Starbulls: In Überzahl nach wie vor top

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An die Wand gefahren: Beppo Frank gegen Ravensburgs Kiel McLeod.

Rosenheim - Wenn das mal nicht zur Gewohnheit wird! Erst eine Klatsche im heimischen Stadion, dann als Außenseiter einen souveränen Sieg in der Fremde!

NEU:

Wie schon am Wochenende zuvor bescherten die Starbulls Rosenheim den heimischen Fans einen kräftigen Dämpfer und fuhren zwei Tage später auswärts als Außenseiter souverän die Punkte ein. Nun wären ja drei Punkte pro Wochenende zwar keine wirklich erfreuliche, aber gerade noch ausreichende Bilanz, um den Tabellenplatz zu halten, aber so richtig glücklich würden damit weder Fans noch Mannschaft.

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Es war gewissermaßen das Wochenende der Revanchen. Am Freitag revanchierten sich die Heilbronner Falken für das sang- und klanglose Playoff-Aus im letzten Jahr plus die folgende Heimniederlage im ersten Aufeinandertreffen der neuen Saison, indem sie nicht nur eine Serie von fünf Niederlagen beendeten, sondern ihrem Alptraum der letzten Saison die höchste Heimniederlage seiner Zweitliga-Historie beibrachten. Dabei fielen ihnen vier Wochen vor Weihnachten die Geschenke geradezu in den Schoß. Beim ersten Tor durch den Referee, der ein sekundenlanges und eklatantes Torraumabseits tolerierte, beim unmittelbar folgenden zweiten Treffer durch die praktisch komplette Rosenheimer Fünf, die noch beim kollektiven Frust-Zähneknirschen steckte, und beim dritten Tor schließlich noch durch Norm Maracle, dessen Luftüberwachung bei Corey Mapes' Fernlenkrakete wohl einen "fatal error" anzeigte... Die Starbulls dagegen revanchierten sich in Ravensburg ihrerseits für das zurückliegende Playoff-Aus (vier Niederlagen in Folge), allerdings bereits zum zweiten Mal in der aktuellen Spielzeit.

Chance für Fabian Zick, doch Christian Rohde parierte glänzend.

Im Zuge der erwähnten höchsten Heimniederlage ließen Franz Steers Jungs gleich zwei ebenfalls nicht alltägliche Doppelschläge zu. Zwischen den letzten beiden Gegentoren lagen 71 Sekunden, zwischen den beiden ersten gar nur deren 29! Beide "Leistungen" schafften es in die Top Ten der Rosenheimer Zweitliga-Neuzeit, die "29" sogar auf Rang Drei. Kurios: Auch für den schnellsten Doppelschlag, zwei Gegentreffer binnen acht Sekunden, waren die Falken verantwortlich; in jenem Spiel am 15. März dieses Jahres verloren sie nach einer 3:0-Führung aber noch 3:6 - damals der Anfang vom Ende. Und was noch kurioser erscheint: Vor diesem halbminütigen Blackout kurz vor der zweiten Pause hatte Norm Maracle fantastische 108:29 Minuten keinen Treffer mehr kassiert und den alten Rekord (von ihm selbst gehalten) gleich um 24 Minuten verbessert. Aber wie sagt man in seiner Heimat? "When it rains, it pours." Auf Bayerisch etwa.: "Wenn's amoi rengt, dann schütt's glei richtig" oder so ähnlich.

Zu stark in den wechselvollen letzten paar Wochen hängt das Rosenheimer Schicksal von den "Special Teams" ab. Am Sonntag schossen die Starbulls endlich wieder einmal zwei Treffer bei gleicher Spieleranzahl; davor schafften sie in sieben Begegnungen (von denen fünf verloren gingen) höchstens einen Treffer bei Fünf gegen Fünf. Nur zweimal in den letzten 14 Matches ging das Powerplay leer aus; die Folge: die beiden demütigenden Heimschlappen. Nur gut, dass Stephens & Co. in Überzahl mit 27,74 Prozent Erfolg nach wie vor die Nummer eins der Liga sind! Und auch das Penalty-Killing klappt prächtig: Die 86,05 Prozent Erfolg werden nur noch von Dresden getoppt.

Ganz klammheimlich hat sich einer als Torjäger profiliert, den man sonst nicht unbedingt mit diesem Prädikat bedenken würde. Peter Kathan liegt mit nunmehr sechs Toren auf Rang Zwei hinter "Goldhelm" Stephan Gottwald, der momentan für seine Verhältnisse leicht schwächelt.

Aber vielleicht schiebt sich ja in absehbarer Zukunft "der Neue" nach vorne. Patrick Asselin sammelte nach einer Eingewöhnungspartie in seinem zweiten Match in Grün-Weiß gleich zwei Scorerpunkte. An seiner Seite blühte auch Corey Quirk auf, der zwar sehr regelmäßig punktet, es aber kaum einmal so richtig zum Matchwinner schafft. Zwar punktete er in 13 von 18 Begegnungen, aber das Spiel am Sonntag war erst sein zweites mit mehr als einem Scorerpunkt. Das erste war das Saison-Auftaktmatch an der Seite von Asselins Vorgänger Geordie Wudrick.

Manfred Eder (Oberbayerisches Volksblatt)

Bilder & Videos vom Freitagsspiel:

Starbulls Rosenheim - Heilbronner Falken am 25.11.2011

Starbulls Rosenheim gegen Heilbronner Falken

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