Eigentlich für einen guten Zweck

Spiele ohne Fans: „Teddy Bear Toss“ der Starbulls findet in der Weihnachtszeit diesmal nicht statt

Die Eisfläche bei einem Starbulls-Spiel übersäht mit Plüschtieren.
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Die Eisfläche bei einem Starbulls-Spiel übersäht mit Plüschtieren.

Die Idee stammt aus Kanada, seit einigen Jahren ist der „Teddy Bear Toss“ in der Weihnachtszeit auch bei den Eishockeyspielern der Starbulls Rosenheim Tradition. Es ist für einen guten Zweck.

Rosenheim – Dabei werden beim ersten Tor der Heimmannschaft oder nach Ertönen der Schlusssirene zahlreiche Plüschtiere von den Zuschauern auf die Eisfläche geworfen, die dann an Krankenhäuser, Hilfsorganisationen und andere gemeinnützige Einrichtungen gespendet werden. Heuer fällt die Aktion aus, weil pandemiebedingt bei den Eishockeyspielen der Starbulls in der Oberliga Süd keine Zuschauer erlaubt sind.

Tolles Gefühl bei voller Hütte

Dieser Brauch war für alle Beteiligten in Rosenheim immer von einer großen Vorfreude begleitet: Viele Menschen, die sonst nicht zu den Stammgästen bei den Starbulls-Heimspielen im Rofa-Stadion zählten, wurden dadurch angeregt, auch mal ins Stadion zu gehen, weil sie zusätzlich auch noch Gutes tun konnten. Für die Spieler auf dem Eis war es ein tolles Gefühl, wenn die Hütte für einen guten Zweck gut gefüllt war. Und für die hilfsbedürftigen Kinder, an die die Plüschtiere gespendet werden, war diese Aktion natürlich das allergrößte Highlight!

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In Rosenheim wird die Aktion seit dem Jahr 2010 regelmäßig – je nach Spielplan – kurz vor oder gleich nach Weihnachten durchgeführt. Nachdem die vielen Plüschtiere auf dem Eis landeten, halfen Spieler der Starbulls und der jeweiligen Gastmannschaft, Rosenheimer Nachwuchsspieler und Betreuer zusammen und räumten die Teddys von der Spielfläche. Im Jahr 2020 muss die „Spendenaktion“ jedoch erstmals passen. Aufgrund der Corona-Pandemie und der dazugehörigen Hygienemaßnahmen sind in den wenigen Eishockey-Ligen, in denen noch gespielt werden darf keine Zuschauer zugelassen.

Teddybär-Wurf mittlerweile weit verbreitet

Der weltweit erste Teddybärwurf fand am 5. Dezember 1993 in Kanada bei den Kamloops Blazers statt. An diesem Tag wurden über 2400 Plüschtiere auf das Eis geworfen. Anschließend verbreitete sich der Brauch schnell in den Eishockey-Ligen in Kanada und den USA, vor allem in den gut besuchten Juniorenligen und den Spielklassen unterhalb der National Hockey League (NHL).

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Mittlerweile ist der Teddy Bear Toss auf der ganzen Welt – und sogar in anderen Sportarten – vertreten. 2014 fand in der ersten italienischen Basketball-Liga ligaübergreifend ein Kuscheltierwurf statt. Im Dezember 2019 durften die Fans des australischen Fußball-Erstligisten Newcastle Jets ihre Teddybären auf den Rasen werfen.

Rekord bei mehr als 45.000 Plüschtieren

Die Rekordmarke gehört aber wieder ins Eishockey: Bei den Hershey Bears – wie soll es auch anders sein – in der American Hockey League (AHL) flogen im Dezember 2019 nach dem Führungstreffer im Spiel gegen Hartford Wolf Pack insgesamt 45.650 Plüschtiere aufs Eis.

Im Schnitt hatte jeder der 10.014 Zuschauer also mehr als vier Kuscheltiere mitgebracht. Die Spieler beider Teams und die Helfer brauchten insgesamt 41 Minuten, um die Eisfläche wieder teddy-frei zu bekommen, um das Spiel wieder fortzusetzen. Ein paar Wochen später konnten über 40 Hilfsorganisationen damit Kinder an Weihnachten glücklich machen!

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