EHC unterliegt auch in Dorfen

OVB
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Waldkraiburgs Torhüter Fabian Birk musste in Dorfen verletzt vom Eis.

Waldkraiburg - Die Anhänger des EHC Waldkraiburg zeichnen sich derzeit vor allem durch eines aus: ihre Leidensfähigkeit.

Auch am Sonntagabend wurde diese wieder auf die Probe gestellt, auch diesmal wurden die Fans jedoch nicht erlöst. Die Mannschaft von Trainer Jan Smolko unterlag im sonst immer so brisanten Derby beim ESC Dorfen verdient mit 2:6 und konnte nach einem blutleeren Auftritt sogar froh über dieses Ergebnis sein, denn die Partie hätte noch deutlicher für die "Eispiraten" enden können.

"Dorfen war heute klar die bessere Mannschaft, wir haben nicht die gleiche Leistung abgerufen, wie noch am Freitag zu Hause gegen Bayreuth. Da haben wir gut gespielt und verloren, heute haben wir wirklich schlecht gespielt und verloren. Wir haben gewusst, dass es eine schwere Saison für uns wird - am Anfang hat alles geklappt und wir haben in der Tabelle einen Sprung nach oben gemacht. Jetzt sind die schweren Gegner gekommen, die uns wirklich Kraft und vielleicht auch Selbstvertrauen gekostet haben. Aber wir dürfen nicht aufhören, an uns zu glauben, die Chance wieder hochzukommen, ist immer noch da", erklärte ein deutlich resignierter Waldkraiburger Coach auf der Pressekonferenz nach dem Spiel an seiner alten Wirkungsstätte.

Smolko, der im Sommer von Dorfen zum EHC kam, war sichtlich bedient und das mit Recht. Seine Mannschaft ließ nur im letzten Drittel etwas von dem aufblitzen, wozu sie im Stande ist. Die "Eispiraten" von John Samanski hatten dagegen von Beginn an das gezeigt, worauf es in einem Derby ankommt. Sie waren lauffreudiger, pass- und spielsicherer und spielten deutlich körperbetonter. Und das mit nur vier gelernten Verteidigern. Nach knapp zwölf Minuten brachte Marius Fürbeck die Hausherren in Führung (11:45), der Top-Scorer der Bayernliga, Chad Anderson, legte 62 Sekunden später nach (12:47). "Löwen"-Kapitän Peter Richter ließ zwar nochmals Hoffnung aufleuchten (14:04), doch war diese schneller wieder weg als die Freibiermarken für jede Firmenweihnachtsfeier. Ernst Findeis sorgte anschließend noch für den ersten Pausenstand von 3:1 für die Dorfener (16:26).

Im mittleren Drittel wurde das Spiel der Industriestädter nicht besser und so musste Keeper Fabian Birk erneut hinter sich greifen: Erneut Findeis mit dem 4:1 (22:54), wenig später Alexander Koß mit dem 5:1 (27:02). Keeper Birk, der sich vor den beiden Gegentoren eine Verletzung zugezogen hatte und dennoch weiterspielte, musste dann vom Eis.

Für ihn kam Patric Scharnagl, der aber auch von der ersten Minute an mächtig zu tun hatte vor seinem Gehäuse. Nach einer Überzahlsituation konnten die zahlreich mitgereisten Fans dann zwar das 5:2 durch Martin Führmann bejubeln (34:06), prompt war aber wieder Alexander Koß da und stellte den alten Vorsprung wieder her (37:14).

Im Schlussdrittel zeigten die Gäste dann zwar ein etwas engagierteres Auftreten, doch sollten sie Keeper Andreas Tanzer im Tor der "Eispiraten" nicht mehr überwinden können. So blieb es bei einem verdienten 6:2-Sieg der Dorfener und einem Anhalten des Negativtrends des EHC Waldkraiburg.

Doch auch nach neun Niederlagen am Stück und dem erstmaligen Sturz aus den Top Acht der Tabelle darf für die "Löwen" jetzt nur eines zählen: sie müssen weiter hart arbeiten, an sich glauben und wieder so engagiert in die Spiele gehen, wie sie es zu Beginn der Saison getan haben. Damit der Knoten endlich platzt, sie wieder erfolgreich sein können und so auch ihrer Anhängerschaft wieder einmal angenehmere Zeiten bescheren können.

Statistik

Bayernliga 2011/2012, 18. Spieltag:

ESC Dorfen - EHC Waldkraiburg 6:2 (3:1/3:1/0:0)

Tore: 1:0 11:45 Fürbeck M. (Zollo D.), 2:0 12:47 Anderson Ch. (Eberl A., Beham P.), 2:1 14:04 Richter P. (Lederer J., Geuder F.), 3:1 16:26 Findeis E. (Brenninger T., Mittermeier Th.), 4:1 22:54 Findeis E. (Brenninger T., Gerbl D.), 5:1 27:02 Koß A. (Mittermeier Th.), 5:2 34:06 Führmann M. (Loboda J., Hämmerle D.), 6:2 37:17 Koß A. (Koß D., Kreß D.).

Strafen: ESC Dorfen 12 Strafminuten, EHC Waldkraiburg 14 Strafminuten.

Zuschauer: 460.

göß/Waldkraiburger Nachrichten

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