Starbulls: So kann es weitergehen im neuen Jahr

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Viel Grund zum Jubeln: Die Starbulls-Spieler Marcus Marsall und Top-Verteidiger Dominic Auger (rechts).

Rosenheim - So kann es durchaus weitergehen für die Starbulls im neuen Jahr! Seit sechs Spielen keine "Nullnummer" mehr und nur drei von achtzehn Punkten abgegeben.

Anders als zum Jahreswechsel 2010/11, als sie zwar die beiden letzten Spiele gewannen, davor aber sechs Spiele lang nie die volle Punktzahl einheimsen konnten, ließen es die Starbulls Rosenheim diesmal schon vor Silvester mächtig krachen. Seit sechs Spielen keine "Nullnummer" mehr, nur drei von achtzehn Punkten abgegeben, das alles bei einem Gesamttorverhältnis von 29:14 - den freien Tag zu Neujahr haben sich Stephens, Quirk & Co. redlich verdient.

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Auch wenn es auf eigenem Eis nicht immer ganz rund läuft, auswärts trumpfen Franz Steers Jungs zur Zeit mächtig auf. Und davon konnten sich nach den Hannover Indians vor Wochen am vergangenen Mittwoch auch die Bietigheim Steelers überzeugen, die ohnehin in dieser Zweiten Liga für die Starbulls bisher Lieblingsgegner und Punktelieferant sind. Von neun Spielen konnte der Meister von 2009 gerade einmal zwei gewinnen, davon eins erst in der Verlängerung. Man muss schon ein Stück zurückblättern auf der Suche nach einer Parallele zum aktuellen Geschehen. Ein einziges Mal waren den Starbulls seit dem Aufstieg auswärts sieben Tore gelungen, nämlich beim 7:3 am 25. Januar 2011. Wo? Natürlich in Bietigheim. Und selbst zu Oberliga-Zeiten war ein solch forsches Auftreten in der Fremde nicht die Regel. In den letzten drei Oberliga-Jahren von 2007 bis 2010 konnten mitgereiste Fans nur zweimal sieben Treffer bejubeln, aber die Siege fielen dabei stets nur knapp aus: 7:5 in Kaufbeuren (November 2008) sowie 7:6 in Füssen (Februar 2010). Die letzte Saison, in der die Starbulls zweimal auswärts mehr als sechs Treffer erzielen konnten, war 2006/07, als sie in Füssen (eine Art Bietigheim-Vorgänger) binnen weniger Wochen 7:1 und 8:1 gewannen. Mondi Hilger, Patrick Neundorfer und Ryan Smith hießen damals die Rosenheimer Angriffsspitzen...

Speziell in der Anfangsphase purzelten in Bietigheim einige Rosenheimer Neuzeit-Zweitliga-Rekorde. So gab es zuvor noch nie fünf Treffer in einem Drittel; das letzte Mal geschah dies auf eigenem Eis in einem denkwürdigen Spiel. Am 9. April 2010 fertigten Dylan Stanley & Co. im Playoff-Halbfinale den Favoriten aus Herne mit 9:2 ab und trafen dabei im Mittelabschnitt fünfmal. Und dann die Blitztore am Mittwoch: 1:0 nach 19 Sekunden ist ebenso Neuzeit-Rekord wie die fünf Treffer binnen 16:37 Minuten. Drei Treffer binnen 2:22 Minuten reichten dagegen nicht zur Spitze, weil für dieses Kunststück schon Patrick Asselin, Andrej Strakhov und Beppo Frank in Hannover nur 79 Sekunden gebraucht hatten. Für Bietigheims unglücklichen Ersatztorhüter Dustin Strahlmeier war danach die Partie zu Ende, und zusammen mit den fünf Treffern, die er vor drei Wochen in Rosenheim kassierte, summiert sich sein Gegentorschnitt nun auf 7,5 pro Spiel, zweitschlimmster Wert neben - kurios, kurios! - seinem Namensvetter Dustin Haloschan (Lausitzer Füchse), der in der letzten Saison bis zu seiner Auswechslung in Rosenheim auf einen rechnerischen Wert von 10,71 gekommen war. Kleiner Tipp an die Trainer: Schickt keinen Dustin mehr nach Rosenheim!

Erneuter Wechsel beim Goldhelm: Nach Stephan Gottwald und Mitch Stephens wird ihn im neuen Jahr erstmals der lange Zeit unterschätzte Corey Quirk tragen, der in den letzten Wochen mächtig auftrumpfte und nun die gleiche Punktebilanz aufweist wie Mitch Stephens (je acht Tore und 24 Vorlagen). Nicht weniger als 13 Punkte gelangen ihm in den letzten sechs Spielen, elf davon Vorlagen, vorzugsweise auf Patrick Asselin, der in den letzten acht Begegnungen immer im Scorerprotokoll zu finden war und dabei elf Tore und vier Assists verbuchte. Zwar fehlen dem Wudrick-Nachfolger wegen seines "Spätstarts" noch 13 Punkte auf Stephens und Quirk, aber man muss kein Hellseher sein, um vorherzusagen, dass er, falls verletzungsfrei, in dieser Saison wohl noch zum "Goldköpfchen" werden wird. Kein Anwärter auf den besagten Helm ist dagegen Beppo Frank, doch er hat im Vergleich zum Vorjahr offensiv gewaltig zugelegt. Gegen Dresden riss seine Serie von sieben Spielen mit Scorerpunkt, und er übertrifft damit seinen Teamkollegen Dominic Auger, der bisher drei Sechs-Spiele-Serien dieser Art erspielte, und Tim Kunes, dem im Vorjahr einmal sechs Spiele in Serie mit Scorerpunkt gelangen. Am anderen Ende der Liste konnten binnen drei Tagen gleich zwei Spieler ihre ersten Saisonpunkte bejubeln: Robin Hanselko traf in Bietigheim auf Vorarbeit von Fabian Zick, und Zick ließ gegen Dresden sein erstes Saisontor folgen.

Noch eine kurze "Momentaufnahme" zum Jahreswechsel: Die Starbulls stehen auf Rang Drei der Tabelle, mit acht Punkten Rückstand auf die Spitze und zehn Punkten Vorsprung auf Nicht-Playoff-Rang Neun. In der Saison davor waren sie zu diesem Zeitpunkt Siebter und hatten auf Rang Neun ein Polster von acht Punkten (nur zum Vergleich, denn im Vorjahr reichte es ja, Zehnter zu werden, um "auf Umwegen" das Playoff zu erreichen, was den Starbulls ja tatsächlich gelang). Auf die Tabellenspitze schielte man damals gar nicht, denn da lagen schon 21 Punkte Differenz dazwischen. Und noch ein paar aktuelle Details: Mit 95 Toren (Schnitt 3,39 pro Spiel) ist man Fünfter in dieser Hinsicht (das sah schon wesentlich schlimmer aus), mit 2,89 Gegentreffern pro Spiel hat man die zweitstabilste Defensive. Und getreu dem Tabellenrang liegt man sowohl in der Heim- als auch in der Auswärts-Rangliste jeweils auf Platz Drei. Nicht die schlechtesten Aussichten für 2012, aber auch kein Grund, sich auf dem Erreichten auszuruhen!

Oberbayerisches Volksblatt

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