Einmalige "Powerplay-Explosion"

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Markierte gegen Ravensburg drei Powerplay-Tore in einem einzigen Drittel: Kapitän Stephan Gottwald.

Rosenheim - Die Starbulls präsentierten sich zum Beginn des neuen Jahres mit einem Heim-Auswärts-Gefälle. Ein überzeugender Sieg in eigener Halle wurde eingerahmt von zwei Auswärts-Niederlagen.

Beginnen wir mit den Niederlagen. Da konnte man die in Kaufbeuren schon beinahe erwarten, denn in nunmehr sieben Spielen in Folge (vier in der zweiten, drei in der Oberliga) konnte an der Wertach kein einziger Punkt mehr erobert werden, und nur ein einziges Mal schossen die Starbulls dabei mehr als zwei Tore (3:5 im letzten Oberligaspiel). Aber ein halbes Dutzend Treffer mussten sie dabei noch nie hinnehmen; zuletzt ging es stets knapp aus. Anders Heilbronn: Da konterten Franz Steers Jungs eine Sechs-Niederlagen-Serie (Ober- und Zweite Liga) mit drei Auswärtssiegen in Folge und bescherten den Falken letztes Jahr ihr desaströses Play-off-Aus. Heuer scheint das Pendel wieder eher Richtung Heilbronn auszuschlagen. Und dann Ravensburg: Gegen den Hauptgegner der vergangenen Saison (vier Vorrunden-, fünf Play-off-Begegnungen) war die Bilanz fast ausgeglichen (vier Siege, fünf Niederlagen), heuer aber konnten die Towerstars (immerhin amtierender Meister und bei "normalen" Verhältnissen im deutschen Eishockey heuer in der höchsten Spielklasse agierend) in drei Spielen noch keinen einzigen Punkt ergattern; Torverhältnis 15:5 für Rosenheim.

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Und was waren das für Begleitumstände beim dritten Saison-Sieg gegen den Meister! Erst ein perfektes Penalty-Killing - fünf Minuten Unterzahl, davon zwei mit drei gegen fünf - dann eine in dieser Spielklasse noch nie dagewesene Powerplay-Explosion der Starbulls (wobei man hinzufügen muss, dass die Ravensburger bisher die schwächste Unterzahl-Mannschaft der Liga sind). Aber dennoch: Vier Überzahltreffer aus fünf Gelegenheiten, das ist bisher einmalig für Rosenheim. In sechs Jahren Oberliga hatten die Starbulls fünfmal fünf Powerplaytreffer in einem Spiel erzielt, bei vier Gelegenheiten deren vier. In der Bundesliga-Neuzeit aber war bei drei Überzahltreffern bisher stets Sendepause. Kein Wunder, dass Gottwald & Co. da in punkto Überzahl-Quote trotz drei Nullnummern in den letzten vier Spielen wieder Nummer eins sind.

Apropos Gottwald: Der häufigste Goldhelm-Träger hatte in den letzten Wochen offensiv nicht sehr viel aufs Eis gebracht (zuletzt vier Spiele ohne Scorerpunkt), diesmal aber sorgte er für ein "Event", das vielleicht einmalig bleiben wird. Drei Powerplaytore eines Spielers in einem einzigen Drittel, das dürfte schwer zu toppen sein. Drei Powerplaytore in einem Drittel (durch Rohner, Auger und Gottwald) gab es heuer schon einmal, nämlich im Anfangsdrittel beim 6:3 gegen Crimmitschau. In der Oberliga hatten Dylan Stanley, Ryan Fairbarn, Matthias Bergmann und Ron Newhook gegen Passau einst sogar vier Überzahltore in einem Drittel (binnen knapp acht Minuten) erzielt, und auch für drei Powerplaytore eines einzigen Spielers (allerdings in der Oberliga) gab es schon einen Präzedenzfall: Ryan Smith beim 6:2 gegen Peiting am 26. Dezember 2007. Aber alles zusammen ist seit vergangenem Freitag nur mit dem Rosenheimer Kapitän verbunden.

Den Gegensatz zu dieser Kumulierung der Offensive bildet Patrick Asselin durch seine Konstanz. Bevor er am Sonntag in Heilbronn leer ausging, hatte er zehn Spiele in Folge stets gescort (zusammen zwölf Tore und sieben Assists), und damit versäumte er Gottwalds Rekordserie aus dem Vorjahr nur um ein Spiel. Ein anderer Spieler fällt nicht so oft durch seine Offensiv-Qualitäten auf: Mickey Rohner schoss in Heilbronn genau so viele Tore wie in seinen 28 Spielen zuvor, aber seine Tore scheinen den Starbulls kein Glück zu bringen, wie folgende kuriose Bilanz beweist: Elfmal gingen die Starbulls heuer mit 2:0 in Führung, neunmal siegten sie auch. Außer am Sonntag in Heilbronn ging noch ein weiteres Spiel in dieser Konstellation verloren, nämlich das Heimspiel gegen Landshut (4:6), zu dem er ebenfalls ein Tor beitrug. Was aber nicht heißen soll, dass Rohner in Zukunft aufs Toreschießen verzichten soll...

me/Oberbayerisches Volksblatt

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