Rosenheim unterliegt Dresden mit 3:4

Heiratsantrag wird nicht mit Starbulls-Erfolg belohnt

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Rosenheim - Die Starbulls sind im letzten Spiel vor der Länderspielpause leer ausgegangen. Gegen Dresden gab es neben guten und schlechten allerdings auch sehr romantische Momente:

Die Rosenheimer Eishockeyspieler haben das Heimspiel an Allerheiligen gegen die Dresdner Eislöwen am 15. Spieltag mit 3:4 (3:2, 0:0, 0:2) verloren. Vor 2.349 Zuschauern im emilo-Stadion lagen die Starbulls dank einer starken Phase im ersten Drittel bis zur 44. Spielminute mit 3:2 in Führung, mussten dann aber den offensichtlich schwindenden physischen und mentalen Kräften Tribut zollen. Letztlich war es ausgerechnet der Ex-Landshuter Martin Davidek, der die Grün-Weißen mit einem Dreierpack quasi im Alleingang "abschoss".

Die Starbulls müssen damit die nun anstehende Länderspielpause - das nächste Match findet erst am 11. November in Garmisch statt - auf dem 12. Tabellenplatz verbringen. Zudem blieb mit der Pleite auch der romantische Heiratsantrag von Kathi, die kurz vor dem Spiel auf dem Eis vor ihrem Andi auf die Knie fiel (und der natürlich "Ja" sagte), quasi "unbelohnt".

Fünf Tore im ersten Abschnitt

Die Partie brauchte anschließend knapp zehn Minuten, um auf Touren zu kommen. Bis dahin dominierten die Gäste aus Dresden die neutrale Zone klar und erstickten Rosenheimer Angriffsversuche im Keim. Nach einem Fehlpass an der eigenen blauen Linie von René Kramer schlugen die Hausherren aber bei ihrer ersten klaren Torchance gleich eiskalt zu. Tyler Scofield spielte den idealen Querpass auf Simon Fischhaber, der aus dem rechten Anspielkreis die Scheibe per Direktabnahme versenkte, bevor Torwart Weitzmann die kurze Ecke zumachen konnte (10.). 

Doch die Gäste präsentierten sich in den Folgeminuten ebenfalls eiskalt. Nachdem Andreas Nowak wegen hohen Stocks von Schiedsrichter Elvis Melia mit einer großen Strafe belegt und zum Duschen geschickt wurde, brauchte das mit Abstand beste Überzahlteam der Liga ganz vier (!) Sekunden, um den 1:1-Ausgleich zu erzielen. Nach Zuspiel von Arturs Kruminsch und Teemu Rinkinen war Martin Davidek der Torschütze (12.). 

Video: Die Highlights der Partie

Und es kam noch besser für die Elbstädter. Knapp zwei Minuten später – es standen nun jeweils vier Feldspieler auf jeder Seite auf dem Eis – spielte Marcel Rodman gegen eine inkonsequente Rosenheimer Abwehr Doppelpass mit Goldhelm-Träger Brendan Cook und netzte frei vor Starbulls-Torwart Timo Herden zur Führung ein – 1:2 (14.).

Die Starbulls offenbarten nicht nur in dieser Phase des ersten Abschnitts zwar gewaltige Probleme mit dem konsequenten Dresdner Forechecking, schlugen dann aber im Powerplay zu. Nach einigen schönen Überzahl-Scheibenstafetten zog Greg Gibson von rechts aus dem Handgelenk ab und Michael Baindl fälschte das Spielgerät im Slot unhaltbar für Weitzmann ab (17.). Und der Ex- Rosenheimer im Dresdner Tor musste sogar noch ein weiteres Mal vor der ersten Pausensirene hinter sich greifen: Greg Classen lief sehenswert Slalom durch die Gästedefensive und schob das Spielgerät schließlich mit etwas Glück durch die „Hosenträger“ des Keepers (19.).

Rosenheim unterliegt an Allerheiligen Dresden mit 3:4

McNeely von Puck im Gesicht getroffen

Die Berechtigung ihrer Führung zur ersten Pause holten die Starbulls in der Anfangsphase des zweiten Spielabschnittes nach. Während Dresden sich im Spielaufbau erfolglos mühte, fuhren die Starbulls schnelle und zielstrebige Gegenangriffe, bei denen Michael Baindl, Gregg Gibson und Michael Rohner an Torwart Weitzmann scheiterten. Schließlich traf Gustav Veisert von der blauen Linie nur den Pfosten (26.). Pech hatten die Starbulls auch wenige Momente später, als Sturmtank Tyler McNeely zum wiederholten Male in dieser Spielzeit vom Puck im Gesicht getroffen wurde, eine Platzwunde erlitt und vom Eis musste (27.).

Mit dem Ausfall von McNeely – der zuvor eiszeitlose Christian Neuert agierte jetzt in der ersten Sturmreihe neben Scofield und Fischhaber – war ein kleiner Bruch im Spiel der Hausherren unverkennbar. Nun kam auch Dresden wieder zu Torchancen, und vor allem Teemu Rinkinen hatte zweimal den 3:3-Ausgleich auf dem Schläger. Erst schoss er freistehend aus Nahdistanz den Rosenheimer Torwart Timo Herden an (30.), dann scheiterte er nach einem Fehler von Michael Rohner bei Rosenheimer Überzahl ebenfalls frei vor Herden mit einem Rückhandabschluss (37.).

Sorglosigkeit kehrt zurück

Mit Beginn des letzten Drittels kehrte McNeely zurück ins Rosenheimer Spiel – allerdings auch die Sorglosigkeit in der Defensive. Martin Davidek ließ sich nach Zuspiel von Rinkinen nicht zweimal bitten, nutzte den freien Weg bis vor das Tor und überwand Herden aus kurzer Distanz abgezockt (44.). Den Starbulls gelang im Spiel nach vorne jetzt kaum noch etwas. 

Kathi fiel vor ihrem Andi auf die Knie

Während Dresdens Defensive kompromisslos agierte, blieben die Löcher in der Starbulls-Abwehr groß. Und als Maximilian Faber die Scheibe von der Bande nahe der blauen Linie nach innen brachte, konnte Davidek ungehindert den Schläger hinhalten und aus kurzer Distanz seinen dritten Treffer in dieser Partie erzielen (54.). Das war letztlich auch der Siegtreffer, da sich die Starbulls im Finish ohne Torwart keine nennenswerte Chance mehr erspielen konnten.

Video: Die Stimmen der Trainer

Das Spiel in der Statistik:

Starbulls Rosenheim - Dresdner Eislöwen 3:4 (3:2, 0:0, 0:2)

Tore: 1:0 (10.) Simon Fischhaber (Tyler Scofield, Tyler McNeely), 1:1 (12.) Martin Davidek (Teemu Rinkinen, Arturs Krumnisch - Überzahl-Tor), 1:2 (14.) Marcel Rodman (Patrick Baum, Brendan Cook), 2:2 (17.) Michael Baindl (Greg Gibson, Cameron Burt - Überzahl-Tor), 3:2 (19.) Greg Classen (Manuel Edfelder), 3:3 (44.) Martin Davidek (Teemu Rinkinen, Rene Kramer), 3:4 (34.) Martin Davidek (Maximilian Faber, Ville Hämäläinen).

Schiedsrichter: Elvis Melia (Grefrath).

Zuschauer: 2.349.

Strafen: Rosenheim 7 plus Spieldauerstrafe gegen Andreas Nowak - Dresden 10.

mw/Starbulls Rosenheim

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