Starbulls gewinnen mit 4:3 nach Penalty-Schießen

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Ein Derby bietet auch Platz für Diskussionen: Landshuts Ty Morris, Starbulls-Kapitän Stephan Gottwald und der Schiedsrichter (von rechts).

Rosenheim - Die Starbulls holen sich den Sieg im Derby. In einem nervenzerreißenden Spiel gewinnen die Rosenheimer nach Penalty-Schießen mit 4:3 gegen die Landshut Cannibals.**Live-Ticker zum Nachlesen**

Die Pressekonferenz bei Radio-Charivari

Von der ersten Minute an war das Derby im rappelvollen Kathrein-Stadion hart umkämpft. Und bereits nach acht Minuten konnten die Starbulls-Fans das erste Mal jubeln. Nach einer Vorlage von Max Meirandres brachte Marius Möchl die Rosenheimer mit 1:0 in Führung. In der zehnten Spielminute schlug der Rosenheimer-Traumsturm dann erneut zu. Tommi Hannus gibt die Vorlage und Stephen Werner schmettert die Scheibe ins Netz. Damit gehen die Starbulls mit 2:0 in Führung. Kurz vor der Pause dann ein kleiner Rückschlag für die Hausherren. Ty Morris bringt die Cannibals mit seinem Treffer wieder auf 2:1 heran. Aber die Euphorie der Landshuter hielt nich lange an, denn nur eine Minute später bringt Tim Kunes seine Starbulls wieder auf zwei Tore in Front. Mit der 3:1-Führung für die Rosenheimer ging es dann auch in die Pause.

Im zweiten Spielabschnitt hatte Norm Maracle alle Hände voll zu tun. Aber bis auf einen Treffer durch Peter Abstreiter, in der 31. Minute, schaffte es der Rosenheimer Goalie seinen Kasten sauber zu halten. Mit der knappen 3:2-Führung ging es ins letzte Drittel.

Auch im letzten Spielabschnitt machten die Landshuter viel Druck. Die meisten Aktionen spielten sich vor dem Tor von Norm Maracle ab. Der Rosenheimer Goalie hielt mal wieder in weltmeisterlicher Manier. Aber in der 44. Minute musste sich Maracle dann doch dem Druck der Cannibals geschlagen geben. Nicolas Dumoulin erzielte den Treffer zum 3:3-Ausgleich für seine Landshuter. Danach wurde es wieder ein offener Schlagabtausch zwischen beiden Teams. Sowohl die Starbulls, wie auch die Cannibals, hatten in den letzten Minuten der regulären Spielzeit noch zahlreiche Torchancen. Aber keine Mannschaft hatte das quäntchen Glück auf seiner Seite. Und somit ging es in die Verlängerung.

Aber auch dort gelang es keiner der Mannschaften das entscheidende Tor zu erzielen. Also musste der Sieger im Derby beim Penalty-Schießen ermittelt werden.

Penalty-Schießen:

1. Schütze: Tommi Hannus trifft den ersten Penalty für die Starbulls.

2. Schütze: Markus Hundhammer tifft den ersten Penalty für die Cannibals.

3. Schütze: Auch Florian Zeller versenkt seinen Penalty.

4. Schütze: Norm Maracle hält den Penalty von Cody Thornton.

5. Schütze: Mitch Stevens trifft den entscheidenden Penalty. Damit gewinnen die Starbulls.

Lesen Sie hier den Vorbericht aus dem Oberbayerischen Volksblatt

Zeit für die Heimspiel-Revanche!

Wäre es Deutschland gegen England im Fußball, so würde Franz Beckenbauer dies englischen Reportern mit dem Satz "We call it a Klassiker" erklären. Im deutschen Eishockey gibt's nicht so viele davon: Köln gegen Düsseldorf, klar - aber gleich dahinter reiht sich schon das Duell zwischen Rosenheim und Landshut ein. Heute, 19.30 Uhr, ist es wieder soweit.

Großartig motivieren braucht Rosenheims Trainer Franz Steer seine Mannen nicht, wenn die Starbulls heute im Heimspiel der 2. Eishockey-Bundesliga auf die Cannibals treffen. Das macht alleine schon der Lärm der Fans im rappelvollen Kathrein-Stadion, der kurz vor dem ersten Bully bis in die Kabine dringt - und spätestens beim Herauslaufen und dem Blick auf die voll besetzten Ränge ist jedem Spieler klar, was das Traditionsderby zwischen den Ober- und den Niederbayern für eine Bedeutung hat.

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Für Steer, selbst in Landshut groß geworden, sicherlich noch eine etwas größere. Auch nach zwei Aufeinandertreffen im bisherigen Spielverlauf ist das kein Fall für Normalität: "Das ist bestimmt etwas Besonderes. Und es ist ganz klar, dass wir diesmal unser Heimspiel gewinnen wollen." Beim ersten Duell in Rosenheim Anfang Oktober siegten die Landshuter nach Penaltyschießen - jetzt wird's Zeit für die Revanche!

Ein Derby bietet auch Platz für Diskussionen: Landshuts Ty Morris, Starbulls-Kapitän Stephan Gottwald und der Schiedsrichter (von rechts).

Nach zuletzt vier Siegen in Serie schweben die Starbulls auf einer Euphoriewelle. Das ist auch gerade recht, denn jetzt geht es Schlag auf Schlag. Ein Highlight jagt das nächste, dem Derby gegen Landshut folgt das Auswärtsspiel am Sonntag bei den Eispiraten Crimmitschau und bereits am Dienstag das DEB-Pokalfinale in Rosenheim gegen Ravensburg. "Da ist es wichtig, dass wir in den Spielen vier Reihen bringen können", sagt Steer. In Dresden war das noch nicht ganz der Fall bei sechs Verteidigern und elf Stürmern. Die Rosenheimer spielten eine Zeit lang mit drei Mittelstürmern und vier Außenpärchen. Gegen Landshut kommt zumindest Marius Möchel hinzu, der von der U20-WM aus Nordamerika zurückgekehrt ist. Ob Philipp Quinlan mit an Bord ist, entscheidet sich kurzfristig - der Angreifer war am Mittwoch noch nach München beordert worden, fehlte den Starbulls also beim Auswärtssieg in Dresden. Dort war auch Niko Senger, Zuverlässigkeit in Person, nicht dabei, der wegen einer Entzündung zumindest noch an diesem Wochenende pausieren muss. Seinen Part in der Verteidigung übernahm Youngster Max Meirandres, der eine gute, solide Partie spielte.

Der Kontrahent aus Landshut kommt ganz sicher mit vier Reihen - und ebenfalls einer guten Portion Selbstvertrauen, nachdem man am Mittwoch Heilbronn mit 4:3 in die Schranken verwies. "Die haben drei Überzahltore geschossen", weiß Steer, der sich schon bei einigen Informanten erkundigt hat. Mit dem Tschechen Frantisek Mrazek haben die Niederbayern einen neuen Kontigentspieler in ihren Reihen, der zuletzt überzeugt hatte. Deshalb wurde der bis Ende 2010 befristete Vertrag des Angreifers auch verlängert - mitunter wird Mrazek auch durch Spenden der Fans finanziert, die bei mehreren Heimspielen auf den Becherpfand verzichtet oder direkt auf ein Konto eingezahlt hatten.

Darüber hinaus konnte Trainer Tobias Abstreiter zuletzt auch auf einige Förderlizenzspieler bauen. Für Starbulls-Coach Franz Steer ist aber egal, welche Kontingent- und welche Förderlizenzspieler bei den Niederbayern auflaufen: "Die sind auf Augenhöhe - also können wir sie schlagen."

tn/Oberbayerisches Volksblatt

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