Vertrag mit Tyler Burton aufgelöst

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Der Kanadier Tyler Burton (links) fiel bei der Beinkrafttestung durch: Sportwissenschaftler Ralf Neumann (rechts) von der Simssee Klinik stellte ein Kraftdefizit im linken Bein von 21 Prozent fest.

Rosenheim - Nur zwei Tage nachdem der kanadische Eishockeystürmer Tyler Burton zusammen mit seinen kanadischen Mitspielern in Rosenheim angekommen war, wurde der Vertrag mit ihm wieder aufgelöst.

Bereits gestern Vormittag trainierte Burton nicht mehr mit und bereitete seine Abreise aus Rosenheim vor. Der Grund für die Vertragsauflösung, die von beiden Seiten gewünscht wurde: Der 25-jährige Außenstürmer hat weiter Probleme mit seinem rechten Knie. Das stellte sich beim Leistungstest in der Gesundheitswelt Chiemgau in Bad Endorf heraus. "Ihm fehlten an der Muskulatur am Knie und am Oberschenkel jeweils zwei Zentimeter. Außerdem konnte Burton das Knie nur zu 80 Prozent belasten", erklärte Trainer Franz Steer, der bereits am ersten Tag mit dem Kanadier aus einem anderen Grund "zusammenrückte". Burton, der nur einen dreimonatigen Try-out-Vertrag besaß, war mit seiner Wohnung in Bruckmühl unzufrieden.

Trainer Franz Steer gestern beim Training: Er muss ohne Tyler Burton planen.

"Zu weit weg", meinte Burton und wusste anscheinend nicht, dass zum Beispiel sein Trainer und andere Mitspieler dreimal so lange Anfahrtswege haben. Die Wohnung an sich gefiel Burton auch nicht, nur komisch, dass Ron Newhook zwei Jahre lang total zufrieden in Bruckmühl war. "Er war unglücklich mit der Situation und wir wollen keinen verletzten Spieler, also war die Vertragsauflösung nur logisch", betonte Steer, dem die ganze Angelegenheit anscheinend gar nicht so ungelegen kam. Denn: Kurz nachdem Burton als fünfter und letzter Ausländer verpflichtet wurde, kam die Zusage von einem Kanadier, der momentan in Osteuropa spielt und unbedingt nach Rosenheim will. "Er war immer eine Option, falls es mit Burton nicht klappen würde. Dass es so schnell geht, konnte keiner ahnen", erklärte Steer, der allerdings noch keine feste Zusage des ehemaligen NHL-Spielers hat, der in der besten Liga der Welt bei seinen wenigen Einsätzen sogar ein Tor erzielte. Es handelt sich bei diesem Spieler allerdings nicht um Ben Simon, der kurz vor einer Vertragsunterzeichnung mit Rosenheim stand, dann aber doch nach England wechselte.

Einen guten Riecher bewies übrigens Heinz Pohl, zuständig für den Spielbetrieb (hauptsächlich Passangelegenheiten) bei den Starbulls, denn er schickte am Mittwoch die Transferkarte von Burton noch nicht weg: "Da habe ich jetzt 250 Euro gespart", freute sich Pohl gestern, der jetzt - anstatt eine neue Karte anzufordern - nur einen neuen Namen einsetzen muss.

Oberbayerisches Volksblatt

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