Starbulls fegen Kaufbeuren vom Eis!

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Rosenheim - Die Starbulls haben im kleinen bayerischen Derby den ESV Kaufbeuren in die Schranken gewiesen. Nach einem deutlichen Sieg peilen die Rosenheimer die Tabellenführung an.

Die Starbulls waren den Gästen aus Kaufbeuren komplett überlegen und fuhren einen deutlichen 6:3-Heimsieg ein. Voraussichtlich wird das für die Tabellenführung reichen.

Kaufbeuren hat sich trotz der Niederlage ein Kompliment verdient. In keiner Minute des Spiels gaben die Gäste auf, der Einsatz und Wille stimmte, für einen Sieg hat es dennoch nicht gereicht.

Hier können Sie das Spiel im Live-Ticker nachlesen.

Lesen Sie hier den Vorbericht:

Sechs Spieltage hat es also gedauert bis die Starbulls ihre erste Niederlage haben hinnehmen müssen. Das dies ausgerechnet beim Erzrivalen in Landshut passierte tut dem sehr guten Saisonstart der Rosenheimer Kufencracks insgesamt jedoch keinen Abbruch. Immerhin wurde auch in Landshut klar das die Mannschaft von Franz Steer durchaus in der Lage ist auch in der Höhle des Löwen zu bestehen. Der aktuell zweite Tabellenplatz, Punktgleich mit Bietigheim und eben jenen Landshuter, belegt dies auch sehr gut. Und eben dieses Fernduell um die vorderen Plätze prägt auch die Situation des 7. Spieltages. Während der EVL die Fischtown Pinguins empfängt und Bietigheim zum Derby nach Heilbronn muss, haben die Starbulls mit dem ESV Kaufbeuren auf dem Papier die wohl vermeintlich leichteste Aufgabe aller drei Kontrahenten.

Aber Vorsicht ist geboten, denn gegen die Allgäuer haben sich Gottwald und Co. noch nie leicht getan. Dies durften zuletzt auch die Heilbronner Falken erfahren, die ihr Heimspiel gegen Kaufbeuren mit 2:5 verloren hatten. Trotzdem sind die Starbulls in diesem Duell natürlich der klare Favorit und wollen mit einem Sieg ihren Platz in der Spitzengruppe behaupten.

Sein oder nicht sein

Über Kaufbeuren lässt sich momentan allerhand viel berichten und das Meiste davon ist eher negativ geprägt. Sein oder Nicht sein! Dieses berühmte Zitat aus Shakespeares Hamlet beschreibt die Situation rund um den ESVK dabei ziemlich genau. Bereits im Vorfeld der letzten Saison wurde bekannt, das sich einige Gönner des Vereins zurückgezogen hatten, bzw. nicht mehr bereit waren für etwaig entstandenes Minus aufzukommen. Die Folge war ein notgedrungener Sparkurs der Joker, die darauf hin auf ihren eigenen Nachwuchs setzten. Natürlich konnte das neue Konstrukt qualitativ nicht an die Leistungen der doch einigermaßen erfolgreichen Vorgängermannschaften heranreichen. Und da ein Unglück selten alleine kommt sperrte die Stadt Kaufbeuren auch noch das Stadion am Berliner Platz, da erhebliche Mängel in der Betonsubstanz festgestellt wurden. Der Supergau! Lange war völlig unklar ob und wie es mit dem Allgäuer Traditionsclub weiter gehen würde.

Notlösungen mussten her in Form von Heimspielverlegungen. Aber damit war es nicht getan, denn auch sämtliche Trainingszeiten der Profimannschaft, sowohl sämtlicher Nachwuchsteams mussten ebenso ausgelagert werden. Und so verteilte sich der komplette Verein auf die umliegenden Stadien, wie. z.B. Memmingen, Kempten, Buchloe, Landsberg oder Füssen. Neben gestiegenen Kosten kamen jetzt natürlich auch die fehlenden Einnahmen hinzu und das brachte den Verein sehr schnell an den Rand seiner Existenz. Erschwerend kam noch hinzu das der ESVK auch noch Altlasten des DEL Vorgängerclubs Adler Kaufbeuren, per langfristig angelegten Entschuldungsplan, zu schultern hatte. Und eben dieser Entschuldungsplan ging jetzt so nicht mehr auf. Es ist wohl dem unermüdlichem Einsatz der Vereinsverantwortlichen zu verdanken, das immer wieder Lösungen und gangbare Wege gefunden werden konnten die in Zusammenarbeit mit der Stadt Kaufbeuren letztendlich doch noch zu einem guten Ende führen könnten.

 Diese Geschichte ist keinesfalls schon beendet auch wenn die heimspiellose Zeit wohl am 18. Oktober zu Ende gehen wird, dann darf das Stadion in Kaufbeuren endlich wieder, unter großen Sicherheitsauflagen, genutzt werden. So wurde die Zuschauerkapazität beispielsweise auf ca. 2500 gesenkt. Eine Herkulesaufgabe für die Verantwortlichen. Und weil das noch nicht genug war erlitt auch noch Vorstand Andreas Settele vor kurzem einen Herzinfarkt, konnte jedoch in einer Notoperation gerettet werden. Beste Genesungswünsche auch noch mal an dieser Stelle.

Auch auf der sportlichen Seite hat sich viel verändert. Nach dem unerwarteten Abgang von Ex Coach Ken Latta nach Heilbronn hat jetzt mit Didi Hegen ein Altbekannter das sportliche Zepter in seiner Hand. Er soll aus der Not eine Tugend machen und die nach wie vor durch einheimische Spieler geprägte Mannschaft in ruhigeres Fahrwasser führen. Ein schwieriges Unterfangen, denn die Liga hat es in sich. Dabei setzt das Kaufbeurer Urgestein und Aushängeschild auf eine finnische Ausrichtung im Kader. Denn mit dem Verteidiger Matti Näätänen und den beiden Angreifern Markku Tähtinen und Sami Ryhänen stehen gleich drei skandinavische Spieler im Team und sollen für die nötige Spielkultur sorgen. Neu im Kader ist auch der kanadische Verteidiger Maury Edwards , vormals Florida/ ECHL. Damit haben die Allgäuer zwei der fünf möglichen Kontingentstellen für die Abwehr vergeben, was ligaintern eher unüblich ist. Der Gedanke dahinter ist jedoch nachvollziehbar, denn man möchte der Defensive in Zeiten der Krise mehr Aufmerksamkeit widmen um den Gegner das Tore schießen so schwer wie möglich zu machen. Dabei kann sich der Verein im Tor auch wieder auf die Dienste eines Stefan Vajs verlassen, der beim ESVK einen Rentenvertrag unterschrieben hat. Neben den beiden finnischen Stürmern wurde noch ein US-Boy an die Wertach geholt, mit dem so "fremdländisch" klingenden Namen Stephen Schultz. Dieser verdiente sein Geld, ebenso wie Edwards, vormals in er nordamerikanischen ECHL bei den Trenton Titans.

Klar, mit diesem Kader wird es den Jokern schwer fallen beim Kampf um die Play Off Plätze mitzumischen, aber das steht auch gar nicht im Vordergrund. Wichtig ist vor allem, das der Verein überlebt und das nach den vielen Hiobsbotschaften sich jetzt nach und nach wieder Erfolgserlebnisse einstellen. Wir drücken für dieses Unterfangen natürlich die Daumen. Die Starbulls sollten aber gewarnt sein, denn angeschlagene Gegner sind mitunter die schwierigsten. Es ist keinesfalls damit zu rechnen das die Mannschaft von Franz Steer den ESVK unterschätzen wird. Die Mannschaft ist hungrig nach Erfolg und will die Niederlage in Landshut so schnell wie möglich wieder ausmerzen.

Olaf Lüeße

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