Das Ziel: Die Derby-Bilanz aufpolieren

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Eine Szene aus dem ersten Derby in Rosenheim: Stephan Gottwald und Peter Kathan versuchen den Tschechen David Appel zu stoppen.

Rosenheim - In Sachen Derbys haben die Starbulls einiges gutzumachen. Von sieben konnten sie in dieser Saison nur eins gewinnen. Es ist also Zeit, gegen Riessersee Sieg Nummer 2 einzufahren:

Sieben Derbys haben die Starbulls-Eishockeyspieler in dieser Zweitliga-Saison absolviert, sechs davon verloren und nur eins gewonnen – da kann das Ziel für das Heimspiel am Freitag, 19.30 Uhr, gegen den SC Riessersee nur lauten: Die Derby-Bilanz mit einem Sieg aufpolieren.

Ob da ausgerechnet Freitag, der 13., der richtige Tag ist wird sich zeigen. Wenn es nach Starbulls-Trainer Franz Steer geht dann schon, denn für ihn existiert der Aberglaube nicht, dass an diesem Tag besonders viele Unglücke passieren und schon gar nicht leidet Steer an der Paraskavedekatriaphobie. Schwieriges Wort für die krankhafte Angst vor einem Freitag dem 13. Dieses Phänomen kann im Einzelfall so weit führen, dass Betroffene Reisen und Termine absagen oder sich an einem Freitag, dem 13., nicht aus dem Bett trauen. „Das passiert mir definitiv nicht. Solche Ängste kenne ich nicht und von meinen Spielern leider auch keiner unter dieser Phobie“, sagt Steer.

Die Rosenheimer haben auch keine Angst vor dem Garmischer Traumduo Lubor Dibelka/David Appel, die zusammen mit ihrem Sturmpartner Greg Collins 52 Prozent (50 Tore) der 96 Garmischer Treffer in der bisherigen Saison erzielt haben. 26 Prozent gehen auf das Konto der zweiten Sturmreihe mit Florian Vollmer, Tim Regan und Benjamin Barz und die anderen 15 Spieler erzielten die restlichen 22 Prozent.

Beppi Mayer vertrat Norm Maracle, der wieder fit ist, hervorragend.

"Wir respektieren die Leistung dieser beiden Topstürmer, aber wir lassen uns schon etwas einfallen gegen Dibelka und Appel", verspricht Steer. Höchste Gefahr herrscht, wenn die beiden Tschechen einen Konter fahren können. "Eine Zwei-gegen-eins-Situation führt bei denen fast hundertprozentig zu einem Tor", weiß Steer.

Gegen die individuelle Stärke dieses Traumduos (Erster und Dritter der Scorerwertung in der 2. Liga), das beim letzten Heimspiel gegen Kaufbeuren zusammen auf elf Scorerpunkte kam, setzen die Starbulls ihre Ausgeglichenheit. Die große Trumpfkarte der Gastgeber könnte die Defensivabteilung werden. Während die Garmischer Abwehrspieler in dieser Saison bisher nur auf elf Tore kamen, trafen Auger, Kathan und Co. bereits 31-mal. Hier liegt der große Vorteil der Starbulls, die auch 25 Gegentore weniger kassiert haben, als die Werdenfelser, die nach Schlusslicht Bietigheim die schwächste Abwehr der Liga haben. Trotzdem zählt der Aufsteiger zu den positiven Überraschungen der Liga und beim letzten Aufeinandertreffen der beiden oberbayerischen Kontrahenten setzten sich die Garmischer mit 7:4 Toren durch. Das war eine bittere Niederlage, die nach Revanche verlangt.

Trainer Franz Steer kann gegen Riessersee voraussichtlich auf seinen kompletten Kader zurückgreifen. Torhüter Norm Maracle, der von Beppi Mayer hervorragend vertreten wurde, ist wieder fit, die Rückenprobleme sind weg und der lange verletzte Michael Baindl steht nach knapp sechs Wochen ebenfalls wieder auf dem Eis. "Er trainiert mit einer Schiene, hat keine Schmerzen mehr und könnte eventuell schon am Freitag zum Einsatz kommen", erklärte Steer gestern.

Am Sonntag, 18 Uhr, gastieren die Rosenheimer in Schwenningen bei der neben Landshut aktuell stärksten Mannschaft der Liga. Die Wild Wings starteten nach ihrem miserablen Saisonstart und dem Trainerwechsel von Axel Kammerer zu Jürgen Rumrich eine furiose Aufholjagd und liegen momentan punktgleich mit den Starbulls auf Platz drei der Liga. "Die Schwäne fliegen wieder", titelte die Fachzeitschrift "Eishockey News" in ihrer letzten Ausgabe. Dass die Schwenninger jetzt wieder auf sicherem Play-off-Kurs sind ist allerdings keine Überraschung. Der letztjährige Vizemeister ist von vorne bis hinten topbesetzt, hat mit Sicherheit den größten Etat der Liga und hat jetzt auch kein Ausländerproblem mehr, weil der Pole Adam Borzecki (zurzeit verletzt) vor Kurzem die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten hat. Damit haben die Schwenninger fünf Ausländer, zehn Spieler mit doppelter Staatbürgerschaft und neun teilweise sehr starke deutsche Spieler in ihren Reihen. In dieses Spiel gegen die Starbulls als Außenseiter, auch wenn man die letzte Partie in Schwenningen mit 5:4 gewonnen hat. Favorisiert sind die Rosenheimer Kufenflitzer dagegen heute im Derby gegen Garmisch.

Übrigens: Das einzige Derby in dieser Saison gewannen die Starbulls gegen den SC Riessersee am 21. Oktober im heimischen Kathrein-Stadion mit 5:1 Toren. Beste Voraussetzungen also, um die Derby-Bilanz zu verbessern - auch wenn Freitag, der 13., ist...

Oberbayerisches Volksblatt / bz

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