms im Starbulls-Dress – in etwas anderer Besetzung: Stephen Werner und Tommi Hannus spielten diesmal mit Floppo Zeller an der Seite groß auf. Die Fakten dazu: Werner erzielte zwei Tore und lieferte drei Vorlagen ab, Zeller legte zweimal auf und das langgezogene „Tommmiiiiiiiii“ des Stadionsprechers wurde von den Fans gleich fünfmal mit „Hannus“ bei drei Treffern und zwei Vorlagen beantwortet. „Unsere Ausländer haben die Ladehemmung überwunden“, beurteilte Starbulls-Trainer Franz Steer die Leistung der beiden Angreifer.

Sicherlich hatte dieser Angriff den Hauptanteil, allerdings war die Leistung der restlichen Starbulls-Akteure ebenso lobenswert: Norm Maracle parierte gleich in der Anfangsphase einmal prächtig und lieferte damit einen wichtigen Mosaikstein ab, die Defensive präsentierte sich äußerst sattelfest und auch die weiteren Sturmreihen überzeugten mit ihrer aggressiven Spielweise. „Die Jungs haben einen sehr guten Job gemacht“, lobte Steer.

Hingegen haderte Gäste-Trainer Dany Held mit seinen Mannen: „Wir haben vergessen, dass dies ein Play-off-Spiel ist, sind teilweise daneben gestanden. Unsere Leistungsträger waren nicht zu sehen“, schimpfte der Ex-Nationalspieler. Er nahm den Schiedsrichter aus seiner Kritik aus, denn beim Rosenheimer Führungstor hatte Tormann Martin Cinibulk den Puck nicht hinter der Linie gesehen und reklamierte vehement. „Dieses Tor hat das Spiel nicht entschieden“, meinte Held, doch mit diesem Treffer lief das Spiel fortan für die Hausherren. Rosenheim setzte bis zur ersten Drittelpause zwei Powerplay-Tore drauf und erhöhte im zweiten Drittel auf 4:0. Es folgte ein Lebenszeichen Bietigheims durch einen am Faschingsdienstag ungewöhnlich humorlosen Hammer von Olivier Latendresse. Doch im letzten Drittel trafen wieder nur noch die Starbulls in Form von Marius Möchel nach einem fast geglückten Bauerntrick von Alan Reader sowie den Schlusspunkt von Werner – danach ließ sich Gäste-Keeper Cinibulk auswechseln.

Trotz der Siegesfreude – das 6:1 war erst der erste Schritt ins Viertelfinale. „Play-offs haben ihre eigenen Gesetze“, warnt Trainer Steer vor Übermut. „Wir brauchen insgesamt zwei Siege und müssen dafür am Freitag in Bietigheim eine konzentrierte Leistung erbringen“, so der Starbulls-Coach weiter.

Statistik:

Starbulls Rosenheim – Bietigheim Steelers 6:1 (3:0, 1:1, 2:0)

Tore: 1:0 (8.) Hannus/Werner, Zeller, 2:0 (10.) Hannus/Auger, Werner, 3:0 (19.) Werner/Paderhuber, Hannus, 4:0 (33.) Hannus/Werner, Zeller, 4:1 (34.) Latendresse/Pascal Schoofs, Sleigher, 5:1 (44.) Möchel/Reader, Frank, 6:1 (49.) Werner/Hannus, Frank

Schiedsrichter: Oswald

Strafminuten: Rosenheim 14, Bietigheim 19 plus Spieldauer für Herbst

Zuschauer: 2078

Weiteres Ergebnis: Landshut Cannibals – Hannover Indians 6:1

tn/Oberbayerisches Volksblatt

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