Videos: Tolle Starbulls-Moral im Finish belohnt

Rosenheim – Dramatik pur im Kathrein-Stadion: In quasi letzter Sekunde drehten die Starbulls gestern abend ein bereits verloren geglaubtes Match gegen Schwenningen. **NEU: Videos zum Spiel**

Die Rosenheimer Eishockeyspieler lagen im Spitzenspiel der 2. Bundesliga gegen die Schwenninger Wild Wings bis rund zweieinhalb Minuten vor Schluss mit 0:1 zurück, ehe die Tore von Andrej Strahkov und Corey Quirk doch noch das Spiel drehten und den 2:1 (0:1, 0:0, 2:0)-Sieg sicherstellten. Damit war es ein Wochenende nach Maß für die Starbulls: Kaufbeuren – bis dato Hauptkonkurrent im Kampf um Platz vier und damit das Play Off-Heimrecht – konnte nämlich gegen Crimmitschau und Hannover nur zwei Punkte einfahren und selbst sind die Rosenheimer mit dem Sechs-Punkte-Wochenende an Schwenningen vorbei auf den dritten Tabellenplatz vorgerückt.

Starbulls-Coach Franz Steer im Charivari-Interview:

O-Ton

Dabei hatte die Partie gegen die Gäste aus dem Schwarzwald alles andere als optimal begonnen. Mit konsequenter Defensivarbeit machten die Wild Wings den Rosenheimer das Leben schwer. Bereits nach sechs Minuten gab es einen ersten Nackenschlag, als Simon Wenzel verletzt vom Eis gebracht werden musste. Wie Coach Franz Steer hinterher bei der Pressekonferenz sagte, zog sich der Stürmer vermutlich einen Kreuz- bzw. Innenbandriss zu und wird aller Voraussicht nach lange ausfallen. Wenig später gelang Schwenningen in Überzahl die Führung: Philipp Schlager fälschte einen Schuss von Dave Walker mit dem Schlittschuh durch die Schoner von Norm Maracle zum 0:1 ab (12.). Da die Schlittschuh-Bewegung des Schwenninger Stürmers aber nicht aktiv war, konnte man diesen Treffer durchaus als regulär werten.

Starbulls - Wild Wings

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So waren die Starbulls, die kurzfristig auf ihren erkrankten Kapitän Stephan Gottwald verzichten mussten, nach dem ersten Wechsel noch mehr gefordert. Auch Trainer Franz Steer musste hart arbeiten, da er nach Wenzels Verletzung – zuvor hatte lediglich ausgerechnet der viel kritisierte Verteidiger Ryan Gaucher Gottwald in der zweiten Sturmreihe ersetzt – schon wieder umstellen musste. Meist agierten die Rosenheimer nun nur noch mit drei Reihen und taten sich dabei sehr schwer, Torchancen herauszuspielen. Bei den wenigen Gelegenheiten stand dann auch noch der starke Gästetorhüter Sinisa Martinovic im Weg.

„Das Spiel war 40 Minuten lange ziemlich ausgeglichen, doch im letzten Drittel wollte der Schiedsrichter unbedingt, dass Rosenheim das Spiel gewinnt“, echauffierte sich SERC-Coach Jürgen Rumrich nach dem Spiel über den Schlussabschnitt und Schiedsrichter Stefan Vogl aus Nürnberg, der – so muss man fairerweise sagen – aber auf beiden Seiten keine glückliche Figur abgab und viele Fehlentscheidungen traf. Im Finish überschlugen sich schließlich die Ereignisse. Erst traf Andrej Strahkov nach einer gerade abgelaufenen Strafzeit aus kurzer Entfernung auf Pass von Mitch Stephens zum Ausgleich (58.). 58 Sekunden vor dem Ende kam es noch besser: Schwenningen hatte soeben weitere vier Strafminuten kassiert und damit ging es für die Starbulls mit einem 5:3-Überzahlspiel in die Schlussphase. Top-Scorer Corey Quirk war der Nutznießer, zog von links vors Tor und schaufelte die Scheibe mit der Rückhand klasse in den rechten Torwinkel – 2:1 (60.). Nach Spielschluss brannten bei den Gästen dann die Sicherungen durch und sie kassierten wegen Unsportlichkeiten weitere 50 (!) Strafminuten, darunter zwei Spieldauerdisziplinarstrafen.

Den Starbulls konnte es egal sein, sie konnten mit den nur knapp 2000 Zuschauern („Von der Gesamtzuschauerzahl bin ich für ein Spitzenspiel schon enttäuscht“, so Steer auf der Pressekonferenz) einen finalen Sieg der großen Geduld und tollen Moral feiern. „Die Mannschaft hat heute bis zum Schluss alles gegeben und ist endlich einmal im Gegensatz zu den Spielen gegen Heilbronn und Weißwasser dafür belohnt worden“, konstatierte Steer abschließend. Nach dem spielfreien Freitag geht es für die Rosenheimer am Sonntag (18 Uhr) auf heimischem Eis gegen die Fishtown Pinguins ins Finale der regulären Saison.

Das Spiel in der Statistik:

Starbulls Rosenheim – Schwenninger Wild Wings 2:1 (0:1, 0:0, 2:0)

Tore: 0:1 (12.) Philipp Schlager (Dave Walker - Überzahl-Tor), 1:1 (58.) Andrej Strahkov (Mitch Stephens, Dominic Auger), 2:1 (60.) Corey Quirk (Mitch Stephens, Ryan Gaucher – Überzahl-Tor 2).

Schiedsrichter: Stefan Vogl (Nürnberg).

Strafen: Rosenheim 6 – Schwenningen 82, darunter Spieldauerstrafen für Dan Hacker und Robby Sandrock (beide nach Spielschluss).

Zuschauer: 1929.

Hier könnt ihr nochmal unseren Live Ticker nachlesen!

mw

Rubriklistenbild: © eraffe

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