Pressekonferenz im ROFA-Stadion

Eishockey ohne Zuschauer? So blicken die Starbulls auf die kommende Saison

Pressekonferenz Starbulls Rosenheim
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V.l.: Bernhard Pohl (Landtagsabgeordneter), Christine Degenhart (Stadträtin), Darwin Kuhn (Moderator Starbulls), Marcus Thaller (Vorstand Starbulls), Daniel Bucheli (Geschäftsführer Starbulls)

Rosenheim - Wie geht es weiter für das Rosenheimer Eishockey? Aufgrund der wieder ansteigenden Corona-Zahlen ist der Ablauf der kommenden Saison in der Eishockey Oberliga noch immer ungewiss. Vertreter der Starbulls Rosenheim und der Politik informierten am Dienstagvormittag über den aktuellen Stand sowie das weitere Vorgehen.

„Es tut sich ja einiges“, sagte Stadträtin Christine Degenhart zur Eröffnung der Pressekonferenz in der neu gestalteten Mixed-Zone im Rosenheimer ROFA-Stadion. Angesichts der großen Umbaumaßnahmen, welche derzeit in der Heimstätte der Starbulls stattfinden, war dies auf den ersten Blick zu erkennen. Doch das Thema der Pressekonferenz waren nicht etwa die Renovierungsarbeiten, sondern vielmehr die ungewisse Zukunft des Eishockey-Standortes Rosenheim und der restlichen Oberliga-Vereine.

Von Seiten der Politik war neben der Rosenheimer Stadträtin auch der Landtagsabgeordnete Bernhard Pohl in der von Starbulls-Moderator Darwin Kuhn geleiteten Runde vertreten, bei den Starbulls standen Geschäftsführer Daniel Bucheli und Vorstand Marcus Thaller Rede und Antwort. Das prägende Thema war dabei natürlich die derzeitige Corona-Situation und deren Auswirkungen auf den Eishockeysport.

Aufnahme in das Hilfspaket für Profisport des Bundes

Der Deutsche Eishockey Bund (DEB) hält weiterhin am 16. Oktober als Starttermin für die neue Saison fest, jedoch stehen trotzdem noch viele Rahmenbedingungen für die Vereine in der Schwebe. Bernhard Pohl, der selbst elf Jahre lang Präsident des ESV Kaufbeuren war, hatte gemeinsam mit den Verantwortlichen der Vereine erfolgreich dafür gekämpft, dass neben den Mannschaften der DEL und DEL2 auch die Teams der dritthöchsten Spielklasse im deutschen Eishockey in das 200-Millionen-Euro-Hilfspaket des Bundes aufgenommen werden.

Diese Aufnahme in den Hilfsfonds betrifft nun natürlich mit den Starbulls Rosenheim auch einen der Traditionsstandorte im deutschen Eishockey. Während Christine Degenhart die Grün-Weißen neben den Rosenheim-Cops als „das Aushängeschild Rosenheims“ bezeichnete, erinnerte sich Pohl an seine Vergangenheit beim ESV Kaufbeuren. „In den 80ern hat es hier des Öfteren mal eine auf den Sack gegeben“, blickte der Politiker nun auf die teils hart umkämpften Duelle zurück. Besonders die Serie in der Saison 1983/1984, als das entscheidende Spiel erst in der 80. Minute entschieden wurde, blieb in Erinnerung. Doch was heute zählt, sei die Zukunft.

„Wir müssen am Puck bleiben“

Genau diese Zukunft steht wegen der unklaren Lage bezüglich der kommenden Saison in den Sternen. Besonders die Frage, ob und wie viele Zuschauer die packenden Partien live in den Stadien mitverfolgen können, ist nach wie vor nicht geklärt. Der DEB möchte eine einheitliche Regelung erreichen, doch dafür müssen die Vereine und Gesundheitsämter noch viel Arbeit leisten. Mit einer Entscheidung bezüglich der Zuschauerzahlen ist allerdings wohl nicht vor Ende September oder Anfang Oktober zu rechnen. Immerhin wurde den Vereinen seitens der Politik ein Stück Planungssicherheit gegeben: Durch die Aufnahme in das Hilfspaket des Bundes werden den Vereinen 80% der Bruttoeinnahmen aus der letzten Saison zugesichert. Die Verhandlungen dafür seien sehr zäh und mühsam gewesen so Pohl, doch das Eishockey sei nun in der Politik ganz oben angekommen. „Wir müssen am Puck bleiben“, sagte der Landratsabgeordnete.

Talentschmiede Rosenheim

Im Hinblick auf das Hilfspaket zeigte sich auch Starbulls-Vorstand Marcus Thaller sehr dankbar. Diese Planungssicherheit sei enorm wichtig, um nicht nur die erste Mannschaft, sondern auch die Nachwuchsabteilung nicht zu gefährden. Gerade der Nachwuchs spielt in Rosenheim eine besonders große Rolle. Nationalspieler wie Philipp Grubauer, Patrick Hager oder Sinan Akdag stammen aus der hauseigenen Talentschmiede und auch der Ex-Starbulls-Stürmer Lukas Reichel steht aktuell vor dem Sprung in die NHL. Damit wären die Starbulls der einzige Verein Deutschlands, welcher zwei ehemalige Spieler in der besten Eishockeyliga der Welt hätte, so Thaller.

Preiserhöhungen bei den Tickets?

Ein wichtiges Thema für alle Fans werden wohl die Ticketpreise für die kommende Saison werden, sollte ein Saisonstart mit Fans möglich sein. Daniel Bucheli als Geschäftsführer der Starbulls betonte dahingehend, dass jeder einzelne Zuschauer im Stadion wichtig sei und man auch in Absprache mit dem Gesundheitsamt an einer Lösung arbeiten werde. Christine Degenhart machte zudem deutlich, dass der Umgang mit den Ticketpreisen eine „Gradwanderung“ sei. Einerseits wolle man die Menschen bei sich behalten, andererseits gehe es auch um wirtschaftliches Bestehen. Aus diesen zwei Punkten müsse eine gute Mischung gefunden werden.

Mit Vollgas in die neue Saison

Auch ein kleiner Ausblick auf das Sportliche wurde für die neue Saison gegeben. Mit den vielen jungen Spielern und den Top-Transfers von Curtis Leinweber und Kyle Gibbons wolle man in dieser Saison voll angreifen, so Marcus Thaller. Der Kader habe ein sehr großes Potential und eine gute Mischung aus jungen Spielern und erfahrenen Routiniers. Dabei stelle die Corona-Krise gewissermaßen eine Chance vor allem für junge Spieler aus dem Nachwuchs dar, welche nun ihre Chance bekommen werden. Dies sei ein „Fingerzeig nach unten“ in Richtung der jungen, hungrigen Spieler aus der Jugend, welche zudem auch von der Kooperation mit der DEL-Mannschaft des ERC Ingolstadt profitieren sollen.

Abschließend war der Grundtenor der Pressekonferenz bei allen Beteiligten gleich: Es gibt bis zum Saisonstart in gut vier Wochen noch viel zu klären und zu organisieren, jedoch blickt man in Rosenheim der neuen Spielzeit positiv entgegen und hofft auf eine gute Saison auf hohem Niveau ohne Zwischenfälle. Man wolle den Fans mit dem Saisonbeginn wieder ein Stück Normalität zurückgeben.

aic

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