Zum dritten Mal in vier Jahren

Starbulls nach 0:2 in Spiel fünf erneut frühzeitig in der Sommerpause

Ab da hatte Selb die Nase vorne: Jan Hammerbauer (links) hat gerade Goalie Andi Mechel überwunden.
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Ab da hatte Selb die Nase vorne: Jan Hammerbauer (links) hat gerade Goalie Andi Mechel überwunden.

Es war eine Serie auf Augenhöhe, am Ende gingen aber dann doch die Starbulls Rosenheim als Verlierer vom Eis. Im Play-off-Halbfinale der Eishockey-Oberliga Süd mussten sich die Starbulls im entscheidenden fünften Spiel den Selber Wölfen mit 0:2 geschlagen geben. Damit ist die Saison erneut vorzeitig für die Rosenheimer zu Ende gegangen.

Selb– Aus und vorbei! Auch in der vierten Saison nach dem Abstieg in die Eishockey-Oberliga haben sich die Starbulls Rosenheim vorzeitig in die Sommerpause verabschiedet. Und erneut – abgesehen von der abgesagten Saison 2019/20, als gar keine Play-offs ausgetragen wurden – ereilte die Rosenheimer das Aus in der zweiten Play-off-Runde. Diesmal waren die Selber Wölfe Endstation für die Starbulls, die das fünfte und entscheidende Spiel der Halbfinalserie in der Oberliga Süd in Selb mit 0:2 verloren.

Serie auf Augenhöhe

Es war eine Serie auf Augenhöhe und da war es dann auch passend, dass die Entscheidung in der letzten Minute mit einem Schuss ins leere Tor fiel. Die Rosenheimer hatten beim Stand von 1:0 für Selb noch einmal alle Optionen gezogen, Torwart Andreas Mechel gegen einen sechsten Feldspieler ersetzt und waren mit fünf Stürmern und Top-Verteidiger Maxi Vollmayer zum Bully im Drittel der Hausherren angetreten. Das Anspiel entschied aber der Selber Lanny Gare gegen Curtis Leinweber für sich, der aufnehmende Verteidiger Felix Linden spielte die Scheibe hinter Tor an der Bande entlang, Steven Deeg verlängert und Liga-Topscorer Nick Miglio vollendete – danach bejubelte Selb den Süd-Finaleinzug gegen die Eisbären Regensburg, während Rosenheim die sportliche Enttäuschung hinnehmen musste.

Spiele mit Tempo, Klasse und Fairness

„Danke Rosenheim für die geile Serie“, meinte Selbs Coach Herbert Hohenberger nach der entscheidenden Partie. In der Tat lieferten beide Mannschaften interessante Duelle mit Tempo, Klasse und viel Intensität. Darüber hinaus verliefen die Spiele – sieht man von den kleinen Nickligkeiten gegen Ende des vierten Duells ab – äußerst fair. Das war auch im fünften Aufeinandertreffen so, wo man beiden Mannschaften lange Zeit anmerkte, dass sie darauf bedacht waren, keine Fehler oder Strafzeiten zu produzieren. „Wir haben knapp über 300 Minuten Eishockey gespielt, darunter waren weniger als 20 Minuten, in denen eine Mannschaft mit mehr als einem Tor Unterschied geführt hat“, machte Starbulls-Trainer John Sicinski die knappe Angelegenheit noch einmal deutlich. Sein Fazit: „Diese Serie hat keinen Verlierer verdient.“

Erneut keine Powerplay-Ausbeute

Letztlich musste sie einen Verlierer haben, und das waren am Ende seine Starbulls. Das lag dann auch an mehreren Faktoren. Gerade in Duellen auf Augenhöhe kommt den „Special Teams“ besondere Bedeutung zu: Und speziell das im ganzen Saisonverlauf verbesserungswürdige Rosenheimer Powerplay war in den beiden Auswärtsspielen, in denen man nah dran war, aber am Ende doch als Verlierer vom Eis ging, schlichtweg verheerend. Auch in der fünften Partie gab es zwei Gelegenheiten, um in Führung zu gehen, beziehungsweise einmal die Chance zum Ausgleich. Die Ausbeute: null. Selb-Trainer Hohenberger sah die Kadertiefe als entscheidend an, Bei den Starbulls bestand die vierte Reihe aus Juniorenspielern, die in der „Crunchtime“ von der Bank aus zusahen, bei den Wölfen standen da noch renommierte Angreifer in der Formation. „Darum hatten wir am Ende noch mehr Kraft“, befand Hohenberger. Und so konnten die Hausherren den Vorsprung auch relativ sorglos verteidigen, während die Rosenheimer trotz dreier eigentlich torgefährlicher Linien nur kurz vor dem 2:0 durch Alex Höller eine sehr gute Möglichkeit zum Ausgleich vorfanden. Da hatten die Starbulls aber schon Glück und einen erneut bärenstarken Andreas Mechel, der einige Selber Chancen, beispielsweise von Feodor Boiarchinov und dem gegenüber der Hauptrunde deutlich präsenteren Brad Snetsinger, vereitelte.

1:0-Treffer war der Türöffner

Beim 1:0 der Gastgeber war Mechel machtlos, Jan Hammerbauer traf nach einem Querpass unter die Latte. „Wer das 1:0 schießt, der gewinnt“, war die Erkenntnis, die sich bei Sicinski im Laufe der Partie festgesetzt hatte. Das war Selb, und Hohenberger beschrieb diesen Treffer als „eine Erleichterung“. Ein einziges Tor als Türöffner für die Entscheidung – auch das sagt alles über das knappe Ding aus.

Spielstatistik:Selber Wölfe – Starbulls Rosenheim 2:0 (0:0, 1:0, 1:0). Starbulls: Mechel (Stettmer) – Vollmayer, Krumpe; Kolb, Frank; Draxinger, Biberger; Dietrich – Henriquez, Baindl, Höller; Daxlberger, Leinweber, Gibbons; Slezak, Heidenreich, Meier; Steinmann, Bauer, März.

Tore: 1:0 (38.) Hammerbauer/Gelke, Silbermann, 2:0 (60.) Miglio/Deeg, Linden; Schiedsrichter: Flad und Gossmann; Strafminuten: Selb 8, Rosenheim 2.

Getümmel vor dem Selber Gehäuse kurz vor Spielende, nachdem Alex Höller die beste Möglichkeit zum Rosenheimer Ausgleich hatte.
Bild mit Symbolcharakter: Selbs Nick Miglio jubelt über sein 2:0 und den Finaleinzug, die Starbulls (rechts Alex Höller) sind geschlagen.

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