"Ich stehe nicht auf Rührei-Eishockey"

Rosenheim - Als Titelverteidiger sind die Starbulls am Dienstagabend im DEB-Pokal in Landshut ausgeschieden. Coach Franz Steer nennt die Gründe und sagt, was ihn am Referee ärgerte:

Titelverteidiger Starbulls Rosenheim ist am Dienstag im DEB-Pokal ausgeschieden, doch so klar wie sich die 1:5-Niederlage liest, war der Spielverlauf beim Zweitliga-Spitzenreiter Landshut nicht. Starbulls-Coach Franz Steer nennt Gründe für die Niederlage und sagte gestern was ihn an DEL-Schiedsrichter Stephan Bauer ärgerte.

Sind Sie sehr enttäuscht nach der vom Ergebnis her relativ klaren Niederlage, dem Pokal-Aus und das ausgerechnet in Landshut?

Steer: Ja sehr, aber hier geht es nicht um mich oder um Landshut, sondern um die Mannschaft. Meine Spieler haben diese Niederlage nicht verdient. Das Ergebnis spiegelt den wahren Spielverlauf nicht wider. Wir hätten im zweiten Drittel die Partie drehen können, ja müssen. Da haben wir wirklich sehr gutes Eishockey gespielt, aber Landshuts Keeper Vogl hielt hervorragend.

Wo liegen die Hauptgründe für die Niederlage?

Steer: In erster Linie an unserer schwachen Chancenauswertung. Bestes Beispiel dafür: Landshuts Abstreiter fährt einmal alleine aufs Tor zu und trifft zum entscheidenden 4:1 und wir sind dreimal allein auf Vogl zugesteuert und haben nicht getroffen. Außerdem hatten wir einen Lattenschuss und trafen zweimal das leere Tor nicht. Da war Landshut cleverer. Außerdem hat der Schiedsrichter eine für mich spielentscheidende Fehlentscheidung getroffen.

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Mit den Schiedsrichtern haben die Starbulls in dieser Saison kein Glück...

Steer: Das ist richtig, aber ich will hier nicht den Schiedsrichter als Alleinschuldigen hinstellen. Aber wenn nach 14 Minuten unser bester Skorer Mitch Stephens einen Ellenbogencheck gegen den Kopf erhält und danach nicht mehr weiterspielen kann, und Landshuts Spielmacher Kracik nach dieser Aktion nach zwei Minuten Strafzeit wieder aufs Eis darf, dann stimmt da etwas nicht. Ich will Kracik keine Absicht unterstellen, aber dafür muss er fünf Minuten plus eine Spieldauerdisziplinarstrafe erhalten. Noch dazu, weil der Schiedsrichter zu unserem Kapitän Gottwald sagte, dass es ein Check gegen den Kopf war, der Spieler aber nicht verletzt sei. Da frage ich mich: Muss ein Spieler bluten, damit der Übeltäter in die Kabine muss oder soll ich jetzt meine Spieler anweisen, dass sie Schauspielunterricht nehmen, lange liegen bleiben und sich vom Eis tragen lassen. Nein, das werde ich nicht tun, denn auf Rührei-Eishockey stehe ich nicht.

Was bedeutet das Pokal-Aus für die restliche Saison?

Steer: Dass uns keine zusätzliche weite Auswärtsfahrt an einem Dienstag nach Hannover oder Bremerhaven droht und dass wir uns jetzt voll auf die 2. Liga konzentrieren können.

Provozierend gefragt: Können die Starbulls in dieser Saison eigentlich gar nicht gegen den Erzrivalen Landshut gewinnen?

Steer: Je länger eine Serie dauert, umso schneller geht sie zu Ende. Aber im Ernst: Die Spiele gegen Landshut waren immer eng, auch wenn das Ergebnis dieses Mal etwas anderes sagt. Unsere Zeit wird kommen. Vielleicht schon beim nächsten Duell am 27. Januar in Landshut oder im entscheidenden Play-off-Spiel...

bz / Oberbayerisches Volksblatt

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