Die Wiedergeburt des Powerplays

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Punktbester Verteidiger und am Wochenende dreifacher Torschütze: Dominic Auger.

Rosenheim - Nur gut, dass sich die Geschichte nicht immer wiederholt. Vor einer Woche fuhren die Starbulls Rosenheim nach Sachsen zu einem Team, das sich in der Tabelle im freien Fall befand, und verloren in Crimmitschau 1:4.

Eine Woche später das selbe Bild: Trip nach Sachsen zum Tabellenletzten, der seit dem 21. November (!) nicht mehr gewinnen konnte - aber in Weißwasser agierte das Steer-Team seinem Tabellenstand gemäß und siegte, wenn auch knapp, 4:3.

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Dass sich die Starbulls auch durch Rückstände nicht beirren lassen, zeigten sie auch in der Lausitz, als sie nach einem 70-Sekunden-Powerplay-Doppelschlag zum 1:2 schnell wieder zurückkamen, aber dass man sich gegen Werner, Gottwald & Co. nie sicher fühlen darf, das wurde bereits am Freitag eindrucksvoll bestätigt, als aus einem 0:3-Rückstand nach 20 Minuten noch ein Overtime-Sieg gegen Bremerhaven wurde. Im ersten Drittel standen die Starbulls praktisch kaum auf dem Eis (Adrenalinmangel nach den emotionalen Spielen gegen Landshut und Ravensburg?), sodass die Fischtown Pinguine in diesen 20 Minuten genauso viele Tore gegen die Starbulls erzielten wie in den beiden bisherigen Spielen insgesamt. Danach mussten sie jedoch hinnehmen, dass ihrem Gastgeber etwas gelang, was es seit dem 11. Oktober 2009 nicht mehr gegeben hatte. An jenem Tag lagen die Starbulls in Passau nach gut 23 Minuten mit 0:3 zurück, als Trainer Steer den ersten Punktspieleinsatz von Nachwuchs-Goalie Lukas Steinhauer abbrach. Claus Dalpiaz hielt für den Rest des Spieles sein Tor sauber, seine Kameraden schossen noch deren vier, und das in der regulären Spielzeit. Auf eigenem Eis gelang den Starbulls zuletzt am 12. Dezember 2004 ein solches Husarenstück. Da lagen sie gegen Heilbronn bereits nach 4.33 Minuten (!) 0:3 in Rückstand, Olli Häusler blieb im Kasten, und Max Huff, Jürgen Lechl und zweimal Mondi Hilger sorgten noch für einen 4:3-Sieg. Am Freitag waren die Starbulls wieder einmal 80.02 Minuten ohne Tor gewesen (die drittlängste Strecke der Saison), ehe Micky Rohner mit seinem Powerplaytor die Aufholjagd einläutete.

Apropos Powerplay. Welches Powerplay? So hatte man sich in den Spielen davor öfters gefragt, als mit einem Mann mehr auf dem Eis so gar nichts zusammengehen wollte und in über 20 Minuten Überzahl nichts Zählbares glückte. Aber an diesem Wochenende? Zwei Powerplaytore in Weißwasser, gleich drei gegen Bremerhaven - eine Wiedergeburt! Den Löwenanteil daran hatte Verteidiger Dominic Auger, der gleich drei der fünf Treffer beisteuerte. Von Saisonbeginn an sehr solide, ist er inzwischen auch die offensive Trumpfkarte geworden, als die man den langjährigen Zweitliga-Profi verpflichtet hatte. Gegen die Pinguine hatte man auch im ersten Heimspiel bereits dreimal in Überzahl eingenetzt, damals allerdings in über zwölf Minuten Überzahl. Nur gegen ein einziges Team schossen die Starbulls außerdem drei Powerplaytore, nämlich beim 6:2 zu Hause gegen Crimmitschau, und da kurioserweise in exakt der gleichen Zeit wie am Freitag - in 9:02 Minuten. Garant für Punkte und Siege ist zurzeit das Trio Gottwald, Werner, Hannus. Fünf Scorerpunkte am Freitag, gleich neun am Sonntag, aus solchen Zahlen werden Siege gemacht. Speziell wenn man in letzter Zeit mehr Tore kassiert als zu Saisonbeginn, wo dem Gegner selten mehr als drei Tore gestattet wurden. Nun fielen schon zweimal in den letzten Wochen einmal sechs Treffer in einem Drittel (gegen Bietigheim 4:2 für Rosenheim, in Weißwasser 3:3). Und an der Seite von Topscorer Werner und dem idealen Neuzugang Tommi Hannus (scorte in neun von zehn Spielen und schoss das 100. Saisontor) reitet Stephan Gottwald zurzeit eine Erfolgswelle von acht Spielen ohne "Nullnummer" und greift damit Mitch Stephens' Rekordserie von neun Spielen an.

Manfred Eder (Oberbayerisches Volksblatt)

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