Starbulls lassen nichts anbrennen!

OVB
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So bejubelte Corey Quirk seinen Penaltytreffer im Heimspiel gegen Hannover.

Rosenheim - Mit einem 7:2-Auswärtssieg fahren die Starbulls aus Bietigheim zurück. Von Beginn an ließ die Steer-Truppe nichts anbrennen! **Live-Ticker zum Nachlesen**

Live-Ticker zum Nachlesen

Die Starbulls siegen verdient und souverän beim Tabellenletzten mit 7:2. Im ersten Drittel war es eine Eishockey-Demonstration in Grün und Weiß gegen ein überfordertes Steelers-Team, das mit dem 0:5 noch gut bedient war. Im zweiten Spielabschnitt versuchten die Gastgeber mit neuem Torwart und veränderten Sturmformationen dem Spiel noch eine Wende zu geben. Nach dem frühen Treffer zum 1:5 verhinderte der fehlerlose Starbulls-Keeper Josef Meyer in einigen Situationen weitere Bietigheimer Tore, die in dieser Phase verdient gewesen wären. Ab Mitte des zweiten Drittels fing sich die zuvor doch leicht schwimmende Starbulls-Defensive wieder. Mit dem Unterzahltor kurz vor der zweiten Pausensirene durch Patrick Asselin - herausragender Akteur an diesem Tag - war der Drops gelutscht. Das letzte Drittel spulten beide Teams dann eher "pflichtbewusst" herunter.

Statistik:

0:1 - Corey Quirk (Dominic Auger, Marcus Marsall) 0:19

0:2 - Simon Wenzel (Überzahl-Tor) (Mitch Stephens, Ryan Gaucher) 3:07

0:3 - Patrick Asselin (Dominic Auger, Corey Quirk) 14:34

0:4 - Patrick Asselin (Marcus Marsall, Corey Quirk) 16:02

0:5 - Robin Hanselko (Michael Rohner, Peter Kathan) 16:56

1:5 - Ty Morris (Überzahl-Tor) (Brent Walton, PJ Fenton) 20:39

1:6 - Patrick Asselin (Unterzahl-Tor) (ohne Assist) 38:51

1:7 - Simon Wenzel (Überzahl-Tor 2) (Andrej Strakhov, Ryan Gaucher) 53:06

2:7 - PJ Fenton (Überzahl-Tor) (Brent Walton, Chris St.Jacques) 19:59

Lesen Sie hier den OVB-Vorbericht:

Straffes Programm für die Starbulls

Bei den Starbulls geht es Schlag auf Schlag: Nach dem Sieg gegen Hannover steht heute die Reise nach Bietigheim an. Am Freitag gastiert dann Dresden an der Mangfall:

In der 2. Eishockey-Bundesliga geht es zum Jahreswechsel Schlag auf Schlag: Am heutigen Mittwoch, 20 Uhr, treten die Starbulls Rosenheim bei den Bietigheim Steelers an, ehe am Freitag zu Hause das Jahresfinale gegen die Dresdner Eislöwen auf dem Programm steht. "Wenn wir zweimal gewinnen, dann könnte es sein, dass ich den Jungs nicht nur an Silvester sondern auch an Neujahr freigebe", sinnierte Starbulls-Trainer Franz Steer im Gespräch mit der Sportredaktion - das Rosenheimer Team könnte sich also selbst zusätzlich belohnen.

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Allerdings wird bereits die heutige Aufgabe im Ellental alles andere als einfach. Dies zeigte sich vor einer guten Woche, als sich die Starbulls und die Steelers bereits in Rosenheim gegenüberstanden und am Ende ein äußerst knapper 5:4-Erfolg für die Heimmannschaft heraussprang. "Der hat mit denen ganz gut gearbeitet", lobte Steer die Arbeit seines Kollegen Kevin Gaudet, der während der laufenden Spielzeit in Bietigheim das Traineramt übernahm. "Sie sind schwierig zu spielen mit ihrem 1-3-1-System, das sie ganz gut verinnerlicht haben", weiß Steer. Zudem blüht neben den beiden Topscorern Brent Walton (38 Punkte) und P.J. Fenton (35) der Verteidiger Doug Andress immer mehr auf. Er weist mittlerweile 21 Punkte auf und war zuletzt beim Sieg in Weißwasser an allen vier Bietigheimer Treffern beteiligt. "Ihm müssen wir die Passwege zumachen", fordert Steer.

Trainer Franz Steer zum anstehenden Spiel:

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Der Rosenheimer Trainer hofft, dass sich auswärts gegen Bietigheim mehr Freiräume bieten als zuletzt im Heimspiel. Sollte dies nicht der Fall sein, dann muss sich die Mannschaft Lösungen erarbeiten, wie man die gut gestaffelten Hausherren ausspielt, um ins Angriffsdrittel zu kommen. Bis auf den verletzten Michael Baindl dürfte Steer alle Mann an Bord haben - also auch Andrej Strakhov, Mitch Stephens und Simon Wenzel, die allesamt gegen Hannover für einige Minuten aus dem Spiel genommen werden mussten. "Ich habe bislang keine Meldung bekommen, dass es bei ihnen nicht gehen könnte", meinte der Rosenheimer Trainer gestern Nachmittag vor dem abschließenden Training.

tn/Oberbayerisches Volksblatt

Vom Spiel in Bietigheim berichten wir ab 20 Uhr im Live-Ticker!

Statistik: Der erste Penalty-Erfolg

Die 2. Eishockey-Bundesliga (und damit auch die Starbulls) schob ganz schön Überstunden in der Weihnachtswoche. Nicht weniger als acht von zwölf Spielen der letzten beiden Spieltage gingen in die Verlängerung, drei davon sogar über die volle Distanz. Und nachdem Mitch Stephens & Co. mit Overtime beziehungsweise Shootout in dieser Saison nur schlechte Erfahrungen gemacht hatten (bei der Penalty-Niederlage am Freitag in Crimmitschau ließ man zum vierten Mal in ebenso vielen Versuchen den Zusatzpunkt sausen), konnte drei Tage später gegen Hannover endlich einmal der Spieß umgedreht werden. Norm Maracle entschärfte zwei von drei gegnerischen Versuchen und konnte damit seine Saison-Bilanz auf 4:4 egalisieren, während nach fünf Fehlschüssen von vier verschiedenen Spielern in den beiden Shootouts davor diesmal Corey Quirk und Patrick Asselin erfolgreich blieben. Allerdings sieht die Offensivbilanz mit zwei verwandelten und sechs vergebenen "Überstunden-Penaltys" immer noch relativ schlecht aus.

Einige gute Chancen vergaben auch die Gäste aus Hannover, so wie hier Fraser Clair.

Schlecht sieht es auch aus, wenn die Starbulls mit zwei Treffern Differenz in Rückstand geraten. In Crimmitschau war das zum achten Mal in dieser Saison der Fall, und jedes dieser Spiele ging verloren. Ein einziges Mal (in Kaufbeuren) schafften sie den zwischenzeitlichen Ausgleich, verloren aber trotzdem. Nur gut, dass die Indians nach Stolikowskis 2:1 nicht nachlegen konnten! So konnte Ryan Gaucher (zuvor in manchen Szenen wirklich "unterirdisch") mit dem Ausgleich sein erstes Tor vor heimischem Publikum erzielen. Auch in Hannover war er ja vor einer Woche erfolgreich gewesen. Bei zwei Spielern ist der Heim-Auswärts-Vergleich bei den Toren besonders einseitig. So warten die Fans immer noch auf Simon Wenzels erstes Punktspiel-Heimtor in dieser Liga; alle vier Saisontreffer schoss er bisher auswärts. Das Gegenteil ist bei Dominic Auger der Fall. Sechsmal traf er in eigener Halle, auf fremdem Eis bisher Fehlanzeige.

Kein guter Tag war es am Montag für die beiden bisher einzigen Rosenheimer "Goldhelme", denn sowohl Mitch Stephens (aktuell) als auch Stephan Gottwald (sonst immer) gingen erstmals seit Wochen leer aus. Neun Spiele lang hatte Gottwald zuvor mindestens einen Scorerpunkt gemacht (insgesamt fünf Tore plus acht Vorlagen), Stephens kam in einem Spiel weniger auf drei Treffer und elf Assists. Beide Serien werden nur von Gottwalds Elf-Spiele-Serie zum Jahreswechsel 2010/11 getoppt. Aber ihre Verfolger sind schon im Anmarsch: Patrick Asselin (sieben Tore, drei Assists) und Beppo Frank (zwei plus vier), seit Wochen unbestritten Rosenheims bester Verteidiger, trugen sich in den letzten sechs Spielen stets in die Scorerliste ein.

Ein Exemplar einer eher seltenen Spezies stellte sich am Montag erstmals im Kathrein-Stadion vor: der sogenannte Heimschiedsrichter. Was Herr Yazdi da an Kleinigkeiten der Hannoveraner ahndete, das war aus deren Sicht schon zum Haareausraufen. Zehn kleine Strafen plus eine Diszi gegen die Indians, nur zwei plus ein Penalty gegen Rosenheim - das war trotz der gelegentlich rustikalen Gäste-Spielweise eher peinlich. Nur ein einziges Mal gab es in dieser Saison ein ähnliches Ungleichgewicht zugunsten der Starbulls (die im Übrigen in den letzten sieben Spielen stets mehr Strafen bekamen als der Gegner), nämlich beim 1:4 gegen Kaufbeuren, als Rosenheim zirka zehn Minuten länger in Über- als in Unterzahl verbringen durfte. Damals versagte das Powerplay völlig (null aus neun), diesmal fiel in ebenso vielen Überzahlphasen wenigstens der Ausgleich durch Asselin. Hätte das Rosenheimer Powerplay (immer noch Zweiter in der Liga hinter Bremerhaven) ähnlich funktioniert wie in den fünf Spielen davor (sechs Tore aus 17 Phasen), die Indians hätten ein ähnliches Debakel erleben können wie vor gut einer Woche auf eigenem Eis.

em/Oberbayerisches Volksblatt

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