"Alles eine Sache des Willens"

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Der König und der Kapitän: Stephan Gottwald mit König- Ludwig-Double, das für die Ausstellung "Götterdämmerung - König Ludwig II. und seine Zeit" vom 14. Mai bis 16. Oktober im Neuen Schloss Herrenchiemsee auch im Eisstadion Werbung machte - und natürlich Gottwald viel Glück für das Play-off-Halbfinale wünschte.

Rosenheim - Stephan Gottwald, seit dieser Saison Kapitän der Starbulls Rosenheim, spielt die erfolgreichste Eishockey-Saison seiner Karriere. Im OVB-Interview verrät er sein Geheimnis.

Der 27-jährige gebürtige Rosenheimer erzielte in 44 Hauptrundenspielen mit 20 Toren die meisten Starbulls-Treffer und auch in den Play-off-Spielen traf der 1,87 Meter große Angreifer schon viermal. Vor dem Start ins Play-off-Halbfinale gegen Ravensburg am kommenden Freitag sprach die OVB-Sportredaktion mit Stephan Gottwald.

Verraten Sie das Geheimnis des Starbulls-Erfolges.

Das ist relativ einfach und eigentlich kein Geheimnis. Das ist der Zusammenhalt in unserer Mannschaft. Jeder spielt und kämpft für seine Mitspieler.

Wohin führt der Weg der Starbulls? Was ist möglich?

Wir haben jetzt schon mehr erreicht, als wir geglaubt haben und was man uns zugetraut hat. Wir können jetzt frei aufspielen, noch freier als bisher. Wo es endet, weiß man nie, aber es kann natürlich jetzt auch bis ganz nach oben gehen, aber es wird natürlich immer schwerer.

Zuletzt fehlte eine komplette Sturmreihe. Die jungen Spieler sprangen ein, als wäre es das Normalste der Welt. Wie ist so etwas möglich?

Die jungen Spieler bekommen jetzt schon länger das Vertrauen von Franz Steer. Sie dürfen Fehler machen, ohne dass sie gleich aus dem Team fliegen. Sie wollen aber auch beweisen, dass sie das Zeug haben, in der 2. Liga mitzuspielen oder sich sogar für höhere Aufgaben empfehlen. Und deshalb geben sie Vollgas.

Es ist Ihre erste Saison als Kapitän. Ihr bisheriges Fazit.

Ich kann sehr zufrieden sein. Es gibt keinen Quertreiber in der Mannschaft, wo ich hätte eingreifen müssen. Die Jungs haben es mir leicht gemacht und ich bin natürlich stolz darauf, dass wir schon so viel erreicht haben. Das Gefühl, nach dem Pokalsieg die Trophäe als Erster hochzuhalten, war einzigartig.

Sie haben bereits mit Mitch Stephens und Stephen Werner in einer Reihe zusammengespielt. Vergleichen Sie die beiden Mittelstürmer.

Mitch Stephens ist eher der filigrane Techniker, der immer schaut, dass er Mitspieler gut einsetzen kann. Werner ist eher der knallharte Fighter, der Arbeiter, der geradlinig und schnell - einfach typisches nordamerikanisches Eishockey spielt. Beide sind auf ihre Art einfach Klassespieler.

Gegen Ravensburg sind die Starbulls klarer Außenseiter oder sehen Sie das anders?

Klar sind wir Außenseiter - allein schon was die Einzelspieler betrifft, aber wir sind in diesem Jahr gegen Ravensburg schon oft angetreten, haben gut gespielt und auch die meisten Spiele gewonnen. Ravensburg hat zuletzt noch eine Schippe draufgelegt, ist Favorit, aber wir brauchen uns auf keinen Fall verstecken. Warum auch?

Was kann die Serie gegen Ravensburg entscheiden?

Der Wille. Jetzt ist alles nur noch eine Sache des Willens. Und der wird entscheiden - ob nach vier oder nach sieben Spielen. Und natürlich kann auch unser Torhüter Norm Maracle beziehungsweise unsere Defensivleistung eine große Rolle spielen. Die Offensive gewinnt Spiele, die Defensive Meisterschaften.

Sie spielen eine ganz hervorragende Saison. Bleiben Sie in Rosenheim? Wie ist der Stand der Dinge?

Es gibt Kontakte zu anderen Vereinen. Bei Rosenheim gibt es in der entscheidenden Phase der Saison keine Vertragsgespräche, aber wenn die Spielzeit beendet ist, sind die Starbulls mein erster Ansprechpartner. Ich hoffe, dass wir uns dann einigen können.

Interview: Hans-Jürgen Ziegler (Oberayerisches Volksblatt)

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