Packendes Derby! 3:4 im Penaltyschießen

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So packend war auch heute das Derby! (Foto-Szene aus unserem Archiv)

Landshut - Die Starbulls holten ein 0:2 auf und retteten Sekunden vor Schluss mit dem 3:3 einen Punkt! Am Ende ist es aber die vierte Niederlage gegen den Spitzenreiter Landshut.

Die Höhepunkte

1. Drittel

Das Spitzenspiel Erster gegen Dritter im Eisstadion am Gutenbergweg beginnt mit einem ernüchternden ersten Drittel für die Starbulls.

In der 11. Minute gehen die Landshut Cannibals mit 1:0 in Führung: In Überzahl läuft die Scheibe entlang der blauen Linie von Toupal zu Andreas Geipel und der zieht sofort knallhart ab, die Scheibe schlägt flach im rechten unteren Eck ein.  

2. Drittel

Das nächste Powerplay-Tor für die Niederbayern fällt zu Beginn des zweiten Drittels. In Überzahl machen die Gastgeber viel Druck, Kapstadt passt und Cody Thorntons Schuss schlägt noch abgefälscht halbhoch ins linke Eck ein.

In dieser Spielphase scheint die Begegnung fast schon entschieden zu sein. Die Starbulls sind zu ungefährlich vor dem Tor des Gegners. Doch urplötzlich kommen sie zurück ins Spiel - und das sogar in Unterzahl!

In der 29. Minute vergibt Mitch Stephens zunächst eine Breakchance. Er kommt zwar noch zum Abschluss, wird aber vorher gestört und die Scheibe segelt knapp über das Tor. Wenige Sekunden später fällt aber der Anschlusstreffer: Bully vor dem Landshuter Tor und dann ist es Corey Quirk der Landshuts Keeper Vogl tunnelt.

Es entwickelt sich ein packender Schlagabtausch und den Starbulls gelingt der Ausgleich zum 2:2 (34.). Es ist das dritte Powerplay-Tor heute: Beppo Frank zieht ab, die Scheibe bleibt irgendwo kleben, Vogl reagiert zu spät, Baindl stört und Quirk stochert den Puck aus dem Gewühl über die Linie.

Kurz vor der Drittelpause aber die erneute kalte Dusche für die Starbulls! In der 39. Minute schlagen die Cannibals zum dritten Mal in Powerplay zu. Kapstadt bedient Abstreiter, der nicht zu halten ist und freistehend vor Maracle trifft. Bereits zuvor hatte Mrazek die große Chance zur erneuten Landshuter Führung, als er frei vor Maracle zum Abschluss kam.

3. Drittel

Spannung pur auch im letzten Drittel, wie man es sich bei einem solchen Bayernderby und Spitzenspiel wünscht!

Kuriose Unterbrechung in der Schlussphase des Spiels: Weil der Videowürfel in der Halle ausfällt, gibt es eine technisch bedingte Zwangspause. Als Ersatz muss die gute alte Anzeigetafel einspringen.

Wieder kommen die Starbulls zurück, mit einem Last-Minute-Tor 45 Sekunden vor dem Spielende! Und das kam so: Die Starbulls nehmen eine Auszeit und es geht ohne Maracle weiter, dafür mit einem zusätzlichem Feldspieler. Dann gibt es eine Strafzeit gegen den Landshuter Bill Trew. Die Starbulls nutzen die Powerplay-Chance: Gottwald bedient Stephens und der nagelt die Scheibe von halbrechts beherzt ins Kreuzeck!

Im Gegenzug dann noch eine Schrecksekunde für die Starbulls: Mraczek tankt sich durch und tunnelt fast Maracle, aber der sitzt dann doch noch auf der Scheibe.

Die Starbulls retten sich in die Verlängerung und schaffen den ersten Punktgewinn gegen Landshut in dieser Saison!

Verlängerung und Penaltyschießen

In der Verlängerung fällt kein Treffer - so geht es ins Penaltyschießen. Nicht unbedingt die Königsdisziplin der Rosenheimer in dieser Spielzeit. Nur gegen die Hannover Indians, beim 5000plus-Spiel am zweiten Weihnachtstag, konnten sich die Starbulls beim Penaltyschießen durchsetzen.

3:4 heißt es am Ende. Quirk und Gottwald scheitern, auf der Gegenseite trifft zwar Thornthon nicht, dafür aber Abstreiter und Trew.

Der Tabellenerste holt sich so den Zusatzpunkt. Beide Teams zeigten einen packenden Schlagabtausch! Die Starbulls können erhobenen Hauptes heimfahren.

Der ganze Live-Ticker zum Nachlesen: Hier

Vorbericht

Auch wenn es für alle Starbulls-Fans ganz bitter ist, wollen wir an dieser Stelle noch mal die bisherigen Saisonpleiten gegen die Cannibals in Erinnerung rufen: Am 4. November begann es mit einem 1:2 in Landshut, am 16. Dezember folgte eine 4:6 Niederlage daheim und dann noch das 1:5 Pokal-Aus im Januar! 

Nicht nur das Pokal-Aus war besonders bitter, sondern auch die Heimniederlage im Dezember. Die Kannibalen konnten damals eine zweimalige Starbulls-Führung noch in das 4:6 umwandeln.

Und wenn wir schon bei schlechten Vorzeichen für die Partie sind: Das Schiedsrichtergespann vom 4:6, unter Leitung von Hauptschiedsrichter Christian Oswald, wird auch heute wieder auf dem Eis stehen!

Spitzenspiel des 35. Spieltags

Das Bayernderby ist das absolute Spitzenspiel des 35. Spieltags in der 2. Eishockey-Bundesliga. Es tritt der Spitzenreiter aus Niederbayern gegen den Tabellendritten aus Rosenheim an. Zwölf Punkte haben die Landshuter Vorsprung auf die Gäste.

Ist Landshut zu schlagen?

Dass die Cannibals in dieser Saison eine ganz harte Nuss sind, gibt Starbulls Trainer Steer zu: "Um Landshut in dieser Saison zu schlagen muss alles passen. Norm Maracle muss einen Sahnetag erwischen, wir dürfen uns nicht zu viele Fehler leisten, wir müssen unsere Chancen nutzen und im richtigen Moment die Tore schießen."

Verletzte

Bei den Landshuter ist der Einsatz von Nico Krämmer fraglich. Ihn plagen Leistenprobleme. Die Starbulls können wohl auf den Einsatz von Beppo Frank setzen. Dominic Augers Einsatz ist dagegen fraglich. Steer dazu: "Wenn es ein Play-off-Spiel wäre, könnte auch Auger spielen. Ich warte da bis Freitag ab."

Was Hoffnung macht

Auch wenn es auf dem Papier das jüngste 1:5 nach einer klaren Klatsche aussieht, haben sich die Rosenheimer in Landshut über weite Strecken gut präsentiert. Die Cannibals konnten sich bei ihrem Torhüter Sebastian Vogl verdanken, dass er die zwischenzeitliche 2:1 Führung lange halten konnte, bis dann sechs Minuten vor Spielende das entscheidende dritte Tor für Landshut fiel.

Schaffen es die Starbulls an diese Leistung anzuknüpfen und zudem die katastrophale Chancenauswertung abzulegen, kann heute tatsächlich etwas Zählbares herausspringen.

Auch Steer blickt zuversichtlich auf die Begegnung: "Wir sind gerüstet. Wir sind nicht weit weg von den Cannibals. Warum soll ich etwas ändern. Bis auf ein Drittel im ersten Spiel waren wir immer auf Augenhöhe."

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