Ungeschlagener Spitzenreiter beim Erzrivalen

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Eine Derby-Spielszene aus der letzten Saison.
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Landshut - Nach dem fünften Sieg ist vor dem sechsten Spiel! Als ungeschlagener Spitzenreiter treten die Starbulls gegen den Tabellendritten aus Landshut an. Der Vorbericht:

Am Sonntagabend um 18 Uhr ist es wieder so weit: Dann kommt es am Landshuter Gutenbergweg zum ewig jungen Schlager zwischen dem EV Landshut und den Starbulls Rosenheim. Niederbayern gegen Oberbayern und die damit verbundene, in Jahrzehnten gewachsene Rivalität zweier Clubs, die eine ganz ähnliche Philosophie an den Tag legen.

Beide Clubs setzen verstärkt auf die Einbindung einheimischer Spieler und beide Clubs haben die Geschichte des Deutschen Eishockeys maßgeblich mit geprägt. Sowohl in der ferneren als auch in der jüngeren Vergangenheit waren dies Duelle, die zwar nicht immer auf Augenhöhe ausgetragen wurden, jedoch immer höchste Brisanz hatte. Eines hat uns die Geschichte gelehrt: Einen Favoriten gibt es bei dieser Art Derby nur sehr selten, an welches wohl in Deutschland nur noch das Rheinderby zwischen Düsseldorf und Köln sowie das Oberlandderby zwischen Garmisch und Bad Tölz heranreichen kann.

4:2 beim letzten Aufeinandertreffen

Viel hat sich getan seit dem letzten Aufeinandertreffen beider Clubs im Viertelfinale der vergangenen Play Off Runde, welches die Oberbayern durch ein 4:2 nach Siegen erfolgreich für sich gestalten konnten und in dem ein gewisser Greg Squires, durch seinen "Overtimetreffer" im sechsten Spiel, seinen ganz persönlichen Beitrag zum Eintrag in das so reichhaltige Geschichtsbuch dieses Aufeinandertreffens beisteuern konnte. Damit nahmen die Starbulls erfolgreich Revanche für die Finalniederlage ein Jahr zuvor. Seit dem ist viel Wasser sowohl die Isar als auch die Mangfall hinunter geflossen. Geschichte war bekanntlich, laut eines "berühmten" Zitats eines ehemaligen amerikanischen Präsidenten, gestern und alles was war zählt heute nicht mehr. Die Uhr wird auf Null zurückgestellt und es gilt sich erneut zu beweisen.

Cannibals aus dem Vereinsnamen gestrichen

Beiden Clubs oblag im Vorfeld dieser Saison die Aufgabe mit weniger möglichst mehr zu erreichen. Ein mitunter schwieriges Unterfangen. Aber wozu hat man eine gute Nachwuchsarbeit? Ein Pfund das zählt und auf dem sich aufbauen lässt. In Niederbayern war man natürlich so gar nicht erfreut über das Ausscheiden gegen den Erzrivalen aus Rosenheim und auch der Auftritt der vormaligen "Cannibals", die sich seit dieser Saison EVL Landshut Eishockey nennen, hinterließ nicht nur Freude beim Anhang. Das doch sehr tschechisch geprägte Spiel, das dem EVL immerhin im Jahr zuvor noch den Meistertitel eingebracht hatte, wollte in der abgelaufenen Spielzeit nicht mehr so richtig funktionieren. Spielerisch war die Mannschaft von Jiri Ehrenberger sicherlich nach wie vor Top, jedoch ließ man es in entscheidenden Momenten an kämpferischer Klasse vermissen.

Landshuts Kader verändert

Problem erkannt, Problem behoben? Zumindest der Kader der Niederbayern lässt einen solchen Schluss durchaus zu. Mit Ty Morris holte man einen Akteur, der die Liga sehr gut kennt und der bekannt ist als ein Arbeitstier und ein Mann fürs Grobe. Zuletzt verdiente Morris sein Geld beim EHC München in der DEL, wurde dort aber aufgrund der Übernahme durch Red Bull ausgemustert und soll nun seine vorhandenen kämpferischen Qualitäten in den Dienst des niederbayerischen Traditionsteams stellen. Eine weitere nordamerikanische Variante kam mit Riley Armstrong in den Kader, der nicht nur für die nötigen Tore, sondern zusammen mit dem bereits alt gedienten und wieder genesenen Cody Thornton, für das notwendige Körperspiel sorgen soll. Für Aufsehen sorgte auch die Heimkehr von Elia Ostwald an seine alte Wirkungsstätte, der zuletzt für die Krefelder Pinguine in der DEL auf Punktejagd ging. Gleiches gilt für die Rückholaktion von Stephan Daschner, der aus der Insolvenzmasse der Hannover Scorpions zurück in heimatliche Gefilde gefunden hat. Nach dem Karriereende von Kamil Toupal und Markus Welz liegen die Hoffnungen in der Verteidigung nicht zuletzt auf seinen Schultern.

Auch im Tor hat sich etwas getan, denn mit der Abwanderung von Timo Pielmeier nach Ingolstadt musste hier dringend Ersatz gefunden werden. Der Kanadier Brian Stewart soll es zukünftig richten und insgeheim besteht die Hoffnung das dieser in die großen Fußstapfen eines Sebastian Vogl schlüpfen möge, die jener in der Meistersaison hinterlassen hatte und die ein Timo Pielmeier nicht auszufüllen vermochte. Zurück an alter Wirkungsstätte ist auch Max Forster, der im Laufe der vergangenen Spielzeit, trotz beachtlicher Leistungen, nach Kaufbeuren transferiert wurde und nun einen neuen Anlauf im Trikot des Altmeisters nimmt. Nicht mehr im Kader sind u.a. Roland Kaspitz, Thomas Brandl, David Elsner, Jakub Grof, Frantizek Mrazek und Jaro Kracik.

EV Landshut will es wissen!

Im ersten Aufeinandertreffen beider Protagonisten in der DEL2 deutet vieles darauf hin, das beide Clubs sich ein Duell um die vorderen Plätze liefern werden. Rosenheim mit fünf Siegen in fünf Spielen und damit einer fast perfekten Performance, während der EVL bereits einmal mit 0:3 in Garmisch das Nachsehen hatte. Dies bedeutet also Dritter gegen den Ersten. Diese Niederlage beim SC Riessersee nahm Landshuts Geschäftsführer Christian Dornbeck gleich einmal zum Anlass seinen leitenden Übungsleiter zum Rapport zu bitten um damit einen vermeintlichen Schlendrian von vorne herein Einhalt zu gebieten. Keine Frage, der EV Landshut will es wissen. Dazu passt auch, das die beim jüngsten Auftritt der Mannschaft in Bad Nauheim etwas in die Kritik geratene Reihe um Bill Trew, die Kohlen aus dem Feuer geholt hat. Da wurden sich offenbar die mahnenden Worte des Chefs zu Herzen genommen.

Die Starbulls fahren natürlich mit breiter Brust zu diesem Duell und wollen ihre Serie möglichst weiter ausbauen. Bedenkt man, das man diese 14 Punkte auf dem Konto nicht gegen irgend jemanden geholt hat, sondern gegen die Creme de la Creme der Liga, so ist dieses Selbstvertrauen auch durchaus angebracht. Unterstützt werden die Grün-Weißen dabei wieder von einer großen Schar an  Fans, die ihre Mannschaft zu diesem geschichtsträchtigen Duell begleiten und wie schon zuletzt, nach vorne schreien sollen.

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