Zwei-Tore-Führung reichte nicht

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Mitch Stevens

Rosenheim - Pflichtsieg gegen ein Kellerkind, Niederlage im Sechs-Punkte-Spiel beim unmittelbaren Tabellennachbarn - so in etwa verlief das Wochenende der Starbulls im Telegrammstil.

Aber es gab Zeiten, da wäre ein Sieg gegen Freiburg alles andere als ein Pflichtsieg gewesen.

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Starbulls verlieren in Heilbronn

In den beiden gemeinsamen Oberliga-Jahren von 2006 bis 2008 konnten die Starbulls zwar zweimal dort gewinnen, verloren aber alle vier Partien auf eigenem Eis und schossen dabei dreimal nur ein einziges Törchen. Nach dem Aufstieg 2008 schafften die Wölfe es aber nicht, sich in der 2. Bundesliga richtig zu etablieren, während die Starbulls in ihrem ersten Jahr sich eher Richtung Spitze als Richtung Tabellenende orientieren.

Bei dieser Orientierung nach oben war bisher Torhüter Norm Maracle ein wesentliches Plus, aber der wird ja nach seiner Matchstrafe in Heilbronn erst einmal ausfallen. Aber nicht nur sein Fehlen ab der 14. Spielminute war es, das den Starbulls die zweite Saisonniederlage in Heilbronn einbrachte, sondern mehr noch die Strafzeitenflut in eben dieser Minute, als der Schweizer Referee binnen 15 Kunden neben Maracles Matchstrafe (und den damit verbundenen fünf Strafminuten) auch noch Zwei-Minuten-Strafen gegen Maracle, Gottwald und Frank aussprach und damit den Gastgebern ein siebenminütiges (!) Powerplay, davon über zwei Minuten mit fünf gegen drei, ermöglichte, das diese dazu nutzten, die Rosenheimer 2:0-Führung auszugleichen. Der Heilbronner Tomas Martinec, der die Feindseligkeiten mit seinem Foul gegen Maracle eröffnete, ging dabei ohne Strafe aus. Und so standen am Schluss nicht weniger als vier Heilbronner Powerplaytore aus insgesamt 13:26 Minuten Überzahl im Protokoll, für die Starbulls zu viel, um punkten zu können. Auch das andere Spiel, in dem der Gegner vier Überzahltreffer erzielte, war mit 2:7 in Schwenningen natürlich verloren gegangen. Zwei Parallelen: Auch beim ersten Spiel in Heilbronn (3:6 aus Rosenheimer Sicht) waren Spieler vom Eis geschickt worden (Beppo Frank und Niko Senger sowie zwei Heilbronner mit Spieldauer-Diszis), und auch in diesem Spiel stand Timon Ewert im Rosenheimer Tor, damals von Anfang an.

Ein Novum brachte das Spiel auch: Erstmals haben die Starbulls nach einer Zwei-Tore-Führung ein Spiel verloren. Zuvor hatten sie zehnmal einen 2:0- und weitere viermal einen anderen Zwei-Tore-Vorsprung stets in Siege umgemünzt und dabei nur ein einziges Mal (beim 4:3-Penalty-Erfolg gegen Landshut) einen Punkt verloren. Und noch ein Novum: Nach acht Assists bisher und einigen knappen Fehlschüssen an der Seite von Mitch Stephens, zuletzt am Freitag, hat Marcus Marsall sein längst überfälliges erstes Zweitligator erzielt! Ansonsten war natürlich wieder Rosenheims Tormaschine, der Gottwald-Werner-Hannus-Sturm, am Werk. Hannus hat nur in einem einzigen seiner zwölf Punktspiele nicht gepunktet, Werner in den letzten drei Spielen getroffen, und Gottwald hat mit seinem zehnten Spiel mit Scorerpunkt in Folge Mitch Stephens' Rekordserie von neun übertroffen.

Überhaupt ist zurzeit die Offensive das große Plus. Während man zu Saisonbeginn überwiegend auf die Defensive bauen musste, weil man selten mehr als drei Tore erzielte, blüht man ungefähr seit Weihnachten auch offensiv auf. In Zahlen: In den ersten 24 Saisonspielen gelangen Franz Steers Jungs nur zweimal sechs Treffer in einem Match, danach dagegen zweimal sechs und einmal (gegen Kaufbeuren) sogar deren acht in nur zehn Begegnungen. So auch am Freitag gegen die Wölfe, als Hannus und Werner binnen 58 Sekunden für den zweitschnellsten Rosenheimer Doppelpack der Saison sorgten und drei Tore in 6:54 Minuten ebenfalls beinahe Saisonrekord bedeuteten.

Manfred Eder (Oberbayerisches Volksblatt)

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