Erster Saisonausblick mit Leserumfrage

Quo vadis Oberliga Süd: Spielen die Starbulls nächste Saison auch in Österreich?

Deutsche Eishockey Liga
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Wie geht es in der Eishockesy-Oberliga Süd weiter?

Rosenheim - Die Corona-Pandemie hat die Eishockey-Saison vorzeitig beendet. Doch wie geht es weiter? Gerade in der Oberliga Süd gibt es noch viele Fragezeichen. Mögliche Entwicklungen:

Das Coronavirus hat uns fest im Griff und das Social Distancing ist in aller Munde. Das gesellschaftliche Leben liegt brach, so auch unsere Sportwelt. Wie geht es hier weiter? Eine Frage, die sich aktuell vor allem auch die Verantwortlichen und Fans der Starbulls Rosenheim stellen.

Nachdem deutschlandweit in allen Eishockey-Ligen die Playoff-Partien nicht ausgetragen werden konnten, wurden seitens des Deutschen Eishockey Bundes (DEB) die sportlichen Auf- und Abstiege ausgesetzt. Dies bedeutet, dass alle Ligen in der Saison 2020/2021 in gleicher Besetzung starten würden, wie es auch in der vergangenen Spielzeit der Fall war. Das ist jedoch nur in der Theorie möglich.

Insolvenz der Sonthofen Bulls problematisch

Obwohl es eigentlich keine Auf- und Absteiger gibt, steht in der Oberliga Süd trotzdem bereits ein Absteiger fest. Die ERC Sonthofen Spielbetriebsgesellschaft mbH musste Insolvenz beantragen und Anfang April wurde seitens des Insolvenzgerichts ein Bescheid über die Eröffnung des Insolvenzverfahrens zugestellt. So ist ein Start in der Oberliga für die nächste Saison vom Tisch. Wie die Allgäuer in einer Stellungnahme mitteilten, berät der Stammverein aktuell über die weitere Vorgehensweise, um den Spielbetrieb in Sonthofen aufrecht zu erhalten. Übereinstimmenden Medienberichten zur Folge wurde vom Verein auch bereits ein Antrag auf ein Startrecht in der Bayernliga gestellt.

Ein Ligastart mit nur elf Mannschaften?

Doch wie geht es in der Oberliga Süd dann weiter? Ein Start mit elf Mannschaften wäre eher unwahrscheinlich, da es durch die ungerade Mannschaftszahl zu einem komplizierten Spielplan kommen und in der Verzahnungsrunde mit der Bayernliga eine Mannschaft fehlen würde. Daher wird unter Umständen mindestens ein Team in die Liga gezogen, welches das Teilnehmerfeld komplettiert. Es wurden auch bereits Spekulationen laut, dass drei Vereine den Schritt in die Oberliga gehen und das Tableau auf 14 Teams wachsen könnte. Dies wurde allerdings noch von keiner offiziellen Stelle kommentiert.

Österreichischer Zweitligist liebäugelt mit der Oberliga

In Österreich weist die zweitklassige Alps Hockey League (AHL) ein international besetztes Teilnehmerfeld auf, in dem Mannschaften aus Österreich, Italien und Slowenien vertreten sind. Wegen der Situation rund um die COVID19-Pandemie steht ein Ligastart mit italienischen Teams auf der Kippe, weshalb die Zukunft der ganzen Liga ungewiss bleibt. 

Mit dem VEU Feldkirch äußerte nun erstmals einer der 18 AHL-Vereine den Wunsch, eine Spielberechtigung für die deutsche Oberliga zu erlangen. Wie das österreichische Ring Hockey Magazin berichtet, wären wohl auch die Zeller Eisbären und die Adler Kitzbühel demgegenüber nicht abgeneigt, jedoch wurde von beiden Vereinen noch kein offizielles Statement abgegeben.

„Tilburg Trappers 2.0“?

Die Tilburg Trappers aus den Niederlanden schafften es bereits, in der Nordgruppe der dritten deutschen Spielklasse unterzukommen. Nach diesem Vorbild könnte dann auch die Eingliederung österreichischer Mannschaften im Süden erfolgen. 

Sollte es also tatsächlich die VEU Feldkirch in die Oberliga verschlagen, so könnte sie zu „Tilburg 2.0“ werden und außer Konkurrenz spielen. Ein Aufstieg in die DEL2 ist nach den Statuten des DEB nämlich für ein ausländisches Team nicht möglich, weshalb auch der Serienmeister aus Holland jedes Jahr aufs Neue in der Oberliga Nord startet und das Ligageschehen dort weitestgehend dominiert. 

Marc Hindelang, Vizepräsident des DEB, gab gegenüber der Zeitung Eishockey News allerdings an, dass es bisher noch keine Kontaktaufnahme der VEU gab. Derzeit plane man vorrangig mit einem Nachrücker aus Deutschland, weshalb eine Spielberechtigung für eine österreichische Mannschaft derzeit eher unwahrscheinlich sei. 

Umfrage:

Ein Einstieg des neunmaligen Meisters aus dem Nachbarland wäre zwar sicherlich spannend, ob jedoch die Starbulls dann wirklich nächste Saison auswärts in der Alpenrepublik ranmüssen, steht noch in den Sternen.

Sebastian Aicher

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